New York: hoch hinaus!

Ich mag es schon erwähnt haben: Hochhäuser und Aussichtstürme sind meine Leidenschaft. Nach Möglichkeit muss ich mir, wenn ich eine neue Stadt kennen lerne, immer zuerst einen Überblick von oben verschaffen. Nachdem ich vorab intensiv und quasi auch „von oben“ den Stadtplan studiert, ja fast „auswendig gelernt“ habe – meine zweite, etwas ungewöhnliche Leidenschaft – Geografin halt… Und welche Stadt bietet in Sachen Hochhäusern die besten Voraussetzungen: New York natürlich!

Mit Kindern nach New York reisen??? Nicht selten haben wir leicht irritierte Blicke geerntet, wenn wir von unseren Plänen erzählt haben. Ohne Kinder waren wir schon zweimal hier, kannten uns ein bisschen aus und hatten daher keinerlei Bedenken, mit unseren „stadterprobten“ Kindern auch New York zu wagen (siehe auch: New York mit Kindern?!).

Bedenken hatte ich allerdings, was das Thema „Türme“ in New York betrifft, denn unsere Große leidet an ziemlicher Höhenangst und hatte entsprechend wenig Lust auf derartige Erlebnisse. Aber da half alles Jammern nichts, nur das Versprechen, notfalls „innen“ hinter Glas bleiben zu dürfen, hat sie letztendlich überzeugt.

Empire State Building

Am nächsten bei unserem Apartment in Midtown lag das Empire State Building, dem wir als erstes einen Besuch abstatteten. 1930/31 im Art Deco-Stil erbaut, war das Hochhaus (bis zur Antennenspitze misst es 443 Meter) bis 1972 das höchste Gebäude der Welt. Seine „Verjüngung“ nach oben verdankt der Wolkenkratzer dem „Zoning Law“ aus dem Jahr 1916 – keine gerade Fassade durfte länger als 37,5 Meter sein, damit möglichst wenig Schatten auf den Nachbarn geworfen wird.

Die Aussichtsplattformen befinden sich im 86. und 102. Stock. Der 86. Stock wartet mit der höchsten Open-Air-Aussicht New Yorks auf, Kameraobjektive passen durch die Vergitterung. Der 102. Stock ist verglast (zusätzliche Kosten, fanden wir nicht notwendig). Wer den CityPASS besitzt, kann das Empire State Building (die 86. Etage) an einem Tag sowohl tagsüber als auch nachts besuchen. Das Gebäude ist besonders auch nachts ein echter Blickfang in der Skyline. Ist kein besonderer Tag, erstrahlt es weiß. Aber zu vielen Anlässen wird es in besonderen Farben beleuchtet: An nationalen Feiertagen erstrahlt der Turm rot-weiß-blau, an Weihnachten rot-grün, gelb zum weltweiten Emoji-Tag (ja, das gibt’s!) oder orange-weiß-grün am St. Patrick’s Day.

Top of the Rock

Etwas weiter „Uptown“ in Richtung Central Park (50th Street, 5/6 Ave) befindet sich das Rockefeller Center (im Winter mit der berühmten Riesentanne und Eisbahn davor). „Top of the Rock“ – die Aussichtsplattform oben auf dem Center, bietet für mich die schönste Aussicht über New York. Denn man sieht in der einen Richtung ganz Manhattan, mit dem Empire State Building im Vordergrund und in der Ferne das One World Observatory – eine tolle Blickachse. Dreht man sich um 180 Grad, hat man einen ebenso beeindruckenden Blick auf die „grüne Lunge“ Central Park mit ihren imposanten noblen Wohntürmen. Die höchste Aussichtsplattform liegt „nur“ im 70. Stock, aber dafür komplett im Freien mit einer 360-Grad-Rundumsicht – man kann also ohne störende Glasscheiben ungehindert fotografieren (meine Große hasst diese Aussichtsplattform am meisten :-). Top of the Rock ist übrigens auch im CityPASS enthalten.

Dachterrasse des Metropolitan Museum of Art

Eine weniger bekannte Aussichtsplattform bietet das Metropolitan Museum of Art am Rand des Central Parks. Von der Dachterrasse im 5. Stock des MET-Museum hat man eine tolle Sicht über die Bäume des Parks nach Midtown und die edlen Wohnhäuser der Upper West Side. Wenn ihr also das Museum besucht, unbedingt ganz nach oben fahren und Aussicht genießen (auch eine Bar ist hier vorhanden, geöffnet Mai bis Oktober).

New York Blick Central Park und Midtown vom MET

One World Observatory

Das ultimative Höhenhighlight bietet die Aussicht vom One World Observatory auf der Spitze des One World Trade Centers (auch 1WTC genannt). Das 1WTC  wurde zwischen 2006 und 2014 auf dem „Ground Zero“ erbaut. Mit knapp über 541 Metern ist es das höchste Gebäude der Stadt und das sechsthöchste der Welt. Es beherbergt hauptsächlich Büros, ab der 100. Etage befinden sich die komplett verglasten Aussichtsebenen.

Für das 1WTC hatten wir vorab über das Internet ein tag- und zeitgebundenes Standardticket reserviert (es gibt auch deutlich teurere Priority Zeittickets, hielten wir aber nicht für notwendig), mit dem wir recht schnell an der Schlange derer ohne Ticket vorbei kommen – wie üblich sind wir (auch aufgrund des Jetlags) früh auf den Beinen. Nach Sicherheitscheck, obligatorischen „Kauf-am-Ende-ein-Fotomontage-Bild-mit-Turm-und-uns“-Foto, einem netten Willkommensgruß jedes Besuchers nach dessen Herkunftsland (lasst euch überraschen) sowie einem Gang durch eine Ausstellung, geht es mit dem Aufzug nicht nur rasend schnell, sondern auch sehr unterhaltsam nach oben. Es soll nicht zu viel verraten werden, aber die virtuelle Fahrt durch New Yorks Geschichte war die spannendste Aufzugsfahrt meines Lebens und ließ sogar unsere Große ihre Höhenangst vergessen.

Oben angekommen geht es multimedial weiter mit einem ca. zweiminütigen Film über New York im „See Forever Theater„. Aber dann!!! öffnet sich auf einmal die Riesenjalousie und gibt erstmals den realen, atemberaubenden Ausblick auf die Stadt frei, ein wahrer „Gänsehaut-Moment“. Ja, das können sie, die Amerikaner, unterhalten und inszenieren!

Anschließend kann man sich nach Herzenslust und so lange man will auf den Aussichtsebenen (100, 101 und 102) bewegen und (sofern es die Glasscheiben zulassen) fotografieren (ein weiterer Grund früh zu kommen, sonst kann man vor allem Fingerprints hier fotografieren) – der je nach Wetterlage bis zu 80 Kilometer weite Blick in alle Richtungen ist fantastisch. Ein Gänsehautmoment der anderen Art liefert „Sky Portal„, eine vier Meter breite Glasscheibe im Boden mit (virtuellem, aber sehr real wirkenden) Blick nach unten. Gespeist von Videokameras sieht man in Echtzeit eine Straßenszene vor dem Gebäude, was uns leicht schwindelig werden lässt – ein Horror für Höhenängstliche…

Zum Abschluss geht es erneut multimedial wieder nach unten. Ohne Frage war der Besuch des One World Observatorys ein überwältigendes Erlebnis mit viel Gänsehaut für uns alle – absolut empfehlenswert!

Und wer als krönenden Abschluss des Tages noch einmal „hoch hinaus“ will, dem sei die Rooftop Bar „230 Fifth“ an der Fifth Avenue (Hausnummer 230 im 20. Stock) empfohlen, die einen tollen Blick von ihrer großen begrünten Außenterrasse, insbesondere auf das Empire State Building bietet. Spätabends (Achtung: Freitag und Samstag „Dress Code“) sicher nichts für Kinder, aber zur Happy Hour oder Samstags und Sonntags zum Brunch eine schöne Location gerade auch mit Kindern.

 

4 Kommentare zu „New York: hoch hinaus!

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    1. Das kommt darauf an. Beim One World Observatory haben wir das wie gesagt gemacht und das war eine gute Idee, die viel Zeit gespart hat. Da wir für die übrigen Türme den „CityPass“ mit einem entsprechenden „Abschnitt“ im Ticketheft hatten, ging das gar nicht. Man muss diesen Abschnitt vor Ort „umtauschen“ und kann daher nicht vorab online reservieren.

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