Edinburgh: unterwegs mit J.K. Rowling und Harry Potter

Edinburgh ist quasi die Harry Potter Stadt. Die Autorin J.K. Rowling lebt seit 1993 – bis heute – hier. Zahlreiche Inspirationen zu Namen und Örtlichkeiten ihrer Bücher hat sie sich hier geholt und in den hiesigen Cafés ihre Skripten verfasst. Da wir alle auch Fans von Harry Potter sind, mussten wir uns natürlich auch auf seine Spuren machen und haben uns einer „Harry Potter Trail“Gruppe angeschlossen. Natürlich kann man die Stationen (Infos im Internet gibt es genug) auch auf eigene Faust ablaufen. Wir versprachen uns von der Tour aber ein bisschen „Live-Entertainment“ und nebenbei ein kleines Englischtraining für die Kinder, was in der Tat beides auch geboten wurde.

Edinburgh - Greyfriar's BobbyDer Harry Potter Trail startet täglich um 14 Uhr (September bis März) oder 12 und 16 Uhr (April bis August) bei der Statue von Greyfriar’s Bobby (der „treue Hund“ an der Ecke Candlemaker Row und George IV Bridge). Die Tour ist grundsätzlich kostenlos, am Ende entscheidet jeder selbst, was er bezahlt (unser Guide gab als Richtlinie 5 bis 15 Pfund pro Person an, so viel kosten vergleichbare Stadttouren zu anderen Themen). Die Tour dauert rund 90 Minuten und ist sehr gut auch für Kinder geeignet, allerdings wird sie wie gesagt nur auf Englisch angeboten (unsere Große, 7. Klasse, hat das meiste gut verstanden, die Kleine war etwas überfordert). Eine Reservierung ist nicht möglich, je nach Teilnehmerzahl werden zeitgleich auch mehrere Touren angeboten.

Unsere als „Hexe“ verkleidete Führerin Charlotte führt uns zunächst auf den nahe gelegenen Friedhof „Greyfriar’s Kirkyard„. Geschickt integriert sie sofort die Kinder und lässt unter anderem unsere Kleine Zauberstäbe an alle Gruppenmitglieder verteilen, mit der wir Zaubersprüche üben und unter anderem die roten Ampeln auf Grün zaubern.

Der alte Friedhof selbst hätte Drehort sein können für die finale Szene im Trimagischen Turnier, als Cedric Diggory stirbt und ist auch ohne Führung und für Nicht-Harry-Potter-Fans einen Besuch wert. Charlotte zeigt uns hier aber noch mehr: Drei Gräber mit Namen, die J.K. Rowling als Vorbilder für ihre Figuren gedient haben. Und zwar William McGonagall (Minerva McGonagall – dies ist tatsächlich auch „belegt“) und Elizabeth Moodie (Mad-Eye Moody – halten wir für eher weniger wahrscheinlich) und Thomas Riddell (Tom Riddle alias Voldemort – das Grab ist stets umlagert und an Halloween Schauplatz großer Treffen). Die Namensänderung war nötig, da sonst das Anagramm Tom Marvolo Riddle = I am Lord Voldemort nicht „aufgeht“.

Daneben haben Fans auf Gräbern, wo die Namen der Verstorbenen nicht mehr erkennbar sind, Namen weiterer Charaktere geschmiert (siehe Sirius Black unten im Foto) – nun ja, nicht gerade die beste Idee. Direkt neben dem Friedhof befindet sich die teure Privatschule George Heriot’s School (Lauriston Place) – sie könnte Vorbild gestanden haben für Hogwart’s.

 

Unterführung Potterow PortWir laufen weiter durch die Stadt (Zauberstäbe in Aktion!) in Richtung Potterrow. Nein, Potterrow hat nichts mit Harry Potter zu tun (der Name rührt von den ehemals ortsansässigen Töpfereien her). Aber eine Location kommt den Filmfans sicherlich bekannt vor und könnte die Autorin inspiriert haben: die Unterführung Potterrow Port. Sie ähnelt der Unterführung im 5. Teil, als Harry von den Dementoren angegriffen wird und J.K. Rowling hat sie oft durchquert.

An dieser Stelle erzählt Charlotte uns auch mehr über J.K. Rowling, die eigentlich „nur“ Joanne Rowling heißt. Auf Empfehlung ihres Verlegers änderte sie seinerzeit für die Bücher ihren Namen in eine „neutralere“ Version und fügte das „K“ ein, das sie aufgrund ihrer Großmutter Kathleen wählte. Der Verleger war der Meinung, eine offensichtlich weibliche Joanne Rowling könnte kleine Jungs vom Lesen ihrer Bücher abhalten – ein Wunder, dass Astrid Lindgren es geschafft hat?!

Die Idee zu Harry Potter kam J.K. Rowling bei einer Zugfahrt von Manchester nach London King’s Cross. Die ersten Kapitel schrieb Rowling in Portugal, aber ganz wesentliche Teile des ersten Buches sind ab 1993 in Edinburg entstanden, unter anderem in den zahlreichen Cafés der Stadt. Laut Charlotte hat sie in den Anfängen insbesondere im Café Spoon (damals „Nicolson’s“ in 6a Nicolson St., es gehörte u.a. ihrem Schwager) geschrieben Das bekannteste „Schreibcafé, offensichtlich mit einem besseren Marketing, ist das „Elephant House“ in unmittelbarer Nähe (21 George IV Bridge), es nennt sich selbst „Birthplace of Harry Potter“.  Die schlechten Bewertungen („overpriced“ und schlechter Service) haben uns davon abgehalten, das Café zu besuchen. Wer es dennoch tut, dem seien die Toiletten empfohlen, sie sind voller Inschriften von Fans. Die letzten Zeilen der Buchreihe hat Rowling dann übrigens im Balmoral Hotel unweit des Edinburgher Waverly Bahnhofs geschrieben und dies auch hier „beurkundet“: „JK Rowling finished writing Harry Potter and the Deathly Hallows in this room (552) on 11th Jan 2007″. Wer das selbst sehen will: Das besagte Zimmer kann – zu einem horrenden Preis – von jedermann gebucht werden.

 

Wir begeben uns an einen weiteren inspirierenden Ort: Die Grassmarket Area mit der Victoria Street. Mit ihrer Vielfalt an interessanten kleinen Geschäften (heute unter anderem zwei „Zauberläden“) könnte sie Vorbild gestanden haben für die „Diagon Alley“. Auch wer nicht daran glaubt, die Straße ist sehr hübsch anzuschauen mit ihren bunten Fassaden und netten Geschäften auch ohne Harry Potter einen Besuch wert!

 

Hier war dann auch die Tour zu Ende. Ein unterhaltsamer Spaziergang, mit viel Herzblut vorgetragene Informationen, die Gruppe aktiv einbindend – wir können den Harry Potter Trail auch gerade Familien sehr empfehlen!

 

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