Islands Tierwelt: Von Walen, Islandpferden und Papageitauchern

Wer Island mit Kindern besucht, hat sicherlich das eine oder andere „Tiererlebnis“ im Programm. So auch wir – zu Land, Wasser und in der Luft haben wir uns ein typisches Tier „ausgesucht“.

Wir suchen Papageitaucher

An unseren zweiten Tag in Island wachen wir früh auf, weil es so hell ist und weil die Isländer zeitlich zwei Stunden „hinter uns“ sind. Also fahren wir früh morgens zu den Krísuvíkurberg Cliffs an der Südküste der Reykjanes-Halbinsel, ca. 45 Minuten von Reykjavik entfernt. Ich hatte gelesen, dass hier eine Kolonie von Papageitauchern lebt, die relativ einfach auf dem Landweg erreichbar sind.

Wir nehmen die Route 41 Richtung Flughafen, dann die Route 42 bei Hafnarfjördur. Die Straße führt durch eine interessante „Lava-Mondlandschaft“. Kaum bewachsenes Geröll wechselt sich mit von Flechten bewachsenen Gestein ab – letzteres sieht fast schon „weich“ aus. Kurz nachdem wir  ein Schild „Geopark Reykjanes“ passieren, wird die geteerte Route zur Schotterstraße, die steil einen Berg hinauf- und wieder hinunter führt – die Kinder sind begeistert. „Leider“ (aus Kindersicht) ändert sich das „Schottervergnügen“ bald wieder, aber landschaftlich bleibt die Straße weiter sehr reizvoll, entlang dem See Kleifarvatn und durch eine relativ junge, kaum bewachsene Vulkanlandschaft.

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Als ein Straßenschild nach rechts auf die Sehenswürdigkeit „Seltún“ hinweist, fahren wir kurzerhand von der Straße ab auf den dazugehörigen Parkplatz. Schon von der Straße aus sah man es „dampfen“, ein Geothermalgebiet mit heißen Quellen, Fumarolen (daher der Dampf) und Solfataren (mit Schwefel – vereinzelt sind schöne Kristalle erkennbar) wartet hier auf uns (kein Eintritt). Das kleine Gebiet ist durchaus einen Stop wert!

Krisuvikurberg Cliffs Strasse für uns zu EndeAnschließend geht es weiter, bis die 42 die 427 kreuzt. Wir sehen aber schon: Die Cliffs bzw. das Meer sind relativ weit entfernt – es ist mehr als ein kleiner Spaziergang. In Richtung Grindavik fahrend finden wir allerdings eine Schotterstraße, die zur Küste hin abbiegt und auf die Krísuvíkurberg Cliffs hinweist, diese nehmen wir kurzerhand. Doch leider ist nach einiger Zeit Schluss, denn ein Bach quert die Straße und wir haben kein geländegängiges Fahrzeug. Also wird es nichts mit den Klippen und den Papageitauchern, denn leider haben wir unseren Pferdeausflug gebucht und wollen hier nicht zu spät kommen. Ich kann also nicht sagen, ob es hier Papageitaucher gibt, aber der Abstecher, vor allem die Fahrt durch den Geopark Reykjanes mit unserem unerwarteten Stop in Seltún, war durchaus reizvoll und auch ohne die Vögel lohnenswert. Das nächste Mal würde ich länger Zeit für die Cliffs einbauen, und/oder ein geländegängiges Fahrzeug mieten. Aber unsere „Puffins“ (die Papageitaucher) sehen wir später auf der Waltour.

Islandpferde: Loki-Tour mit Hraunestar

Im Anschluss ist es nicht weit zu unserer nächsten „Tierstation“, den Islandpferden. Das erste, was unseren zwei Mädchen zu Island eingefallen ist, sind natürlich diese Tiere. Diese kleinen, robusten Pferde sind perfekt an die widrigen klimatischen Bedingungen angepasst und können sogar draußen überwintern, so dicht ist ihr Fell. Da sie sehr stark sind, können sie – trotz „Ponygröße“ – auch Erwachsene (das Maximalgewicht von 110 kg erreichen wir glücklicherweise nicht) tragen.

Unsere Große, die schon einmal eine Reiterwoche auf einem Islandpferdehof verbracht hat, klärt uns über eine weitere Besonderheit auf: Isländer beherrschen neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp zwei weitere Gangarten: Tölt und Pass. Bei anderen Pferden sind diese Gangarten „verpönt“, ein echter Isländer muss sie können. Besonders auf den Tölt sind wir gespannt, soll er doch für (Anfänger-)Reiter sehr angenehm sein, da er nahezu erschütterungslos ist.

Selbst mein Mann, der noch nie geritten ist, fand die Vorstellung, auf einem Pferderücken über die spektakuläre Landschaft zu reiten, ansprechend. Also haben wir im Vorfeld im Internet recherchiert: Zahlreiche Pferdehöfe bieten ein- und mehrstündige und auch mehrtägige Ausritte an. Unsere Wahl fiel auf den familiengeführten Reitstall Hraunestar in Hafnarfjördur, ca 30 Minuten von Reykjavik entfernt. Hraunestar bietet diverse Touren an, wir entscheiden uns für die „Loki-Tour“, bei der man insgesamt rund drei Stunden auf dem Hof und mit den Pferden verbringt, davon etwa eine Stunde Ausritt. Die Ausrüstung (Helm, Handschuhe, bei Bedarf regenfeste Hose) wird gestellt, die Tour ist auch für Anfänger geeignet.

Wir haben Glück und sind an diesem Tag die einzigen auf dieser Tour (Hraunestar wirbt auch mit kleinen Gruppen). Die zwei Betreuerinnen nehmen sich viel Zeit für uns, erklären uns alles, wir putzen und satteln die Pferde, und dann geht es los. Der Weg führt über einen rund 7.000 Jahre alten, mit Flechten bewachsenen Lavastrom, in der Ferne der dafür verantwortliche, mittlerweile erloschene, Vulkan. Es ist eine schöne kleine Rundtour, man ist zwar nicht ganz einsam (an dieser Stelle befinden sich mehrere Reiterhöfe und wir treffen auch andere Gruppen), aber für uns Anfänger und die kurze Zeit passt das. Wir reiten gemütlich im Schritt, eine Betreuerin erzählt uns alles mögliche und beantwortet unsere Fragen rund um Pferde und Island, die andere führt die Gruppe an. Am Ende dürfen wir sogar alle noch tölten. Ich bin früher mal ein bisschen geritten und habe den Trab noch als eher „unbequem“ in Erinnerung. Wie viel angenehmer ist da der Tölt!!!  Unsere Große, die aufgrund mehrerer Reiterferien schon erfahrener ist, darf anschließend noch eine extra Runde tölten und ist völlig begeistert. Zum Abschluss erhalten wir noch heiße Schokolade, Kaffee und Kekse.

Unser Fazit: Gerade für Kinder, aber auch für uns Erwachsene, ein tolles Erlebnis. Hraunestar hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen,  wir wurden super betreut und sogar unsere kleinen Sonderwünsche wurden erfüllt. Thumbs up!

Hraunestar Ausritt

Whale Watching

Unser Tag war schon angefüllt mit tollen Erlebnissen, aber eines steht uns noch bevor. Am späten Nachmittag statten wir den größten Tieren unserer Islandreise einen Besuch ab: den Walen. Die Kinder sind schon ganz aufgeregt: Werden wir Delfine, werden wir Wale sehen? Wenn ja, welche? Wir träumen alle von Orcas und hoffen, dass wir Buckelwale, aber mindestens  Minkwale und Delfine sehen. Die Jahreszeit ist grundsätzlich gut geeignet, um Wale zu sehen. Allerdings soll bei den Touren im Norden Islands mehr zu sehen sein – da kommen wir aber leider (dieses Mal) nicht hin.

Wir haben eine 3-stündige Tour um 17 Uhr mit Elding gebucht und finden uns um 16:30 Uhr am Alten Hafen von Reykjavik ein. Zunächst schauen wir die kleine Walausstellung in einem alten Schiff von Elding an, sie zeigt uns unter anderem Fotos, Skelette und Knochenteile von Walen und Delfinen sowie diverses weiteres Infomaterial über die Meeressäuger. Anschließend geht es auf das Schiff. Wie schon bei den Pferden ist warme Kleidung auch bei dieser Tour inklusive – ich ziehe den roten Overall später gerne an, denn es wird draußen ganz schön frisch. Aber in den Innenräumen ist auch genügend Platz, so lange keine Tiere zu sehen sind, bleiben die meisten gerne im Warmen.

Elding bietet auf seiner Internetseite ein „Waltagebuch“ an und natürlich haben wir recherchiert, was die letzten Tage auf den Touren so gesehen wurde. Meist handelte es sich um Mink- oder Zwergwale sowie Delfine, einige Touren hatten gar nichts zu Gesicht bekommen (in diesem Fall gibt Elding ein Gratis-Ticket für eine weitere Tour). Doch wir haben Glück: Ein Buckelwal zeigt sich. Und nicht nur das, er ist sogar blendend gelaunt. Wir beobachten ihn bestimmt 30 Minuten lang, wie er bläst, auf- und abtaucht und gleich zweimal springt er sogar für uns aus dem Wasser. Ein faszinierendes Erlebnis! Am Ende der Tour sehen wir dann auch noch unsere Papageitaucher, die hier auf Fischfang sind. Wir sind restlos begeistert und kehren nach einem erfüllten Tag müde heim in unser Domizil.

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