Letzte Station: Porto

Das letzte Ziel unseres diesjährigen Urlaubs ist Porto, die zweitgrößte Stadt des Landes. Wieder geht es ein Stück flussabwärts, den Douro entlang in Richtung Atlantik. An dessen Mündung ins Meer liegt die Stadt, Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2001 und seit 1996 mit ihrer Altstadt Ribeira am Douro-Ufer UNESCO Weltkulturerbe.

Wir steuern als erstes unsere Unterkunft an. Sie liegt direkt an der Ponte D. Luis I, auf dem Vila Nova de Gaia-Ufer, gegenüber von Porto. Der Weg führt über eine kleine steile Straße nach unten und wird immer enger, wo wir hier wohl landen? Doch wir finden die Oh! Porto Apartments und werden sehr freundlich empfangen. Der Blick aus unserem Apartment „Freixo“ im 2. Stock ist ein Traum – das Foto zeigt ihn bei Nacht. Vom Elternbett aus blicken wir direkt auf die berühmte Brücke und über den Fluss auf die Altstadt von Porto, Ribeira, und die Kathedrale, Sé. Um uns fliegen die Möwen, direkt vor dem Fenster ziehen sie ihre Jungen groß. Frühstück bekommen wir am nächsten Morgen übrigens auch, im Picknickkorb aufs Zimmer geliefert. Oh! Porto – klare Empfehlung!

Portugal OhPorto Blick aus dem Fenster

Rundgang durch Porto

Portugal Porto Street Food Jardim do MorroAusgestattet mit einer Karte, wo unsere Gastgeberin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Restauranttipps eingetragen hat, ziehen wir los. Zunächst den Hügel hinauf, um die Ponte Luis auf der „oberen Ebene“, wo die Metro fährt, zu überqueren. Oben, an der Haltestelle Jardim do Morro, empfängt uns eine Street-Food-Meile und wir überlegen kurz, etwas zu essen, laufen dann aber weiter über die Brücke. Und welch einen herrlichen Ausblick man von hier oben hat!

Portugal Porto bewachsene Häuser und GärtenWir schlendern weiter über die Brücke und sehen direkt daneben und unterhalb der Kathedrale viele verfallene und überwucherte Gebäude – in dieser zentralen Lage. Dies werden wir noch öfter beim Gang durch die Stadt feststellen. Obwohl sich seit des letzten Besuchs meines Mannes und mir 2004 einiges getan hat, viele Straßen wurden verkehrsberuhigt, viele Viertel saniert, gibt es dennoch immer wieder Ruinen.

Dann passieren wir die Kathedrale Sé. Zunächst eine romanische Wehrkirche, später wurde ein gotischer Kreuzgang angebaut und im 18. Jahrhundert hat der italienische Baumeister Nicolau Nasoni barocke Elemente hinzugefügt – Stilmix pur. Weiter geht es über den Bahnhof  Sao Bento, berühmt durch seine 20.000 Kacheln (Azulejos), die die Bahnhofshalle schmücken.

Portugal Porto FrancesinhaAnschließend geht es zu unserer Mittagessen-Empfehlung, dem Lado B in der Rua de Pasos Manuel, hier befinden sich, um das Konzerthaus Coliseu do Porto, zahlreiche Restaurants und Cafés. Lado B ist bekannt für seine Francesinhas, die es überall in der Stadt gibt, hier aber mit am besten sein sollen. Fancesinhas stammen aus Porto, sind heiße, mit Käse überbackene und einer würzigen Sauce übergossene Sandwiches, in dessen Inneren sich Fleisch und Schinken befinden. Das Ganze ist reichlich sättigend, schmeckt aber lecker und ist, zusammen mit einer Maracuja-Limonade, genau das richtige für ein (schnelles) Mittagessen.

Als nächstes laufen wir durch die lebhafte Fußgängerzone und Einkaufsstraße Rua de Santa Catarina, vorbei am Jugendstilcafé Majestic, bis zur Azulejos-Kirche Capela das Almas. Der berühmte Mercado do Bolhao, ebenfalls in unmittelbarer Nähe, hat leider wegen Renovierung gerade geschlossen.

Dann passieren wir das Rathaus der Stadt, Pacos do Concelho, und die Prachtstraße Avenida dos Aliados. Von hier aus ist es ein Katzensprung zum Ausgeh-Viertel in der Rua de Candido dos Reis und deren Parallelstraßen, mit vielen Restaurants und (Szene-)Kneipen. Wir laufen weiter zur Igreja e Torre dos Clérigos. Der Turm ist ein guter Orientierungspunkt, als solcher diente er einst auch den Seefahrern und man sieht ihn fast von allen Stellen der City. Auch er ist ein barockes Bauwerk, erschaffen von Nicolau Nasoni, der hier auch begraben ist. Und immer wieder hat das Auge etwas zu entdecken: schöne Häuserfassaden, kleine Kirchlein, teils umgewidmet als Shops oder Cafés, die historische Tram. Porto ist ein Paradies für „Lustwandler“ und Fotografen!

Lustig anzuschauen ist auch die viele Street-Art, in Porto tummeln sich wohl eine Vielzahl sogar weltweit bekannter Künstler. So sind in der Rua das Flores alle Stromkästen verziert, in anderen Straßen die Mauern oder Telefonzellen.

Weiter geht es den Hügel hinab in das Zentrum der Altstadt, die malerische Hafengegend Ribeira. Über Jahrhunderte war hier das Handels- und Marktzentrum, heute sind hier vor allem Restaurants und Straßenhändler, Bootsanleger und „Anwerber“ für entsprechende Touren zu finden – und viele Touristen. Mächtig was los ist hier, aber die bunten, renovierten Häuser, der Ausblick auf die Brücke und das gegenüberliegende Ufer sind auch wirklich hübsch.

Zurück geht es auf der unteren Teil der Brücke, wo nicht nur die Autos fahren, sondern auch die Jugendlichen in den Douro springen und dafür ein bisschen Geld von den Zuschauern erwarten.

Vila Nova de Gaia

Nach einem Päuschen im Hotel geht es am späten Nachmittag entlang dem Douro-Ufer durch Vila Nova de Gaia. Außer von unserem Hotelzimmer und der Brücke hat man von hier aus sicherlich den schönsten Blick auf Porto. Direkt am Ufer liegen die historischen Portweinboote, mit denen früher die Fässer vom Alto Douro nach Vila Nova de Gaia transportiert wurden. Noch heute befinden sich hier auch die Kellereien der großen (Port-)Weinfirmen, Sandeman, Kopke, Ramos Pinto, Graham’s und wie sie alle heißen. Die Kellereien und/oder ein entsprechendes Museum und/oder eine Probierstube kann man in allen besuchen, manchmal kostenfrei, manchmal gegen Eintrittsgeld. Mit einer Seilbahn gelangt man hinauf fahren zum Kloster Serro do Pilar (neben der Metro-Station Jardim do Morro bzw. neben der oberen Ebene der Ponte D. Luis). Alternativ lässt sich auch der (kostenlose) Aufzug in die 8. Etage des Parkhauses D. Luis zu Beginn der Uferpromenade nutzen – und schon ist man fast oben (und landet direkt vor unserem Hotel) – so schließt sich unser Rundgang.

Doch zuvor wollen wir natürlich noch eine Kleinigkeit essen. Gerade mit Kinder bietet sich ein Besuch der Markthalle Mercado Beira Rio unmittelbar am Ufer bei den Anlegestellen der größeren Schiffe an. Hier gibt es an zahlreichen kleinen Essständen alles mögliche, was das Herz begehrt, zu essen und zu trinken. Jeder kann sich nach seinem Geschmack eindecken und alle essen gemeinsam in der Mitte der Halle an den bereitstehenden Tischen.

Mit einem wunderschönen Blick aus unserem Apartment auf die nächtliche Ribeira verabschieden wir uns von Porto und beenden unseren Portugal- und Spanien-Urlaub 2018. „Verliebt“ habe ich mich in die Städte Porto und Salamanca, ein nicht erwartetes Juwel waren auch die Islas Cies. Aber auch die traumhaften menschenleeren Atlantikstrände Nordportugals haben es uns angetan. Kurz gesagt: Der Urlaub war wunderschön, wir kommen ganz sicher wieder!

 

 

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