Die griechische Hauptstadt Athen – das sind die weltbekannte Akropolis, die quirligen Altstadtviertel, das alternativ-avantgardistische Viertel Exarchia und noch viel mehr. Wer zwei Tage hier verbringt, dem wird garantiert nicht langweilig!
Gerade noch mit Aphrodite unterwegs auf Zypern, begleitet mich nun schon wieder eine Göttin im Urlaub, dieses Mal ist es Athene. Die Göttin der Weisheit, der strategischen Kriegsführung und der Handwerkskünste ist die Schutzgöttin und Namensgeberin der griechischen Hauptstadt. Im Wettstreit mit Poseidon um die Schutzherrschaft über die Stadt siegte die weise Athene, denn sie gab den Menschen einen Olivenbaum, was wertvoller erschien als die von Meeresgott dargebotene Salzwasserquelle. Neben dem Ölbaum ist ein weiteres Attribut der Athene die Eule, sie gilt als besonders klug und symbolisiert die Weisheit. Kaum in Athen gelandet, halte ich schon die Athene-Symbolik in der Hand – eine Eule samt Olivenzweig auf der griechischen Ein-Euro-Münze.

Akropolis: Wahrzeichen Athens und Symbol für die griechische Kultur
Unser erster Gang in Athen führt natürlich auf die Akropolis, seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe und Trägerin des Europäischen Kulturgütesiegels. Die Athener Akropolis ist wohl die bekannteste ihrer Art, aber eine Akropolis, also eine befestigte antike Burg- oder Tempelanlage auf dem höchsten Punkt einer griechischen Stadt, gibt es an vielen Orten (akros = oben, polis = Stadt). Unsere hier in Athen thront auf einem Felsen, der etwa 60 Meter höher liegt als die Altstadt. Natürlich war der Burghügel der Stadtgöttin Athene geweiht.
Die Akropolis kann von zwei Seiten bestiegen werden, über den North Slope (der eigentlich im Westen liegt) und über den South Slope. Wir wählen den North Slope und genießen beim Aufstieg aus der Altstadt immer wieder schöne Aussichten auf die Stadt. Fast oben angekommen, solltet ihr einen Abstecher auf den Arios Pagous Hügel machen, von dort aus habt ihr auf der einen Seite eine tolle Aussicht auf die Stadt mit weiteren antiken Stätten, auf der anderen Seite liegt die Akropolis. Auch zum Sonnenuntergang ist dies ein begehrter Spot.
Für den Besuch der Akropolis empfehle ich unbedingt vorab den Kauf eines Online-Tickets, mit dem man innerhalb eines einstündigen Zeitfensters Zugang zur Akropolis – egal von welcher Seite – erhält (Kosten: 30,- Euro pro Person, kostenfreier Eintritt für EU-Bürger bis 25 Jahre, reduziert für Senioren, Stand Frühjahr 2026). Wer vorab kein Ticket kauft, sollte möglichst gleich zur Öffnung (8 Uhr) vor Ort sein, nicht nur in der Hochsaison bilden sich lange Schlangen.
Vom Nordeingang führt der Weg hinauf durch die Propyläen der Akropolis, ein Torbau aus Säulen. Auf der rechten Seite thront der kleine Tempel der Athena Nike. Ebenfalls rechts (south slope) könnt ihr das Odeon des Herodes Atticus bewundern, ein römisches Amphitheater aus dem 2. Jh. n. Chr., das heute wieder für Veranstaltungen genutzt wird.
Oben angekommen, fällt der Blick sofort auf den größten Tempel auf der Akropolis, den Parthenon, der im 5. Jh. v. Chr. zur Verehrung der Stadtgöttin erbaut wurde. Wörtlich übersetzt heißt Parthenon „Gemach der Jungfrauen“ – Athene ging niemals eine Liebesbeziehung ein und trägt daher auch den Beinamen “Parthenos” – die Jungfräuliche. Ursprünglich erbaut zum Dank an Athene für ihre Rettung der Griechen nach dem letzten Perserkrieg, hatte das Parthenon zahlreiche Funktionen inne: Es war eine Maria geweihte Kirche, eine Moschee und ein Munitionslager, das bei einem Treffer im 17. Jahrhundert stark beschädigt wurde.
Das zweite dominante Bauwerk auf der Akropolis ist das Erechteion, dieser ionische Tempel ist ebenfalls im 5. Jh. v. Chr. erbaut. Besonders ins Auge fällt eine Vorhalle mit Säulen von sechs überlebensgroßen Mädchenstatuen, die als Karyatiden bezeichnet werden. Es sind Repliken, ein Original hat sich Großbritannien gemopst, die fünf anderen Originale stehen im Akropolis-Museum. Auch dieses Gebäude hat eine bewegte Geschichte, es diente als Kultstätte für zahlreiche Gottheiten, war byzantinisch-christliche Kirche und sogar Harem eines osmanischen Offiziers.
Über die Geschichte der Athener Akropolis sind tausende Bücher geschrieben worden. Wir tauchen nur in einen ganz kleinen Teil ein und bewundern vor allem auch die großartige Aussicht auf die Stadt. Der 360-Grad-Rundumblick über die Hügel bis ans Meer ist gerade bei unseren strahlenden Sonnenschein grandios!
Anschließend wählen wir den Abstieg über den South Slope, vorbei am Theater des Dionysos, das wir schon von oben bewundert haben. Wem der Sinn nach noch mehr Archäologie steht, kann auf dieser Seite noch das Akropolis-Museum besuchen.
Athens Altstadt: Plaka, Anafiotika und noch viel mehr
Am Fuße der Akropolis erstreckt sich östlich davon das Altstadtviertel Plaka. Es ist eines der ältesten Viertel der Stadt, voller Tavernen, antiker Bauwerke und verwinkelter Gassen. Die Plaka ist aber auch das bekannteste und beliebteste Viertel bei Touristen und so erwarten euch hier und in den benachbarten Stadtvierteln Monastiraki und Thiseio jede Menge Stände mit allerlei Griechenland-Souvenirs, kulinarischen Köstlichkeiten und immer ein reges Treiben. Quasi an jeder Ecke „stolpert“ ihr über irgendeine Ausgrabung der griechischen oder römischen Antike, wie die Überreste der Hadriansbibliothek, die markante, restaurierte Stoa des Attalos (heute ein Museum) und die römische Agora mit dem Turm der Winde. Letzteren zieren acht Reliefs von Windgöttern – es handelt sich um eine der ältesten Wetterstationen der Welt – und ist das am besten erhaltene antike Bauwerk der ganzen Stadt. Der Besuch der Agora samt Wetterstation erfordert ein Ticket, aber auch von außen könnt ihr den Turm und den römischen Marktplatz gut sehen.
Besonders „bunt“ wird es in der Altstadt in den Abend- und Nachtstunden, wenn die Restaurants und Bars um die Gunst der Besucher buhlend in allen Farben des Regenbogens erstrahlen. Über allem thront ehrwürdig die Akropolis, des Nächtens hübsch beleuchtet. Zwischen der ganzen schrillen Deko und den „Restaurant-Reinwinkern“ findet sich aber auch interessante Street Art und das eine oder andere wirklich gute Restaurant. Drei Tipps wollen wir hier abgeben. Erstens: Einen Cocktail auf eine der vielen Dachterrassen mit Blick auf die Akropolis zu trinken, halten wir tags wie nachts für eine gute Idee (wir waren in der Rooftopbar Ciel). Zweitens: Einem Tipp folgend (danke, Daniela!) haben wir einen Abend im Fischrestaurant Atlantikos verbracht. Das liegt zwar direkt in der Plaka, allerdings nicht an einem der Touri-Laufwege. Hier wird frischer Fisch direkt im Restaurant gegrillt oder frittiert, der quirlige, sehr freundliche Service bringt große Portionen, die auf den wackeligen und schmalen Tischen drinnen und draußen kaum Platz finden – einfach nur gut für alle, die Fisch und Meeresfrüchte mögen! Und drittens der Tipp für alle Gourmets, die mal kein Bifteki, Mousaka und Co. essen wollen: Das Degustations-Menü des Michelin-empfohlenen Restaurants Merceri im Stadtteil Thiseio ist köstlich und jeden Cent wert.
Zuguterletzt noch ein paar Worte zu einem weiteren Altstadtviertel, Anafiotika. In zahlreichen Blogs haben ich Sätze gelesen wie „Wem das Treiben in der Plaka zu bunt und touristisch ist, kann einen Abstecher in das benachbarte Viertel Anafiotika machen. Hier geht es noch etwas ruhiger zu, seine weißen Häuser erinnern an die Kykladen.“ Na ja, sage ich da nur, schraubt eure Erwartungen nicht zu hoch. Das Viertel liegt unmittelbar neben der Plaka im Nordosten der Akropolis, vom „Turm der Winde“ aus immer weiter den Hügel hinauf. Dann landet ihr erst einmal in einer der touristischsten Fressmeilen von ganz Athen, den Mnisikleous Stairs. Von wegen Ruhe und Beschaulichkeit. Etwas weiter oben folgt ein tatsächlich ruhigeres, eher dörflich wirkendes Viertel, dessen arme Bewohner sichtlich genervt von den Werbesätzen diverser Blogs und Instagram-Posts sind, was einige Schilder verdeutlichen. Zur „Abschreckung“ haben sie an einigen Stellen gefährlich aussehnde Murals platziert…
Exarchia: alternativ, anarchistisch, avantgardistisch
Das Stichwort Street Art oder Murals führt uns in ein weiteres Athener Viertel, nach Exarchia. Alternativ, anarchistisch, avantgardistisch – mit diesen Schlagworten lässt sich dieses Viertel östlich des Omonia-Platzes geschreiben. Uns empfängt als erstes die „Beschützerin“, eine moderne Interpretation von Athene. Es folgen danach mehrheitlich politische Botschaften, aber auch Popkultur, Lustiges und Cineastisches, alles umweht von einer oftmals leicht süßlichen Note, die aus den zahlreichen Bars, Cafés, Platten- und Vintage-Läden strömt. Unbedingt durch die Straßen treiben lassen (dann kriegt ihr gratis was davon ab)!
Syntagma Platz, Parlament und Wachablösung
Ganz anders die Stimmung an einem der touristischen Highlights der Stadt, das sich kaum ein Besucher entgehen lässt: die Wachablösung vor dem Parlamentsgebäude am Syntagma-Platz. An diesem Platz der Verfassung halten am Grab des Unbekannten Soldaten die Evzonen, eine Elitetruppe, in historischen Uniformen Wache und lösen sich täglich zu jeder vollen Stunde mit einem bestimmten Zeremoniell ab. Sonntags um 11 Uhr findet die größte Wachablösung statt, bei der auch neue Kränze abgelegt werden.
Am Syntagma-Platz beginnt auch die Ermou – eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt mit einer bunten Mischung aus internationalen und lokalen Brands, wo unsere Mädels noch ein bisschen shoppen. Wer Souvenirs sucht, ist in der Plaka besser aufgehoben. Soll es ein kulinarisches Mitbringsel sein, so ist auch der täglich außer sonntags geöffnete Athener Zentralmarkt eine gute Adresse. Praktisch, der liegt genau vor unserem empfehlenswerten Hotel, dem Fresh-Hotel (samt Rooftop-Bar und Pool auf dem Dach). Bevor wir Abschied nehmen von Athen, lassen wir uns noch ein zünftiges und günstiges Meze-Essen direkt am Zentralmarkt bei meze21 (Sofokleus Nr. 21) schmecken und sind uns einig: Athen, wir kommen wieder!

































































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