Eine erste Annäherung an die australische Tierwelt

Wer sich mit Australiens Tierwelt beschäftigt, stößt recht schnell auf zwei Erkenntnisse. Erstens: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, durch die australische Tierwelt zu Tode zu kommen – und man muss dafür nicht einmal in der Wildnis unterwegs sein. Und zweitens: Die weniger gefährlichen Exemplare der australischen Tierwelt lassen Kinderherzen höher schlagen.

Gefährliche Begegnungen

Nun habe ich mich sehr interessiert (wirklich!) mit Punkt 1 beschäftigt. Man kann unschöne Begegnungen haben mit dem Nervengift der Rotrückenspinne (redback spider) und der Trichterspinne (funnel web spider, vor allem im Großraum Sydney), beide halten sich gerne in dunklen Ecken, z.B. auch auf Toiletten, auf. Giftschlangen und Skorpionen wird man hingegen eher bei Wanderungen im Outback antreffen; kräftiges Auftreten, nicht in potenzielle Verstecke (wie kleine Höhlen, aber auch draußen abgestellte Schuhe) und unter Steine greifen, hilft aber meist schon.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es jedoch, von einem Tier im oder am Wasser getötet zu werden. Da gibt es das eher als harmlos beschriebene Süßwasserkrokodil und das sehr viel gefährlichere Salzwasser– oder Leistenkrokodil, fast schon liebevoll „Saltie“ genannt. Es lebt übrigens nicht nur im Meer, sondern durchaus auch in Flüssen und Seen. Es wird als so gefährlich betrachtet (und sorgt tatsächlich immer wieder für Todesfälle), dass ihm ein eigenes CrocWatch gewidmet ist. Wer hier reinschaut wird feststellen, dass die lieben Viecher durchaus auch dort sind, wo wir Urlaub machen. Nämlich im Hafen von Cairns oder Yeppoon, bei Port Douglas oder auf Magnetic Island.

Aber noch wahrscheinlicher ist eine Begegnung mit den Würfelquallen (box jellyfish), den nur erbsengroßen Irukandji-Quallen oder einer Portugiesischen Galeere (bluebottles). Betroffen von der „Quallenplage“ sind während der Regenzeit bzw. dem australischen Sommer (unserem Winter) auch die beliebten Strände zwischen Cairns und Brisbane, die oftmals durch „stinger nets“, also Quallennetze, geschützt sind. Blöd nur, dass die kleinen Irukandji da mitunter durch kommen. Daher findet man vielerorts auch Essigflaschen am Strand, das Beträufeln der betroffenen Stelle mit dieser Säure soll ein weiteres Ausbreiten des Nesselgifts verhindern. Der vorsichtige Australier (und viele Tour-Operator sind ebenfalls entsprechend ausgestattet) trägt Ganzkörper-Stinger-Suits. Weitere Gefahren, die im Wasser lauern, sind die gut getarnten Steinfische, auf die man besser nicht treten sollte, Seeschlangen und natürlich die Haie, die ebenfalls jedes Jahr (Todes-)Opfer fordern.

Nun sollte sich aber niemand von dieser gruseligen Aufzählung abschrecken lassen. Ich war bereits zweimal in Australien und habe lediglich Salties im Daintree River gesehen (wo ich bestimmt nicht auf die Idee gekommen wäre zu schwimmen), tote Schlangen nur am Wegesrand und harmlose Riffhaie.

Zoos und Wildlife Sanctuaries

Viel mehr Spaß macht es daher, sich mit dem „Zweitens“ zu beschäftigen: Der „Streichelzoo- und Ach-wie-süß-Variante“ der australischen Tierwelt. Zoo ist schon das richtige Stichwort, davon gibt es in Australien einige, große und kleine, die natürlich schwerpunktmäßig auch die australische Tierwelt präsentieren. Kängurus und Wallabies in freier Wildbahn kann man quasi nicht übersehen (wenn man sich ein bisschen durchs Land bewegt), schwieriger wird es schon mit Koalas, Emus, Schnabeltier und Schnabeligel – am besten schaut man sich diese dann vielleicht doch in einem Zoo an.

Einer der bekanntesten ist der Taronga-Zoo in Sydney, eher ein klassischer Zoo, aber natürlich auch mit australischen Tieren. Schon die Überfahrt hierher vom Circular Quay ist ein Erlebnis – und selbst die Tiere scheinen den Ausblick vom anderen Ufer auf Sydneys Skyline zu genießen. Noch mehr auf die australische Tierwelt spezialisiert und mit großer „Streichelzoo-Abteilung“ ist das Lone Pine Koala Sanctuary nahe Brisbane. Auf der Suche nach weiteren Sanctuaries stieß ich auf das das Cooberrie Park Wildlife Santuary bei Yeppoon, wo man allem Möglichem begegnen, es teils auch streicheln und halten kann, von Koalas über kleine Krokodile, Schlangen, Kängurus, Wombats und noch viel mehr. Die Kinder haben beschlossen, sich dieses Jahr zu Weihnachten zu wünschen „einmal Koala streicheln“ oder „einmal Krokodil halten“ – das werden wir hier dann einlösen!

Australische Tierwelt in freier Wildbahn

Nun sind Zoos und Tierparks nicht jedermanns Sache und natürlich macht es besonderen Spaß, die Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

Schnabeltier (Platypus) und Schnabeligel (Echidna)

Als „lebende Fossilien“ oder „Ursäugetiere“ seien Schnabeltiere und Schnabeligel als erste genannt. Sie sind eierlegende Säugetiere, die zu den so genannten Kloakentieren (Monotremata) gehören. Schnabeltiere sind auch optisch höchst wundersame Wesen, vom Aussehen her wie Otter mit Entenschnabel. Sie leben in sauberen Binnengewässern im Osten und auf Tasmanien Der beste Ort, um Schnabeltiere zu sehen, ist im Eungella Nationalpark in der Nähe von Mackay. Die nachtaktiven Tiere kann man von mehreren Platypus Viewing Plattforms aus betrachten.

Schnabeligel, auch Ameisenigel genannt, gibt es überall in Australien, da sie relativ anspruchslos sind und auch recht häufig vorkommen. Ich hatte einmal das Glück, einen (lebendigen) am Straßenrand zu sichten (man sieht sie aber noch häufiger als Unfalloper).

Koalas, Kängurus, Wallabys

Die bekanntesten Tiere Australiens sind sicher die Beuteltiere, die wie die Kloakentiere zu den Säugetieren gehören. Ihr Name rührt daher, da sie ihre Jungen meist in einem sehr frühen Stadium zur Welt bringen und diese sich anschließend im Beutel der Mutter weiter entwickeln. Bei Kindern am beliebtesten sind sicher Kängurus und Koalas. Letztere habe ich bei meinen zwei vorangegangenen Australien-Besuchen eher zufällig gesehen. Dieses Mal wollten wir es etwas gezielter angehen und haben vorher recherchiert, wo Koalas gut in freier Wildbahn angetroffen werden können. Der meist empfohlene Ort für eine Koalasichtung ist Magnetic Island. Besonders entlang des Wanderwegs zum Fort soll man die Eukalyptus-Bäume rechts und links genau scannen. Sollte sich kein Koala zeigen, so kann immer noch das nahe gelegene Koala Sanctuary besucht werden.

Weitere gute Möglichkeiten zur Koalasichtung sind im Otway National Park bei der Great Ocean Road einen Tageausflug von Melbourne entfernt (hier besonders entlang der Straße zum Otway Lighthouse, auch ich habe hier beim letzten Australien-Besuch Koalas gesehen) und im Tower Hill Wildlife Reserve bei Warrnambool, ebenfalls in der Nähe der Great Ocean Road. In diesem kleinen Reservat erwartet Tierfreunde nahezu die komplette australische Tierwelt: Kängurus, Wallabys (kleinere Arten der Familie der Kängurus) und Possums (ebenfalls Beutelsäuger), zusätzlich die Echidnas und auch die flugunfähigen Emus, nach dem Vogel Strauß die zweitgrößten Laufvögel der Welt, sind hier anzutreffen. Dieses Reservat, das in den meisten Reiseführern allenfalls mit Randnotiz erwähnt wird, werden wir ganz sicher besuchen!

Pinguine

Zahlreiche Pinguin-Kolonien sind an der Südküste Australiens beheimatet, selbst bei Sydney soll es welche geben. Ganz sicher aber im Großraum Melbourne. Der Stadtteil St. Kilda ist bekannt für seine kleine Kolonie am Hafen, auch an der Great Ocean Road gibt es Pinguine z.B. am London Arch. Eine der besten und bekanntesten Möglichkeiten, Pinguine zu sehen, gibt es jedoch auf Phillip Island. Allabendlich kommen die Pinguine von ihren Beutezügen aus dem Meer hier ans Land, watscheln über den Strand und zu ihrem Nachwuchs. Auch das werden wir uns nicht entgehen lassen.

Wir werden bald berichten, was uns vor Ort so alles begegnet ist!

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