Kastilien-Léon: Salamanca und Zamora

Von Miranda do Douro in Portugal ist es nur einen Katzensprung über den Grenzfluss nach Spanien, in die Region Kastilien und Léon. Besonders Salamanca stand von Anfang an auf unserem Programm, eher spontan beschlossen wir, auch einen kleinen Ausflug ins 45 Minuten entfernte Zamora zu machen.

Verschlafene Kleinstadt Zamora

Zamora liegt auf einer eher kargen, landwirtschaftlich geprägten Hochebene, der Nordmeseta. Getreideanbau, Viehzucht (Schafe und Rinder) und vereinzelt Weinbau bestimmen die Landschaft, die rote Erde und die malerisch darauf verteilten Steineichen bilden einen schönen Farbkontrast.

Spanien Nordmeseta

Zamora selbst hat etwa 60.000 Einwohner. Obwohl es Samstag ist, ist in der Stadt fast nichts los, wir sehen nicht wenige aufgegebene Geschäfte und Restaurants in der Fußgängerzone. Auf einer Kirche inmitten der Stadt nistet ein Storchenpaar. Es gibt durchaus hübsche Ecken, aber auf uns macht die Stadt einen sehr verschlafenen Eindruck.

Wir beschließen etwas zu essen und landen zufällig im Restaurant „La Baraka„, das von außen mit seiner Plastikbestuhlung eher einen einfachen Eindruck macht. Innen sieht es jedoch ganz anders aus und das Restaurant entpuppt sich als Feinschmeckerlocation, mit hervorragenden Fisch-, Fleisch- und Reisgerichten. Das Preisniveau ist gerade für diese Region gehoben, aber das hervorragende Essen ist sein Geld mehr als wert!

Atmosphärisches, lebhaftes und geschichtsträchtiges Salamanca

Zwei Tage später fahren wir mit etwas mehr Planung im Vorfeld nach Salamanca, etwa 100 Minuten von unserem Hotel entfernt. Wieder geht es mit sehr wenig Verkehr, aber auf gut ausgebauten Straßen durch die ländliche Meseta, bevor wir in der 150.000 Einwohner zählenden Hauptstadt der gleichnamigen Provinz landen.

Und schon nach den ersten Schritten haben wir einen völlig anderen Eindruck als in Zamora! Salamanca ist eine sehr quirlige, lebendige Stadt, mit vielen Geschäften, Cafés und Restaurants – und vergleichsweise wenigen Touristen, obwohl die Stadt seit 1988 Weltkulturerbe der UNESCO ist. Statt dessen fallen viele junge Leute im Stadtbild auf, und in der Tat, Salamanca ist eine Universitätsstadt. Nämlich sogar die älteste noch bestehende Universität Spaniens, gegründet im Jahr 1218. Und welch ehrwürdiges Universitätsgebäude sie hat! Ihr Eingangsportal wird von zahlreichen Reliefs geschmückt, das berühmteste ist ein Frosch auf einem Totenschädel. Er steht symbolisch für die Ausschweifungen der Studenten, die nach dem Tod gesühnt werden. Es gilt: Nur wer den Frosch findet, wird sein Studium erfolgreich beenden! Der Frosch taucht dann übrigens auch in allen Souvenirshops der Stadt in unterschiedlichster Form wieder auf.

Ein zweites „Suchspiel“ wird direkt um die Ecke an der ehrwürdigen Kathedrale von Salamanca geboten. Hier hat sich doch tatsächlich ein Astronaut in den Reliefs versteckt! Er wurde bei der Restauration der Kathedrale im Jahr 1992, quasi als „Signatur“ vom Restaurator Jeronimo Garcia hier eingebaut, der damit wie viele Künstler ein typisches Symbol seiner Zeit hier verewigt hat. Den kleinen Astronauten finden die Kinder dann auch viel spannender als die Kathedrale selbst, die allerdings sehr prachtvoll anzuschauen ist.

Gar nicht versteckt sind hunderte weiterer Verzierungen an einem Haus in der Nachbarschaft, der Casa de las Conchas. Der Name lässt erahnen, um was es sich handelt: Jakobsmuscheln! Das Pilgersymbol kennen wir doch, auch durch Salamanca führt eine der Pilgerstraßen nach Santiago de Compostela. Dieses Haus ist ein Stadtpalast aus dem späten 15. Jahrhundert und beherbergt heute eine Bibliothek.

Ein paar Schritte weiter die nächste Sehenswürdigkeit: die barocke Plaza Mayor. In dieser Form erbaut im 18. Jahrhundert gilt sie als einer der schönsten Plätze Spaniens. Früher fanden hier unter anderem Stierkämpfe statt. Heute, am Tag unseres Besuchs, eine kleine Demonstration, gerne auch mal ein Konzert, ansonsten ist der Platz fest in der Hand von Cafés und Restaurants.

Spanien Salamanca Plaza Mayor

Es gibt noch viele weitere schöne Ecken in Salamanca, jede Menge hübsche Bauten, Fassaden und Geschäfte zu entdecken. Unsere Große war so begeistert von der Stadt, dass sie sogar mal hier  studieren will (sie hat ja auch den Frosch als erste gefunden). Dass sie ab dem kommenden Schuljahr Spanisch lernen wird, hat diesen Wunsch sicher beeinflusst.

Vielleicht war es aber auch das extrem leckere Mittagessen, von dem beide Mädchen schwer begeistert waren: Tapas im Restaurant „Vinodinario„. Homepage und Ambiente wirken zunächst eher wie eine Bar mit Fokus auf Wein, aber die Tapas sind exzellent und vielseitig und gerade mittags kann man prima auch mit Kindern herkommen – falls man einen Platz bekommt!

Unser Fazit: Salamanca ist eine sehr sehens- und liebenswerte Stadt, trotz der vielen geschichtsträchtigen Bauten alles andere als museal, wir würden jederzeit gerne wieder hierher zurück kommen!

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