Beeindruckende Bergwelt im Mt. Cook Nationalpark

Das schlechte Wetter an der Westcoast hat unseren Besuch dieses Küstenabschnitts vereitelt (siehe auch: In the Woop woops – Südinsel). Hier hätten wir den Fox-Glacier besucht und den höchsten Berg Neuseelands, Mt. Cook oder Aoraki, vom Westen aus gesehen. Nun nähern wir uns dem majestätischen Berg und gleichnamigen Weltkulturerbe-Nationalpark von Osten, über den Lake Pukaki. Dieser ist, wie der Lake Tekapo ein Tal weiter, einer der vielen Gletscherseen, die sich von den Neuseeländischen Alpen aus nach Osten erstrecken. Da sie die Gletscher entwässern, leuchten sie bei Sonnenschein durch die „Gletschermilch“ (vom Gletscher fein zermahlenes Gestein) türkisfarben, was höchst malerisch wirkt. Besonders dann, wenn an ihren Ufern zahlreiche Lupinen oder Natternköpfe blühen, ist der Anblick mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund wunderschön.

Doch an unserem ersten Tag ist es bewölkt und regnerisch. Wir besuchen das Nationalparkzentrum im Mt. Cook Village, das wegen seiner zahlreichen Ausstellungen und guten Tipps zu Wanderungen und sonstigen Aktivitäten sehr empfehlenswert ist. Und beschließen dann, wenigstens eine kurze Wanderung im Tasman Valley zum dortigen Gletschersee und den Blue Lakes zu machen. Die Blue Lakes entpuppen sich als Green Lake. Seit der See keine Verbindung mehr zum Gletscher hat, wird er nicht mehr von Gletschermilch gefüllt (was ihn „Blue“ wie den Lake Pukaki gemacht hätte), sondern von Regenwasser und die dort wachsenden Algen machen den See grün. Blau ist hingegen der Tasman Lake (zumindest bei Sonnenschein), den man am Ende des Walks anschauen kann (zumindest wenn die Wolken nicht so tief hängen wie bei uns). Der eigentliche Gletscher ist fast nicht als solcher zu erkennen, da auf ihm viel Staub und Gesteinsschutt transportiert werden. Doch im See schwimmen einige Eisberge. Ein netter kurzer Walk, vom Parkplatz aus nur etwa 15 Minuten (dann fängt es schon wieder an zu regnen). Morgen ist das Wetter hoffentlich besser, denn wir wollen unbedingt den Hooker Valley Track machen.

  • Mt Cook NP Visitor Center
  • Blue Lakes Tasman Valley
  • Tasman Valley und Gletschersee
  • Tasman Lake mit Eisbergen

Am nächsten Tag ist das Wetter eindeutig besser und wir fahren vom Lake Tekapo aus noch einmal eine Stunde in den Nationalpark. Beide Seen leuchten an diesem Tag türkis, was ein Unterschied zu gestern! Haltet unbedingt am Aussichtspunkt Peter’s Lookout (großer Parkplatz) an und genießt die Aussicht. Wenig lohnenswert ist hingegen das Lavendelfeld, wir empfehlen statt dessen die Lavender Farm in Wanaka (siehe Queenstown – die „Actionhauptstadt“ Neuseelands) zu besuchen.

Lake Pukaki mit Mt Cook
Lake Pukaki mit Mt Cook

Hooker Valley Track

Der Hooker Valley Track wird beschrieben als eine der schönsten mehrstündigen Wanderungen in Neuseeland, entlang des Hooker Valleys, vorbei am Alpine Memorial, wo allen hier Gestorbenen eine Plakette gewidmet ist, vorbei am Mueller Lake bis zum Gletschersee unterhalb des Mt. Cook. Der etwa fünf Kilometer lange Weg soll drei Stunden hin und zurück dauern (kein Rundweg, Toiletten auf dem Weg vorhanden). Es ist hier hinten im Tal doch noch ziemlich bewölkt, aber trocken, und wir laufen los. Mehrfach hören wir abgehende Lawinen, ein dumpfes Poltern, was durch die tiefhängenden Wolken etwas gruselig wirkt. Aber der Weg ist sehr schön, ich verliebe mich insbesondere in die riesigen endemischen Mountain Daisys (das neuseeländische Edelweiß) und an drei Stellen überqueren wir die Flüsse über Swing Bridges. Am Gletschersee, auf dem ebenfalls Eisberge schwimmen, genießen wir ein mitgebrachtes Picknick und die Sicht wird langsam besser. Auf dem Rückweg wird sie dann grandios und offenbart für kurze Zeit beeindruckende Ausblicke auf den über 3.700 Meter hohen Mt. Cook. Welch ein Anblick! Wir können diese Wanderung tatsächlich allen wärmstens ans Herz legen, auch einigermaßen lauffreudige Kinder sollten dies schaffen, denn es sind keine größeren Steigungen zu überwinden. Unsere reine Wanderzeit hätte zwei Stunden betragen, insgesamt mit dem Picknick und zahlreichen Fotostops haben wir exakt drei Stunden gebraucht.

  • Hooker Valley Track Swingbridge
  • Hooker Valley mit Hooker Lake
  • Mt Cook NP Celmisia spectabilis Mountain daisy
  • Hooker Valley Track mit Mt Cook
  • Hooker Valley Track mit Mt Cook
  • Hooker Valley Monument
  • Wanderwege Mt Cook NP

Scenig Flight mit Snow Landing

Da das Wetter immer besser wird, entscheiden wir uns dafür, uns etwas ganz besonderes zu gönnen: Einen Rundflug mit Landung auf dem Gletscher! Es war schon lange mein Wunsch, einmal mit dem Helikopter zu fliegen und hier erscheint das sehr vielversprechend. Es gibt mehrere Anbieter mit unterschiedlichen Flugrouten und Flugdauer, wir buchen einen gemischten Flug: hoch auf den Gletscher mit dem Heli, zurück im Kleinflugzeug. Und das ist ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Nach einer Sicherheitseinweisung starten wir und überfliegen das Tasman Valley mit seinem Gletschersee, der gestern so grau und trüb war und jetzt bei blauem Himmel türkis ist, vor der Kulisse des Aoraki. Schließlich landen wir auf dem gleichnamigen Gletscher im weichen und gleißend weißen Schnee. Wir müssen nah an den Fliegern bleiben, denn immer wieder gehen kleine Lawinen ab. Nach 15 Minuten steigen wir in das quietschgelbe Kleinflugzeug und es geht zurück zum Mini-Flughafen. Ein absolut traumhaftes und eindrucksvolles Erlebnis, das ich kaum in Worte fassen kann. Wir sind absolut begeistert!

  • Mt Cook und Tasman Lake/Valley/Gletscher
  • Mt Cook und Tasman Lake/Valley/Gletscher
  • Tasman Gletscher
  • Snow Landing Tasman Gletscher
  • Snow Landing Tasman Gletscher
  • Snow Landing Tasman Gletscher
  • Flug über Tasman Gletscher
  • Flug über Tasman Gletscher

Lake Tekapo

Anschließend geht es zurück nach Tekapo. Wir versuchen noch, die Straße zum Observatorium zu nehmen (kostenpflichtig), aber leider schließt diese – trotz besten Wetters – um 16 Uhr. Sehr schade, denn von hier oben hat man den besten Ausblick auf den Lake Tekapo. Unbedingt anschauen solltet ihr euch jedoch die kleine örtliche Stein-Kirche, die Church of the Good Shepherd direkt am Ufer des Sees. Sie ist das Hauptfotomotiv des Städtchens, entweder tagsüber mit den Lupinen vor türkisfarbenem See oder des nächtens vor dem Sternenhimmel. Die ganze Gegend ist aufgrund des fehlenden Streulichts ein nächtliches Paradies für Astro-Fans (wir sind leider zu müde dazu). In den Bildern ist schön der Unterschied zwischen Sonnenschein- und Wolkenwetter (am Tag davor) zu erkennen…

  • Lake Tekapo Church of the Good Sheperd
  • Church or the Good Sheperd Tekapo
  • Lake Tekapo
  • Lake Tekapo

Unser Fazit: Der Mt. Cook Nationalpark war definitiv eines der Highlights unserer Reise. Natürlich auch wegen des Flugs, aber auch der Hooker Valley Track ist bei schönem Wetter ein grandioses Erlebnis. Nur möglichst früh loslaufen, denn das sehen auch zahlreiche andere Touristen so und der Track kann ganz schön überfüllt werden in der Hochsaison.

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