Island: Naturwunder am Rand Europas

Als Geographin mit geologischem Hintergrund und einer ausgeprägten Schwäche für Vulkane wollte ich schon lange einmal Island besuchen – die größte Vulkaninsel der Erde. Der Grund für so viel Vulkanismus liegt an der Lage der Insel auf dem Mittelatlantischen Rücken. Hier treffen die Eurasische und die Nordamerikanische Platte aufeinander bzw. driften jährlich etwa um 2 cm auseinander, aus dem Erdmantel strömt an dieser Stelle heißes Gestein nach oben (aus dem so genannten Island-Plume). Das sorgt für allerlei vulkanische und geothermische Aktivität – für Einheimische und Touristen gleichermaßen gut (man denke beispielsweise an die heißen Quellen und die Erdwärme), aber auch gefährlich (wer erinnert sich nicht an den Ausbruch des Eyjafjallajökull mit seiner Aschewolke). Für mich auf jeden Fall höchst faszinierend!

Faszinierend auch deshalb, weil neben dem Heißen auch das Eiskalte in Island beheimatet ist. Island – der Name bedeutet bezeichnenderweise „Eisland“ – liegt etwas südlich des nördlichen Polarkreises, Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Welt. Mehr als 11 Prozent der Landesfläche sind mit Gletschern bedeckt, der Vatnajökull ist vom Eisvolumen her der größte Gletscher Europas.

Lebensfeindliche Umwelt…

Wie Menschen in dieser eher lebensfeindlichen Umwelt nicht nur überleben können, sondern heute vom Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen zu den führenden Ländern der Welt gehören (das nach seiner Kapital- und Bankenkrise wieder „auferstehen“ konnte), ist ebenfalls ein spannendes Thema. Ein führendes Land war Island freilich nicht immer, extrem harte Winter, mitunter zeitgleich mit Vulkanausbrüchen wie im Winter 1783/84, führten zu einer Hungersnot, bei der über ein Fünftel der Bevölkerung starben.

… clever genutzt

Heute nutzen die Isländer ihre natürlichen Potenziale auf höchst eindrucksvolle Weise. Fisch aus den fischreichen Gewässern ist der Exportschlager Nummer 1, der Tourismus die wichtigste Quelle für Deviseneinnahmen. Die Stromerzeugung erfolgt komplett aus regenerativen Energien, mittels Wasserkraft und Erdwärme. Fast 90 Prozent der Gebäude werden mit heißem Wasser beheizt – aber nicht nur die Gebäude. Auch in der Landwirtschaft spielt die Geothermik eine große Rolle: Tatsächlich werden 70 Prozent aller hier gegessenen Tomaten und 100 Prozent der Gurken vor Ort gezüchtet – bei einer Durchschnittstemperatur von 13 Grad im Sommer und einer Jahresdurchschnitt von 4,4 Grad eine beeindruckende Leistung. Doch dank Geothermie gedeihen in Island – oh Wunder – sogar Bananen (und das sogar bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts!), das heiße Wasser erwärmt die Gewächshäuser Tag und Nacht auf Tropentemperatur.

Spektakuläre Landschaften, tolle Naturerlebnisse und beeindruckende Tierwelt

Für Besucher bietet Island eine der spektakulärsten Landschaften Europas: Vulkane, Wasserfälle, Geysire, Gletscher und Fjorde laden zum Staunen und Wandern ein. Wer es eher gemütlich mag, kann in einer der vielen heißen Quellen baden. Hier stehen zahlreiche Varianten offen: kommerzielle Badeanlage wie die (extrem teure) Blaue Lagune nahe Reykjavik, städtische Badeanstalten, heiße Quellen auf Privatgelände, wo der Besitzer einen Obulus einfordert oder einfache Hot Pots z.B. auch in Reykjavik, wo man schnell mal seine Füße reinhängen kann.

Für Kinder (aber nicht nur für sie!) ist Island ein Tierparadies. Vor allem Mädchen begeistern sich für die Islandpferde. Diese robuste und wetterharte Pferderasse kann dank ihres dichten Fells sogar draußen überwintern. Unsere zwei Mädels haben natürlich sofort ihren Reitwunsch angemeldet – zahlreiche Touren werden bei Wind und Wetter angeboten – das oft wechselnde, eher ungemütliche Wetter, gehört vermutlich auch zum „Erlebnis Island“ dazu.

Vor allem in den Sommermonaten (weil hier die „Großen“ da sind) bietet sich eine Whale und Dolphin Watching Tour an, die von verschiedenen Häfen (u.a. Reykjavik, Akureyri, Husavik) starten. Das Vergnügen ist nicht ganz billig, aber sicherlich ein Highlight für Jung und Alt – auch wir haben uns schon einen Platz gesichert und hoffen, tatsächlich auch welche zu sichten. Auch die hübschen Papageitaucher  (Puffins) hoffen wir zu sehen, nicht bei einer Boots-Tour (die ebenfalls angeboten werden), sondern wenn wir mit dem Auto die Insel erkunden.

Ihr seht, ich bin richtig ins Schwärmen geraten. Wir können es alle kaum erwarten, nach Island zu fliegen! Ende Mai geht es los – davor stimme ich mich noch mit einem Krimi von Arnaldur Indridason „Nacht über Reykjavik“ und dem Buch von Thilo Mischke „Die Isländer, die Elfen und ich“ ein. Und falls ihr noch einen ultimativen Tipp für mich habt, verratet diesen gerne!

 

 

 

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