Barcelona – atmosphärisch, lebhaft, weltoffen

Barcelona – Such a beautiful horizon
Barcelona – Like a jewel in the sun
Por ti seré gaviota de tu bella mar
Barcelona – Suenan las campanas
Barcelona – Abre tus puertas al mundo
If God is willing
If God is willing
If God is willing
Friends until the end
Viva – Barcelona

So singen Freddie Mercury  und die katalanische Opernsängerin Montserrat Caballé in ihrer Hymne zur Olympiade 1992 über die wunderschöne und weltoffene Stadt am Mittelmeer. Und auch uns hat die Stadt verzaubert!

Dabei haben zunächst eher pragmatische Gründe dazu geführt, dass wir Barcelona als Ziel für einen Kurztrip in den Herbstferien wählten. Ich war als Jugendliche mal hier, hatte aber kaum mehr Erinnerungen, mein Mann kannte die Stadt nur von Geschäftsreisen, also „war es mal Zeit“, sich Barcelona „richtig“ anzuschauen. Die Stadt ist per Flugzeug von Frankfurt aus mehrmals täglich und damit gut (bei früher Buchung auch günstig) erreichbar, Unterkünfte sind in allen Preisklassen vorhanden, die spanische Küche schmeckt uns und im Oktober hat man meist noch Glück mit dem Wetter. Unsere Große war außerdem der Meinung, hier ihr Spanisch testen zu können. Doch je mehr ich mich im Vorfeld mit Barcelona beschäftigt habe, umso mehr kam das Gefühl auf, dass Barcelona nicht nur „rational“ eine gute Entscheidung war, sondern mich auch emotional in ihren Bann ziehen könnte.

Sant Antoni: hübsches Wohnviertel mit wenig Touristen

Als Unterkunft haben wir ein Apartment im Sant Antoni-Viertel gebucht, in der Carrer Parlament. Die Wahl erwies sich als hervorragend: Das Sant Antoni-Viertel ist ein reizender Stadtteil rund um den Mercat Sant Antoni, einem der vielen überdachten historischen Markthallen von Barcelona (am bekanntesten ist der Mercat de la Boqueria neben den Rambles). Das ehemalige Arbeiterviertel mit einer Bebauung größtenteils aus dem frühen 20. Jahrhundert wird heute im Wesentlichen bewohnt von  (Mittelstands-)Familien und Studenten, die Straßen sind oftmals verkehrsberuhigt (viele Kreuzungen wurden mit Blumenkübeln und Sitzgelegenheiten in Spiel- und Begegnungsflächen umgewandelt), zahlreiche Cafés, Restaurants und kleine Läden (die von Einheimischen besucht werden) laden zum Verweilen, Genießen und Shoppen ein. Das Viertel ist lebhaft genug, um interessant zu sein,  dabei relativ ruhig, da fernab der Touristenströme und außerdem sehr zentral gelegen (es lassen sich beispielsweise die Rambles und der Palau Nacional mit der Font Màgica fußläufig erreichen) und mit zwei Metrolinien erschlossen – für uns die perfekte Wahl!

El Raval: Multikulti-Altstadtviertel

Das Sant Antoni-Viertel hebt sich deutlich von den benachbarten Vierteln ab. Das noble „L’Eixample„, das etwa zur gleichen Zeit entstanden ist, ist der Stadtteil des Modernisme mit seinen Prachtbauten, edlen Geschäften und Büros. Deutlich auch der Unterschied zum ebenfalls benachbarten „El Raval„, einem Altstadtviertel mit enger Bebauung und einem hohen Anteil an Immigranten. Zwar hat sich die Lebensqualität einiger Bereiche des ehemaligen „Armenviertels“ im Zuge von Olympia 1992 verbessert (mancherorts wird sogar gentrifiziert), aber in den engen Gassen in der Nähe des alten Hafens hat das Viertel noch seinen durchaus – eigenen – Charme, wie wir (etwas unfreiwillig) gleich zu Beginn unseres Aufenthalts erfahren haben.

Rooftop-Bar 360º

img-20191002-wa00178508517711539950402.jpgDa ich eine Stadt immer gerne als erstes „von oben“ anschaue, beschlossen wir, nach unserer Ankunft die Rooftop-Bar „360º“ des Hotels „Barceló Raval“ aufzusuchen. Das Hotel liegt inmitten des Raval, an der Rambla de Raval, nicht zu verwechseln mit den berühmten Rambles, aber ebenfalls eine „Flaniermeile“, mit der dicken Katzenskulptur „El Gato de Botero“ als Wahrzeichen. Wir mussten also einmal quer durch die Altstadt, was um diese Tageszeit noch ok war. „Multikulti“ ist hier Programm, eine Shisha-Bar neben Second Hand Läden, ein Halal-Metzger neben einem indischem Kleidergeschäft.

Das Barceló Raval steht dann wieder im krassen Gegensatz zum Altstadt-Multikulti-Charme, ein moderner Bau mit trendig-moderner Rooftop-Bar samt kleinem „Pool“ und vor allem einer fantastischen 360-Grad-Rundumsicht über Barcelona. Der Blick reicht über den nahen MontjuÏc, das Meer, die Altstadt mit Kathedrale bis zur Sagrada Familia und dem Tibidabo in der Ferne (die Sehenswürdigkeiten sind sogar ausgeschildert). Viele kommen auch einfach nur zum Fotografieren nach oben (ganz einfach den Aufzug nehmen), aber wir haben uns auch einen Barcelona-Begrüßungscocktail gegönnt und damit die Aussicht noch mehr genossen, bis die Sonne untergegangen war. Ein herrlicher Auftakt für unsere Städtereise!

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Zurück in den Raval-Gassen wollten wir noch ein Stück in Richtung Mercat de la Boqueria flanieren, aber das war nicht gerade die beste Idee. Ich habe den Reiseführern ehrlich gesagt nicht so richtig geglaubt, aber tatsächlich sind die engen Gässchen des nächtlichen Raval nicht unbedingt zum Spazierengehen geeignet – gerade auch mit Kindern. Die Königinnen der Nacht, die hier auf Kundschaft warten, zwielichtige Gestalten, die was auch immer verkaufen und das entsprechende Publikum haben uns schnell wieder auf die „Hauptstraßen“ flüchten lassen. Die Kinder waren leicht schockiert (und haben das mit den Frauen vermutlich nicht einmal verstanden) und wünschten sich schnell wieder in „unser“ Viertel zurück – so gut ihnen auch die Rooftop Bar gefallen hat.

Zurück im Sant Antoni Viertel haben wir natürlich eine der zahlreichen kleinen Restaurants ausprobiert. Und dieses hier können wir wärmstens empfehlen: La Coqueta (Tamarit 101) ist ein zauberhaftes Tapas-Restaurant mit einer festen Speisekarte, aber auch mehreren Tagesgerichten, alles sehr lecker und mit einem extrem freundlichen Service.

Font Màgica

Wer noch einen atmosphärischen Abschluss seines Barcelona-Tages – gerade auch mit Kindern – sucht, dem sei die „Font Màgica“ unweit des Palau Nacional am Fuß des MontjuÏc empfohlen. Je nach Jahreszeit finden an diesem „magischen Brunnen“ abends mit Musik und farblich untermalt Wasserfontänenspiele statt. Seid rechtzeitig da, um euch die besten Plätze zu sichern, Unterhaltung durch „Artisten“ ist auch in der Wartezeit geboten. Die Musik wechselt, unser Auftakt bildeten passenderweise Freddie Mercury und Montserrat Caballé – Gänsehaut garantiert!

 

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