„Reisen“ in Zeiten von Covid-19

Covid-19, die Viruserkrankung, die derzeit das Leben von uns allen umkrempelt, beeinträchtigt auch unser liebstes Hobby massiv: das Reisen. Natürlich gibt es derzeit Schlimmeres, aber dass wir auf unseren geliebten alljährlichen Oster-Tennis-Urlaub auf Albarella verzichten müssen (siehe Albarella: eine Woche Frischluft-Programm und Albarella: endlich Frühling!), macht uns natürlich traurig. Gerade jetzt wären wir dort, um Tennis zu spielen, würden uns mit Freunden auf einen Aperitif in einem der Gärten treffen und anschließend schön Essen gehen.

Albarella Spritz mit Tanqueray Flor de Sevilla

Um noch schöner in unseren Erinnerungen zu schwelgen, beschließen wir am ersten „Nicht-Albarella-Abend“, einen ganz besonderen Drink zu mixen: den Albarella Spritz. Ja, der heißt wirklich so und er wurde letztes Jahr von unserem Freund R. erfunden. Er besteht aus dem Gin „Tanqueray Flor de Sevilla“ (auch eine schöne Gegend), Prosecco, Eiswürfeln und eigentlich – der Saison entsprechend – aus frischen Erdbeeren. Leider gibt das unsere im Haushalt vorhandene Ware nicht her (und wir beschließen brav, dass das kein unvermeidbarer Grund ist, das Haus zu verlassen), also greifen wir zu tiefgefrorenen Himbeeren. Was kein schlechter Ersatz ist, wie wir feststellen.

Die für einen Gin außergewöhnliche gelb-orangene Farbe führt dazu, dass der Drink fast wie ein Aperol Spritz aussieht. Er geht mit seinen Bitterorangen-Aromen auch geschmacklich in eine ähnliche Richtung, sowohl in der Nase als auch am Gaumen merkt man deutlich die Bitterorangen-Aromen des Gin. Und doch schmeckt der Albarella Spritz, vor allem  durch die typischen Wacholdernoten des Gin, völlig anders. Eine sehr gelungene Mischung, wie wir finden, und stoßen – natürlich – auf unsere Gesundheit an! Für die Kinder gibt es übrigens „Lemon und Oran Soda“, ihren „Standarddrink“ auf Albarella gibt es dankenswerterweise auch hier im italienischen Supermarkt.

Himbrimi Island Gin Manly SpiritsIsländischer und Australischer Gin

Diese „traumreisenähnliche“ Erfahrung (unterstützt durch den Alkohol wird sie noch intensiver…) beschließen wir zu wiederholen und nehmen uns an einem der nächsten Abende zwei Gin vor, die wir bei unseren letzten Urlauben kennen und lieben gelernt haben. Die Runde eröffnet der „Himbrimi Pure Icelandic Old Tom Gin„, Gewinner des World’s Best Compound Gin Awards 2019“ in London. Himbrimi ist isländisch für Eistaucher, eine entsprechende Abbildung findet sich auch auf der Flasche. Als Botanicals werden insbesondere Kräuter und Wildblumen verwendet, die „an den Ufern der Flüssen und Seen Islands“ wachsen, wie arktischer Thymian und Engelwurz (Angelica). Neben einer daraus resultierenden kräuterigen Note macht den Gin, der ebenfalls farblich aus den sonstigen Gins heraussticht, die Verwendung von Honig einzigartig, er sorgt für eine gewisse Süße. Ein sehr interessanter Gin, der uns von einem tollen Island-Urlaub träumen lässt (siehe beispielsweise Island: Golden Circle mit Geysir, Gullfoss und Thingvellir).

Ebenfalls ins Träumen geraten wir beim nächsten Gin, dem „Manly Spirits Dry Gin„. Dieser dürfte nur wenigen hierzulande bekannt sein, leider ist er in Deutschland nur schwer zu bekommen (wer eine Quelle kennt, darf sie gerne verraten!). Wir haben diesen Gin aus unserem letzten großen Urlaub, natürlich Australien (seufz!) mitgebracht. Er wirbt mit seinen „marinen Botanicals“, u.a. handgepflückte Sea Lettuce (Grünalge),  geschmacklich finden wir auch zitronige und pfeffrige Note (z.B. durch Australian Finger Lime – deren Saftstränge sehen fast wie Kaviar aus -, und Tasmanian Mountain Pepper Leaf).  Das Ergebnis ist ein sehr frischer Gin, bei dem man die Meeresbrise des berühmten Strands (unser Lieblingsstrand in Sydney! siehe Sydneys Strandleben oder die Qual der Wahl) förmlich spüren kann.

Online-Sake-Tating mit Ueno Gourmet

Unser Tasting-Highlight der Woche bestimmt allerdings ein anderes Getränk: Sake. Durch unsere japanische Freundin (mit der wir einst Japan bereisen durften) werden wir auf Ueno Gourmet aufmerksam gemacht, einen der größten Premium-Sake-Anbieter in Europa. Die sympathischen Besitzer, Yoshiko Ueno-Müller und Jörg Müller, bieten eine sehr interessante Online-Sake-Verkostung (Sake@Home) an. Beide sind Sake-Sommeliers, Yoshiko Ueno-Müller ist darüber hinaus die erste weibliche, nicht in Japan lebende Person, die die Prüfung zum „Master of Sake Tasting“ bestanden hat. Nach einer kleinen Einführung über einen Film testen wir, gemeinsam mit etwa 15 weiteren Personen unter ihrer Anleitung fünf  zuvor gelieferte und von uns kühl gestellte Sake.

In Deutschland ist dieses Getränk, gerade auch als Speisebegleiter, allenfalls in der Top-Gastronomie bekannt und auch für uns ist Premium-Sake bis auf eine Probe in Kyoto Neuland. Umso interessanter ist es, die Vielseitigkeit dieses Getränks kennen zu lernen, sie reicht an diesem Abend von einem Sparkling Sake als Aperitif über den „Austern- und Meeresfrüchte-Begleiter-Sake“ IMA for Oysters“ über unsere Favoriten, den Ninki Gold Label (einen guten Fischbegleiter) und Amabuki Himmelswind bis hin zum eher „rustikalen“ Rihaku Dreamy Clouds, der sich auch für kräftige und würzige Speisen gut eignet. Wir sind beeindruckt von der Vielfalt der Aromen, die aus einem (polierten) Reiskorn, unterschiedlichstem Wasser, unter Zuhilfenahme des Koji-Pilzes und mit viel Geduld und Erfahrung eines Toji-Braumeisters entsteht. Wir können eine Online-Verkostung (gerade in den jetzigen Zeiten) nur wärmstens empfehlen und freuen uns schon auf das nächste Event!

 

 

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