Sommerurlaub in Corona-Zeiten: Auf in den Norden!

Was der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im April 2020 als „grotesk schlechte Idee“ bezeichnete – wir haben es doch tatsächlich gewagt. Wir sind in den Sommerurlaub gefahren. Wie übrigens die allermeisten in unserem Verwandtschafts- und Freundeskreis. Natürlich fiel der Sommerurlaub dieses Jahr anders aus als geplant. Unsere gebuchte Reise nach Südafrika fand natürlich nicht statt. Bereits im Frühjahr habe ich, trotz Lauterbachs Warnung, eine Alternative gebucht – denn wie von ihm gewünscht bis 2022 zu warten, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dafür ist Urlaub schließlich unser liebstes Hobby und dafür war uns in der Lockdown-Zeit (auch wenn diese in Deutschland alles andere als „gravierend“ und anderswo viel „schlimmer“ war) viel zu sehr „die Decke auf den Kopf gefallen“, wir sehnten uns nach einem Tapetenwechsel. Das ist sicherlich „Jammern auf hohem Niveau“, aber andererseits sahen wir auch nicht ein, unser Leben noch mehr als nötig von Covid-19 bestimmen zu lassen. Wir müssen vorerst wohl einfach lernen, mit dem Virus so sicher wie möglich zu leben und uns entsprechend verhalten.

Urlaub, daher unsere Meinung, kann man auch unter den gegebenen Bedingungen machen, mit der „AHA-Formel“ (Abstand wahren, auf Hygiene achten und Alltagsmaske tragen) ist das auch nicht anders als daheim. Und selbstverständlich halten wir uns auch daran, wenngleich dies in einigen unserer Nachbarländern deutlich weniger üblich ist, wie wir selbst und auch Freunde von uns erlebt haben.

Nachdem schon im Frühjahr klar war, dass alle Bundesländer ein Stück weit ihr eigenes Ding machen (und manche z.B. früher für Touristen öffnen als andere), habe ich – um mindestens eine Woche urlauben zu können -, sicherheitshalber eine Woche in Schleswig-Holstein und eine Woche in Niedersachsen gebucht, jeweils in Apartments, um größtmögliche Unabhängigkeit und kleinstmögliche Berührungspunkte zu haben. Kur vor dem Urlaub starteten dann die Berichte über überfüllte Ostseestrände und weitere „Reisewarnungen“ – doch auch diese hielten uns nicht davon ab, zu fahren. Ich fühlte mich ein bisschen erinnert an unsere Erfahrungen in Australien mit den Bränden (siehe: Buschfeuer in Australien). Medien übertreiben gerne – wir wollten uns auf jeden Fall vor Ort selbst ein Bild davon machen.

Doch eines haben Herr Lauterbach und die mediale Berichterstattung geschafft: Zum ersten Mal hatte ich während des Urlaubs keine Lust dazu, einen Blog zu schreiben. Ständig hat mich der Gedanke begleitet, gleich kommt ein Anruf, dass wir – trotz Einhaltung von Abständen – in einem Restaurant Kontakt zu Infizierten hatten. Oder es stellt sich heraus, dass sich nebenan ein Schlachthof befindet oder eine Familienfeier stattgefunden hat und infolge der Ereignisse die Corona-Warnstufe überschritten wurde. Anfangs bin ich jeden Tag des Urlaubs eingeschlafen mit dem Gedanken „puh, diesen Tag Urlaub kann dir keiner mehr nehmen“. Das hat mir jegliche Lust dazu genommen, über den Urlaub zu berichten.

Doch dann ist etwas Schönes passiert. Eine Kollegin hatte regelmäßig einen Blick in meinen WhatsApp-Status geworfen und meine Bilder dort gesehen. Diese haben ihr so gut gefallen, dass sie sich nach unserer Unterkunft und unseren Erfahrungen vor Ort erkundigt und kurzerhand im gleichen Hotel ihren Urlaub gebucht hat. Auch sie ist mittlerweile wieder gesund zurück und war begeistert – also beschloss ich, im Nachhinein doch noch über den Urlaub zu berichten. Liebe J., ich danke dir für diese „Inspiration“!

Jetzt, nachdem der Urlaub bei uns und den meisten vorbei ist, hat sich übrigens kein einziger aus unserem Familien- und Freundeskreis infiziert. Einige haben sich testen lassen, manche freiwillig, andere weil sie „plötzlich“ (sprich, als sie schon im Land waren) Rückkehrer aus einem Risikogebiet waren. Auch ich wurde getestet (allerdings wegen eines Infekts), alles glücklicherweise negativ.

Mein Fazit: Es wird immer und überall Menschen geben, die sich infizieren, so lange, bis ein Impfstoff gefunden sein wird. Die meisten infizieren sich, weil sie sich – im Ausland oder daheim – nicht an die Regeln halten wollen und teilweise auch können. Einige aber auch, weil es wie bei anderen Krankheiten einfach „Pech“ sein und man eine Ansteckung nie ganz ausschließen kann – sonst müsste man sich daheim isolieren, was die allerwenigsten von uns können und wollen. Ich versuche (meistens), mich an die bestehenden Regeln zu halten und so das Restrisiko zu minimieren – wohl wissend, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann. Darüber hinaus möchte ich mein Leben – mit meinen Urlauben – so weit wie möglich auch unter diesen Umständen genießen!

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