London: ein Tag in Greenwich

Greenwich, im Londoner Südosten an der Themse gelegen, ist bekannt als Namensgeber der Zeitzone Greenwich Mean Time (GMT) und uns Geografen besonders deshalb, weil hier der Nullmeridian verläuft. Als uns auch noch der Besuch de historischen Segelschiffs „Cutty Sark“ empfohlen wurde, haben wir kurzerhand einen Tagesausflug nach Greenwich eingeplant. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln (wir nehmen sowieso immer eine „Day Travelcard“ in London) braucht man rund 45 Minuten ab der City. Wenn man nicht direkt an der DLR-Station „Cutty Sark for Maritime Greenwich“ aussteigt, sondern eine Station zuvor bei „Island Gardens“, kann man durch einen Fußgängertunnel unter der Themse hindurch laufen und kommt direkt bei der „Cutty Sark“ wieder heraus.

Das Museumsschiff Cutty Sark war einst ein Tee- und Wollklipper und zu seiner Zeit Ende des 19. Jahrhunderts (Stapellauf war 1869) das schnellste Segelschiff der Welt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 17 Knoten lag ihr Rekord für die Strecke von Sydney nach London bei 73 Tagen. Jahrzehntelang war sie der Stolz des britischen Seehandels und fuhr zwischen London, Indien, Südostasien und Australien hin und her, um vor allem Tee und Wolle nach England zu bringen.

Wir steuern die Cutty SarkSchiffe sind eigentlich nicht das Spezial- und Interessengebiet unserer Mädchen, aber die Cutty Sark bietet höchst anschaulich und unterhaltsam, anhand zahlreicher interaktiver Stationen, Einblicke in das Leben und Arbeiten auf einem Klipper in dieser Zeit. Überall gibt es etwas zum Erfühlen, Erriechen, Erraten und Erspielen. Besonderen Spaß hatten die Kinder (und auch wir) dabei, das Schiff mit Steuerrad und Kompass auf einem Monitor unter Ausnutzung günstiger Winde möglichst schnell von Australien nach London zu steuern. Uns hat es also allen sehr gut gefallen und wir können einen Besuch der Cutty Sark Familien sehr empfehlen!

Greenwich1Das Museumsschiff ist Teil von „Maritime Greenwich„, das seit 1997 aufgrund seiner vielen historischen, für die Marine bedeutsamen Gebäude (u.a. Old Royal Naval College, National Maritime Museum und Royal Observatory) zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Neben diesen imposanten Gebäuden stehen auch hübsche Wohnhäuser hier und es lässt sich schön in diesem Viertel und im großen Park spazieren gehen. Historisch ist auch der Greenwich Market in einer überdachten Markthalle im Zentrum, einen kurzen Spaziergang von der Cutty Sark entfernt. Hier gibt es viele leckere Essensstände aus aller Herren Länder und dort Mittagessen zu gehen ist eine gute Idee!

Anschließend laufen wir, vorbei am Maritime Museum und durch den schönen, riesigen Park, in Richtung Royal Observatory. Zu diesem geht es steil hinauf, aber es bietet sich ein wunderschöner Blick über den Park und die Hauptgebäude von „Maritime Greenwich“, wegen deren symmetrischer Anordnung auch „The Grand Axis“ genannt, bis hin zu den Docklands und Hochhäusern von Canary Wharf.

Greenwich: Aussicht vom Royal Observatory

Oben angekommen, besuchen wir die königliche Sternwarte, ehemals der Arbeitsplatz der britischen Hofastronomen. Da das Observatory wie die Cutty Sark zu den „Royal Museums Greenwich“ gehört, kann man ein Kombi-Ticket für beide erwerben – am besten vorab im Internet, das ist deutlich günstiger. Das Royal Observatory ist heute ein Museum für Astronomie, Navigationswerkzeuge und die Entwicklung der Zeitmessung. Wer sich Zeit nimmt und Interesse hat, kann viel lernen und entdecken, unsere Kinder fanden es eher nicht so spannend. Hauptattraktion des Royal Observatory ist der Nullmeridian, also der durch den Nord- und Südpol verlaufende Halbkreis, der senkrecht zum Äquator steht und von dem aus die geografische Länge nach Osten und Westen gezählt wird. Da sich – wie am Äquator – jeder darauf fotografieren will, herrscht ein entsprechender Andrang, mitunter auch von gefiederten Freunden 🙂

Als Fazit sagen wir: Greenwich ist einen Besuch wert, die Cutty Sark hat uns alle begeistert, das Ensemble „Maritime Greenwich“ ist hübsch anzuschauen (vor allem vom Observatory aus), im Greenwich Market und in den zahlreichen Pubs kann man gut essen und einmal auf dem Nullmeridian zu stehen, war für uns ebenfalls Pflicht.

 

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