Schon als ich zum ersten Mal Fotos von Symi sah, wusste ich: Da will ich hin! Eine kleine, vergleichsweise unbekannte, griechische Insel mit pastellfarbenen Häusern, die sich um einen türkisblauen Naturhafen mit schaukelnden Fischerbooten scharen. Das sah auf den Bildern fast schon zu kitschig-schön aus. Ich hatte also recht hohe Erwartungen – würden sie sich erfüllen?
Zunächst einmal ein paar Fakten und praktische Infos: Symi (manchmal auch Simi genannt) ist eine von vielen Dodekanes-Inseln, sie liegt etwa 23 Kilometer nördlich von Rhodos und nur 9 Kilometer vor der türkischen Küste. Derzeit leben knapp 3.000 ständige Bewohner hier, zur Saison steigt die Zahl der Einwohner auf das Doppelte, was bei einer Insellänge von 11,5 und einer maximalen Breite von 9 Kilometern vergleichsweise wenig ist. Große Hotels oder gar Bettenburgen gibt es keine, dafür viele Privatzimmer. Von Rhodos-Stadt aus (in der Saison auch von Faliraki) werden Tagestouren nach Symi angeboten, beispielsweise von den Sebeco Lines. In der Vorsaison lässt sich vor allem die Fährüberfahrt buchen, es gibt aber auch Tagestouren, die zusätzlich eine Busfahrt über die Insel oder eine Bootstour um die Insel, meist zur St. George Bay, anbieten. Wer selbst mobil sein will, kann entweder den (selten fahrenden) Inselbus nutzen, ein Taxi, einen Mietwagen (empfehlenswert: Glaros), ein Quad, ein Motorrad oder ganz Ambitionierte auch ein Fahrrad mieten – aber Achtung: Die Insel ist sehr hügelig!
Unsere Tour mit Sebeco startet am Kolona Hafen in Rhodos-Stadt (nur wenige kostenfreie Parkplätze vorhanden). Bei der Hafenausfahrt haben wir einen schönen Blick auf selbigen, die Stadtmauer, die Windmühlen und den Großmeisterpalast (siehe auch: Frühling auf Rhodos). Als wir offenbar in türkisches Hoheitsgebiet fahren, hisst der Kapitän eine türkische Flagge. Nach einer bedingt durch ein Unwetter am Vortag recht unruhigen Überfahrt, erreichen wir etwa 1,5 Stunden später glücklicherweise noch mit Mageninhalt Symi.
Aahhh – welch eine Hafeneinfahrt! Amphiteatergleich öffnet sich die Naturhafenbucht (das ist später „von oben“ noch viel besser zu sehen), ringsherum die pastellfarbenen Häuser. Als Wahrzeichen fallen besonders die griechisch-orthodoxe Verkündigungskirche (Panagia Evangelistria) sowie der Uhrenturm (auch „Roloi“ genannt) im rund um die Hafenbucht liegenden Hauptort Gialos (Symis „Unterstadt“) auf.
Wir laufen erst einmal einmal um die ganze Hafenbucht und erfreuen uns an den hübschen Häusern und Fischerbooten. Auffällig sind mehrere Skulpturen, von denen zwei eine Besonderheit Symis verdeutlichen: Symi war einst ein Zentrum des Schwammhandels mit der größten Schwammtaucherflotte der Welt. Die eine Statue zeigt Stathis Hatzis. Der aus Symi stammende Freitaucher tauchte nachweißlich auf Tiefen bis fast 90 Metern und konnte nach eigenen Angaben in 30 Metern Tiefe 7 Minuten lang Schwämme ernten – unglaublich. Die andere Statue ist Eugenie Mastoridou gewidment, der ersten griechischen Taucherin. Das „weiche Gold“ wurde im 19. Jahrhundert in der Ägais und Nordafrika geerntet. Symi war reich zu diesem Zeitpunkt, und es lebten, man kann es kaum glauben, damals 30.000 Einwohner hier. Heute werden zwar noch Schwämme in den Souvenirläden verkauft, fast nie sind sie jedoch aus Symi.
Dann ist erst einmal Zeit für eine Mittagspause. Eine weitere lokale Besonderheit der Insel sind die kleinen roten Symi-Garnelen (Simiako garidaki), eine kulinarische Spezialität. Sie schmecken leicht süßlich, sind sehr klein und haben eine weiche Schale, weshalb sie samt derselben verspeist werden. Köstlich! Wir haben sie im Restaurant O Lyris, etwas abseits der Hauptlaufströme in Gialos, genossen, später auch noch einmal auf Rhodos.
Anschließend startet die Fahrt mit unserem kleinen Mietwagen. Viel Verkehr herrscht glücklicherweise nicht auf der Insel, denn die Straßen sind mitunter etwas abenteuerlich. Wir fragen uns, wie viele Autos schon im Hafenbecken gelandet sind, so eng und gänzlich ohne Absperrung ist die Straße… Aber wir erreichen glücklich die Oberstadt von Symi, Chorio oder Ano (=Ober-)Symi, heutzutage quasi mit Gialos „zusammengewachsen“. Hier liegen die Zitadelle und einige Windmühlen, die teils als Ferienunterkünfte angeboten werden. Und vor allem haben wir von hier oben einen tollen Blick!
Weiter geht es auf die andere Inselseite. Jetzt zur Vorsaison begegnen uns auf der Straße mehr Ziegen als Autos.
Unser Ziel ist das Kloster Panormitis auf der anderen Inselseite, eines der bekanntesten Klöster der Dodekanes-Inseln und ein wichtiger Wallfahrtsort, der dem Erzengel Michael geweiht ist. Schon bei der Anfahrt über die bergige Insel ist es von oben gut zu sehen, es liegt malerisch in einer geschützten Bucht im Südwesten von Symi. Unten angekommen parken wir auf einem großen kostenlosen Parkplatz, auch der Klosterbesuch ist kostenfrei. Der Legende nach wurde hier vor langer Zeit eine Ikone des Erzengels gefunden und daraufhin eine Kapelle errichtet. Nachweißlich seit dem 14. Jahrhundert existiert hier ein Kloster, es wurde aber immer wieder von Piraten zerstört und geplündert. Die heutige, neoklassischen Architektur, entstand im 18. Jahrhundert, der Glockenturm Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Kirche ist mit zahlreichen Ikonen und Fresken geschmückt (Fotografierverbot). Im Anschluss an den Besuch legen wir noch ein kulinarisches Päuschen im benachbarten Café ein.
Danach müssen wir leider schon wieder Abschied nehmen von Symi. Die Insel hat tatsächlich meine Erwartungen übertroffen, beim nächsten Mal würde ich für ein paar Nächte hier bleiben, um die zahlreichen Buchten zu erkunden und um zu wandern. Jassou, Symi, ich komme wieder!




































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