Meine „Gänsehaut-Orte“

Immer mal wieder überkommt mich bei meinen Reisen ein wohliger Schauer, wenn ich etwas besonders Schönes sehe oder erlebe. Ich halte inne, atme tief ein, versuche den Moment ganz intensiv mit allen Sinnen zu erleben und in mir zu speichern für die weniger schönen Zeiten. Ich bin mittlerweile ganz gut darin geworden, diese Erlebnisse dann abzurufen, wenn es gerade mal nicht so läuft – und schon geht es mir besser!

Diese Orte nenne ich meine „Gänsehaut-Orte“. Es gibt eine ganze Menge davon, ein paar möchte ich euch heute vorstellen.

Stromboli: Lavafontänen bei Nacht

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMein erster mir bewusster Gänsehaut-Ort ist der Stromboli in Italien. Mit 17 Jahren bin ich zu dieser liparischen Insel gereist, mein Hauptziel war natürlich die Besteigung des Vulkans. Damals, vor 30 Jahren, durfte man den etwas über 900 Meter hohen Berg noch ohne Führer besteigen, was ich mit meinem damaligen Freund auch eines Abends tat. Schon bei Tageslicht sieht man, was den Vulkan so besonders macht: Er ist – weltweit einzigartig – ständig (minütlich bis stündlich) aktiv und man kann das Spektakel aus nächster Nähe sehen. Schon bei Tag sieht man die Aschewolke über dem Vulkan, bei Nacht ist das Erlebnis, vom Kraterrand aus betrachtet, unglaublich faszinierend.

Italien Stromboli Ausbruch bei NachtNach einem recht anstrengenden Aufstieg, bei dem es unter den Füßen ständig grummelt, die Luft immer schwefeliger riecht und man die Lava-Brocken die „Sciara del Fuoco“ (hier verlief der „alte“ Weg) hinunterpoltern hört und sieht, warteten wir am Kraterrand auf den Einbruch der Nacht, damit die Lavafontänen noch imposanter sind – und das sind sie in der Tat! Leider hatte ich damals noch keine besonders gute Kamera, aber in meinem Gedächtnis sind die Bilder fest eingebrannt. Es ist einfach beeindruckend, so nah an den Urgewalten der Natur zu sitzen und diese zu bestaunen, wir sind die ganze Nacht oben geblieben!

Die erste Vaporettofahrt auf dem Canale Grande 

Venedig: Fahrt auf dem Canale Grande

Auch ein zweiter, gänzlich anderer, Gänsehaut-Ort liegt in Italien. Zum Beginn jedes Venedigaufenthalts muss ich eine Vaporetto-Fahrt auf dem Canale Grande machen. Sobald ich unter der Rialto-Brücke hindurch gefahren bin und die Villen, angestrahlt von der adriatischen Sonne, immer prachtvoller werden, wenn die Gondeln und Traghetti von rechts und links kreuzen und langsam die stolze Kuppel von Santa Maria della Salute auftaucht, dann geht mir jedes Mal das Herz auf.

Miradouro da Graça in Lissabon

Lissabon: Blick vom Miradouro da Graca

Ein ganz anderer Gänsehautort ist in Lissabon, meiner Lieblings-Hauptstadt in Europa, am Miradouro da Graça. Ich liebe es, am frühen Abend vor dem Essen einen Aperitif im kleinen Café vor der Igreja da Graça zu trinken, die Aussicht auf das Castelo, den Tejo, die Ponte 25 de Avril, die Baixa, das Bairro Alto und den Sonnenuntergang zu genießen. Neben Lissabon gehört übrigens auch Porto innerhalb Europas zu meinen absoluten Städtefavoriten!

One World Observatory in New York

New York: Aussicht vom One World ObservatoryAls Fan von Aussichtstürmen habe ich natürlich auch unter diesen einen Favoriten, und zwar in New York. Die ultimativste Aussicht überhaupt bietet für mich das One World Observatory (da kommt auch der viel höhere Burj Khalifa nicht mit). Es ist nicht nur die atemberaubende Aussicht auf die Stadt, die River, die Freiheitsstatue, sondern auch die Inszenierung derselben (ohne Zweifel sind die Amerikaner – im Positiven wie im Negativen – Meister darin). Schon die Fahrt mit dem Aufzug ist eine Inszenierung, aber erst die Präsentation danach – lasst euch überraschen!

Sri Lankas Bergwelt vom 98 Acres aus

Sri Lanka 98 AcresZu meinen „Gänsehaut-Natur-Erlebnissen“ gehören natürlich auch die ganz bekannten, spektakulären Schauplätze. Ein Flug über den Grand Canyon ist atemberaubend, ein Blick auf den Ayers Rock, der sich majestätisch aus der umliegenden Wüste erhebt, gigantisch. Aber es sind auch kleine Dinge, die mein Herz aufgehen lassen: Ich könnte stundenlang auf der Terrasse der urigen und gleichzeitig stilvollen Bungalows des „98 Acres“ auf Sri Lanka sitzen und in die Bergwelt um Ella und die Teeplantagen schauen – das wirkt ungemein beruhigend und gleichzeitig anregend auf mich.

Fushimi Inari Taisha in Japan

Japan: Fushimi Inari-Taisha bei KyotoUnd nicht zuletzt darf auch ein spiritueller Ort nicht fehlen. Hier hat mich der Fushimi Inari Taisha, ein Shinto-Schrein bei Kyoto in Japan, völlig in seinen Bann gezogen. Mehrere tausend ziegelroter Toriis winden sich hier etwa vier Kilometer lang in Alleen die Hügel hinauf zum Allerheiligsten und wieder hinunter, überall am Wegesrand gibt es kleine Schreine, weitere Toriis in allen Größen und Fuchsstatuen, Botentier der Gottheit. Während im unteren Teil viel los ist, kann man weiter oben diese zauberhafte Anlage in Ruhe genießen. Es hat für mich etwas meditatives, den Weg durch diese Tore in Gedanken abzuschreiten!

Ich könnte noch viele weitere Orte aufzählen, die mir „Gänsehaut“ verursachen. Doch jetzt seid ihr dran: Wo geht euch das Herz auf? Freue mich über eure Kommentare!

 

 

3 Kommentare zu „Meine „Gänsehaut-Orte“

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  1. ich war als Kind mal in Stromboli und werde es nicht vergessen. Wo sieht man schon schwarzen Sand! Und einen echten Vulkan nachts Feuer spucken. Auch die kleinen Geckos dort, manche sahen aus wie Mini-Krokodile fand ich super, sie krochen an den Häuserwänden herum. Ja Stromboli ist wirklich ein Ort den man nie wieder vergisst. Genieß eine Sommergranita:) lg Julia

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