Feinsandig, familienfreundlich, facettenreich: die Ostseestrände Schleswig-Holsteins

Letztes Jahr waren wir in St. Peter-Ording an der Nordseeküste, dieses Jahr sollte es die Ostseeküste Schleswig-Holsteins sein. Während es an der Nordsee am Festland nur St. Peter-Ording als wirklich tollen Sandstrand gibt, zeigt schon ein Blick auf die Satellitenbilder von Google Maps, dass es an der Ostsee-Seite zahlreiche Sandstrände gibt. Im Vorfeld hatten diverse Medien immer wieder vor überfüllten und coronabedingt geschlossenen Ostsee-Stränden gewarnt, auch von „Strand-Apps“ (in Scharbeutz, letztendlich wurde eine „Ampel“ daraus) mit Zugangsbeschränkungen war die Rede. Trotz – oder gerade wegen dieser Warnungen, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es an der gesamten Küste keinen Strand gibt, den wir besuchen können – haben wir uns mehrere Strände angeschaut.

Der von unserem Hotelstandort in Plön nächstgelegene Strand ist der von Hohwacht. Die Küste an diesem ehemaligen Fischerort (heute noch finden sich vereinzelt kleine Reetdachhäuschen) weißt gleich mehrere Besonderheiten auf. Die erste: Hohwacht hat nicht nur einen Strand, sondern auch eine „Steilküste„. Wer diese anschauen will, fährt entlang der Straße „An der Steilküste“ bis er auf Parkplätze und eine kleine Aussichtsterrasse (Hohwachter Ausguck) trifft. Versprecht euch aber nicht zu viel von dieser „Steilküste“, viel sehenswerter ist der eigentliche Strand.

Auch dieser Strand hat gleich mehrere Besonderheiten. Sein „Markenzeichen“ ist die „Flunder“ genannte Seebrücke, von der aus man einen wunderbaren Blick über den Strand (und auf die nicht sehr imposante „Steilküste“) hat. Eine weitere Besonderheit sind seine historischen Badehütten, kleine bunte Häuschen am Strand, die wohl deutschlandweit einmalig sind (uns erinnern sie eher an bunte Gartenhäuschen). Ansonsten ist die übliche Infrastruktur vorhanden (Strandkorbvermietung, Umkleiden/WCs, Eisstand, DLRG-Turm), auch verschiedene Aktivitäten (Bernsteinschleifen, Geologische Strandwanderung) werden trotz Corona angeboten. Und wie ihr auf den Fotos seht, ist es alles andere als voll – wobei ich dazu sagen muss, dass wir unter der Woche hier waren. Wir finden, hier kann man es aushalten, mieten spontan einen Strandkorb und springen in die ziemlich frischen Ostseefluten!

Nach Hohwacht ist unser nächstbesuchter der Schönberger Strand. Wobei man hier nicht von einem, sondern von zahlreichen Stränden sprechen muss. Und einige tragen außergewöhnliche Namen: Kalifornien und Brasilien!

Wir begeben uns aber zum „Hauptstrand“ bei der ebenfalls hübschen Seebrücke. Auch hier gibt es am Ortseingang einen großen (gebührenpflichtigen) Parkplatz und am Strand die übliche Infrastruktur. Im Unterschied zu Hohwacht ist der Dünengürtel hier breiter und die Häuser sind weiter vom Strand entfernt. Auf dem Deich kann man prima spazieren gehen oder Rad fahren und das ein oder andere hübsche Häuschen entdecken. Wir holen uns beim Bäcker an der Promenade ein zweites Frühstück, setzen uns eine Weile in den feinen weißen Sand, schauen den Surfern zu und unsere Kleine stürzt sich wieder ins Wasser. Randbemerkung auch hier: Alles andere als ein überfüllter Strand, selbst wenn er dies wäre, gäbe es jenseits der „Strandkorbzone“ genügend Platz zum Ausbreiten.

Nach diesem Stranderlebnis machen wir noch einen Abstecher zur Straußenfarm Ostseeblick in Hohenfelde. Auf der Herweg hatten wir das Hinweisschild passiert und nachdem wir keine Strauße in Südafrika sehen können, besuchen wir sie wenigstens an der Ostsee. Auf der Farm leben weit über 100 Strauße unterschiedlichen Alters. Ein kleiner Eintrittspreis ist zu entrichten und schon kann man die Ställe und Auslaufflächen besichtigen, erhält allerlei Informationen und kann die Küken (und wer sich traut auch die Großen) sogar mit vor Ort erhältlichem Futter beglücken. Wer am Ende hungrig ist, kann im hauseigenen Restaurant diverse Straußenprodukte probieren – die Kinder sind mäßig begeistert von diesem Vorschlag, weil sie ja gerade die süßen Strauße gefüttert haben…

Nach unseren zwei ersten positiven Stranderlebnissen steuern wir neugierdehalber noch weitere Strände an. Am berühmt-berüchtigten weil angeblich dauerüberfüllten Strand von Scharbeutz bekommen wir (unter der Woche) problemlos einen Parkplatz am einen Ende des Örtchens. Dieses ist übrigens von einer Ringstraße „umschlossen“, die sich super abriegeln lässt (das wird an den Wochenenden wohl auch getan), genau wie die (Anlieger-)Straße ins benachbarte Haffkrug. Die Parkgebühren sind hier höher, die Strandkorbmiete einiges teurer, die Infrastruktur allerdings „mondäner“ und vielseitiger. Der feine Sand und das Meer sind genau derselbe, deshalb lautet unser Fazit: Uns „reicht“ Hohwacht oder Schönberg. Würden wir direkt am Strand wohnen und etwas Unterhaltung „im Hinterland“ haben wollen, dann würden wir uns für das ebenfalls etwas „modernere“ Heiligenhafen gegenüber von Fehmarn entscheiden. Vielleicht weil es weiter von den Großräumen Lübeck/Hamburg entfernt ist als der Timmendorfer Strand und Scharbeutz, hat es Heiligenhafen noch nicht wegen Überfüllung in die (süddeutschen) Medien geschafft (zumindest habe ich es dort noch nicht gesehen).

Auch nach Fehmarn machen wir bei dieser Gelegenheit einen kurzen Abstecher, nicht zuletzt um einmal die berühmte Fehmarnsundbrücke mit ihrem Netzwerkbogen zu befahren. Hübsch anzuschauen ist sie in der Tat, erst recht mit den vielen Seglern auf der Meerenge!

Einen richtigen Schreck kriegen wir, als wir den Hauptbadeort der Insel, Burgtiefe-Südstrand, erreichen. Der Strand an sich ist schön, aber die drei Hochhäuser des IFA Ferienzentrums sind schon eine ganz besondere Scheußlichkeit in dieser prominenten Lage, aber auch die Apartments am Ende der Landzunge (rund um den Dünenweg, Strandhaferweg, Stranddistelweg) sind kleine Bausünden aus vergangenen Zeiten. Hier würden wir uns definitiv nicht wohl fühlen, schöner Strand hin oder her (aber es gibt ja noch viel mehr Strände auf Fehmarn). Einen Abstecher lohnen hingegen der Hafen von Burgstaaken mit seinem U-Boot und diversen Restaurants sowie der lebhafte Inselhauptort Burg.

Als Fazit unserer „Strandsternfahrten“ bleibt festzuhalten: Unter der Woche hatten wir keinerlei Überfüllungsprobleme, egal an welchem Strand. Am Wochenende, vor allem bei über 30 Grad, mag dies anders sein. Nichtsdestotrotz bin ich immer noch der Meinung, an irgendeinem Ort findet man auch dann ein Plätzchen, sofern man bereit ist, ein Stückchen zu laufen.

Alle von uns besuchten Strände sind sehr familienfreundlich (feinsandig, sauber, flache Ufer) und mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet (Parkplätze, Umkleiden, WCs, Imbisse, Strandkörbe etc). Wer es lebhafter mag, geht eher nach Scharbeutz/Haffkrug, Heiligenhafen oder Grömitz, ruhiger geht es in Schönberg oder Hohwacht zu. Es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer Strände – sucht euch selbst euren Lieblingsstrand aus, ihr werdet bestimmt ein Plätzchen finden!

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