Nordsee-Inselhopping: Helgoland und Sylt

Von unserem Urlaubs-Wohnort St. Peter-Ording (siehe auch Sommerurlaub in St. Peter-Ording – bei jedem Wetter schön und Halbinsel Eiderstedt: Ausflugsziele für jeden Geschmack) lassen sich gut auch Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln machen. Wir entschieden uns dazu, Tagestouren nach Helgoland und nach Sylt zu unternehmen.

Sylt

Da sind wir so viel gereist in der Welt – auf Sylt war tatsächlich noch keiner von uns. Das war also an der Zeit, einer der im wahrsten Sinne „prominentesten“ Urlaubsinsel Deutschlands wenigstens einen kurzen Schnupper-Besuch abzustatten!

Unter den verschiedenen Möglichkeiten, die Insel zu erreichen, gefiel uns der Seeweg am besten. Also starteten wir um 9:30 Uhr ab dem Hafen Strucklahnungshörn (Nordstrand) mit der MS Adler Express. Der Adler Express fährt vorbei an Hallig Hooge (er hält hier auch), Hallig Langeness und Amrum (auch hier gibt es einen kurzen Stop). Man sieht also, neben Fischerbooten, die beeindruckende Inselwelt mit den Warften der Halligen und den tollen Strand von Amrum aus nächster Nähe, genau wie die Seehundbänke vor Amrum – unterwegs wird es also nicht langweilig!

Etwa zweieinhalb Stunden später erreichen wir Hörnum an der Südspitze von Sylt. Hier am Hafen gibt es mehrere Imbiss-Stände, wir genehmigen uns erst einmal Sylter Muscheln und machen uns dann auf die Suche nach „Willi„. Es soll hier nämlich eine hafentreue Kegelrobbe geben, eigentlich ein Weibchen und daher besser Wilhelmine. Und tatsächlich, Willi zeigt sich und bettelt natürlich um Fisch, den es ebenfalls hier zu kaufen gibt. Ein lustiges Erlebnis!

Anschließend nehmen wir am hübschen Strand von Hörnum ein Sandfußbad, natürlich gibt es auch hier Strandkörben und einen Leuchtturm im Hintergrund. Hätten wir Badesachen dabei, hier könnte man durchaus schön plantschen gehen!

Doch da wir ja einen Eindruck von der Insel gewinnen wollen, nehmen wir den Linienbus nach Westerland, um von dort aus an einer Inselrundfahrt teilzunehmen. Diese führt uns einmal rund um das Eiland, mit einem Stop im Hafen von List – „Gosch-Town“ (der bekannte Sylter Gastronom ist gut vertreten hier). Wir sehen dabei so unterschiedliche Dinge wie Westerlands Bausünden, Kampens reedgedeckte Villen mit ihren typischen Steinmäuerchen, die Wanderdünen von List, die „Sylter Seekühe“ im Watt (einst Bombenübungsziele für Flugzeuge), die schöne Heidelandschaft auf der ganzen Insel sowie den fahrerlosen E-Bus, der derzeit in Keitum getestet wird.  All das wird von unserem dänischen Busfahrer mit lustigen und interessanten Anekdoten rund um die Insel gespickt, die Zeit vergeht wie im Flug. Natürlich „kennen“ wir Sylt jetzt nicht, aber wir haben einen super Eindruck gewonnen. Falls wir wieder einmal her kommen, wissen wir, wo wir wohnen würden – und wo nicht.

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Helgoland

Vor mehr als 30 Jahren habe ich Helgoland während eines Schullandheim-Aufenthalts in Nordenham besucht. An viel erinnere ich mich nicht mehr, nur noch an eine lange und ziemlich stürmische Überfahrt und recht schlechtes Wetter, wir konnten vor lauter Nebel kaum die „Lange Anna“ sehen. Konnte also dieses Mal fast nur besser werden!

Und in der Tat, das wurde es. Nach einer 40-minütigen Autofahrt nach Büsum legt die „MS Funny Girl“ der Reederei Cassen Eils pünktlich um 9:15 Uhr vom „Helgolandkai“ aus ab. Da wir hier über „offenes Meer“ fahren und nichts zu gucken haben, haben wir eine kulinarische Tagesfahrt gebucht. Das sicherte uns nicht nur einen festen Sitzplatz mit Tisch, sondern auf der Hinfahrt ein Frühstück und auf der Rückfahrt je nach gebuchtem Angebot Kuchen, Labskaus oder Matjes.

Schon zur Abfahrt werden Tüten für einen bestimmten Zweck verteilt, das macht uns leicht stutzig. War es doch keine so gute Idee, das Ganze mit Essen zu buchen? In der Tat ist die See nicht ganz ruhig und es wird vor allem den Kindern leicht übel (später werden wir in Helgolands Apotheke Reisetabletten kaufen), aber im Gegensatz zu anderen Gästen behalten sie ihr Essen wenigstens bei sich.

Nach 2,5 Stunden Überfahrt erreichen wir die Insel und haben noch ein kleines Abenteuer vor uns: Ausbooten. Das heißt, wir werden vom großen in kleine Schiffe umgeladen und an Land gefahren. Es herrscht wie gesagt ein gewisser Wellengang, aber wie machen die das wohl bei richtig stürmischer See? Die Kinder sind auf jeden Fall sehr froh, als sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Natürlich wollen wir als erstes zur „Langen Anna“ am anderen Ende, im Nordwesten der Insel. Wir lassen die vielen Shops also zunächst links liegen und machen uns auf den Weg vom Unterland ins Oberland, zu erreichen über eine Treppe (es gibt aber auch einen Fahrstuhl). Nachdem wir weitere Geschäfte im Oberland passiert haben, gelangen wir schließlich an den Rundweg, der zur Langen Anna führt. Und das ist ein herrlicher Spaziergang über das grüne Oberland, vorbei am Leuchtturm, entlang der roten Klippen und ab und zu kommt sogar die Sonne durch! Wir sehen von hier aus auch gut die „Düne“, die kleine Schwesterinsel mit ihrem Badestrand. Entlang des Wegs informieren uns zahlreiche Hinweistafeln über Flora, Fauna und  vor allem die Geschichte, wir sehen unter anderem einen Bombentrichter aus dem 2. Weltkrieg.

Schon von weitem sieht man die Lange Anna, das bekannteste Wahrzeichen Helgolands, eine 47 Meter hohe Felsnadel aus Buntsandstein. Sie kann zwar nicht betreten werden, aber man hat von mehreren Aussichtspunkten aus einen hervorragenden Blick auf den Felsen. Jedes Jahr zur „Sturmflutzeit“ bangt die ganze Insel und fragt sich, wie lange sie noch steht – bisher hält sie allen Unwettern stand.

Und rings um die Lange Anna brüten auf den Klippen zahlreiche Seevögel, vor allem Möwen, Trottellummen (daher auch der Name Lummenfelsen) und Basstölpel. Unglaublich, wie nahe man an die Basstölpel herankommt, sie haben kaum eine Fluchtdistanz! Direkt vor uns brüten sie mit ihren Jungen. Wir beobachten sie eine ganze Weile, wie sie ihre Jungen füttern, sich putzen, schnäbeln und ihre Flugkünste zeigen.

Schließlich geht es zurück ins Dorf und wir kaufen doch tatsächlich noch etwas ein. Zollfrei – das ist einfach zu verlockend, Parfüm, Kosmetika und Alkohol sind den Auslagen nach zu urteilen die begehrtesten Güter der Gäste (und wirklich günstiger). Anschließend laufen wir noch ein bisschen durch den Ort zu den hübschen Hummerbuden, ehemals Schuppen der Fischer. Die bunten Holzhäuser stehen unter Denkmalschutz und beherbergen heute u.a. Kneipen, Souvenirshops und Galerien. Mit einer angenehm ruhigen Überfahrt geht unser Tagesausflug zu Ende, den Kindern und uns hat die Helgolandfahrt richtig gut gefallen!

3 Kommentare zu „Nordsee-Inselhopping: Helgoland und Sylt

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  1. Helgoland ist einfach nur toll – ganz sicher die ungewöhnlichste und etwas andere deutsche Nordseeinsel. Richtig schön wirds aber erst mit Übernachtung, denn dann hat man auch die Zeit für die Düne mit ihren Robben. Das Helgoland, dann, wenn die Tagesausflügler wieder weg sind, noch einmal ganz anders wirkt, ist selbstrendend :-).

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  2. Berichtenswert ist auch, dass Helogland vormals eine Britische Kronkolonie war zwischen 1807–1890 – der Literatur folgend wurde
    In der britischen Zeit die Insel zum führenden Seebad und „Sehnsuchtsort“ der Deutschen.

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