Florida Keys: Von Key Largo bis Key West

Nach einem angenehmen Flug im A380 haben wir am Flughafen in Miami unseren Mietwagen abgeholt und sind direkt nach Key Largo zu unserem Hotel gefahren. Key Largo, am nördlichen Ende der Key-Kette gelegen, fanden wir als Standort optimal: Miami, die Everglades und Key West können von hier aus in Tagestouren besucht werden.

Wie schon im einleitenden Blog erwähnt, gibt es auf den Keys wenig Strände – das wird mal mehr, mal weniger deutlich in der diversen Reiseliteratur erwähnt. Wir finden, es sollte klar gesagt werden: Wer einen schönen Strand sucht, sollte dies nicht auf den Keys tun, sondern lieber an die Golfküste gehen! An den Keys herrschen Mangrovenwälder vor – und Sandstrände müssen oft künstlich angelegt werden. So wie in unserem Hotel, dem Hilton Key Largo Resort. Ich will nicht unbedingt Werbung dafür machen (es war ok, aber auch nicht mehr), aber es ist eines der wenigen Hotels mit einen eigenen (künstlichen) Sandstrand – das war für uns neben der Lage ein Auswahlkriterium.

John Pennekamp Coral Reef State Park

An unserem ersten Tag in Florida sind wir aufgrund des Jetlags natürlich zeitig aufgewacht, genau richtig, um eine frühe Tour in den nahe gelegenen John Pennekamp Coral Reef State Park zu unternehmen. Der gebührenpflichtige Park ist größtenteils ein Unterwasserpark und beherbergt das einzige tropische Korallenriff am Festland der USA. Im Park gibt es jede Menge zu tun: Schnorcheln, Tauchen, Kayaking, Glasbodenbootfahrten oder einfach nur Baden (aber auch hier sind die – künstlichen – Strände nicht wirklich toll). Außerdem gibt es ein Besucherzentrum samt Aquarium, Picknickplätze, Duschen und diverse kleine Trails.

Da wir alle sehr gerne schnorcheln, entschieden wir uns für die 2,5-stündige Schnorcheltour. Die Utensilien hatten wir dabei, hätte man aber auch ausleihen können, Schwimmwesten mussten wir alle tragen. Mit dem Boot geht es raus ins dann auch klarer werdende Wasser – bei den Mangroven in Ufernähe ist es naturgemäß etwas trüb (ein weiterer Grund, warum das Baden vom Ufer aus nicht sehr reizvoll ist). Eine ganze Weile fahren wir durch die Mangroven und vorgelagerte Inselchen, viele Wasservögel sind hier zu sehen. Vom Boot aus konnten wir an zwei Stellen schnorcheln. Das Wasser ist ziemlich klar, Korallen sind auch vorhanden (wenngleich die Riffe an den von uns angesteuerten Stellen nicht mit dem Roten Meer oder dem Great Barrier Reef vergleichbar sind), aber zumindest gibt es viele Fische. Highlight für mich waren die großen Hummer und verschiedene Rochen, Schildkröten und Haie haben wir leider nicht gesichtet. Ein schöner Ausflug, der auch den Kindern viel Spaß gemacht hat!

Zum Abschluss haben wir noch einen Restauranttip von unserem Bootsführer bekommen: Hobo’s Cafe in Key Largo, ein von außen unscheinbares, aber sehr nettes Restaurant, wo es unter anderem leckeren Fisch gibt, auch Einheimische gerne essen gehen und Kinder willkommen sind. Abends unbedingt reservieren, immer gut besucht!

Einmal quer über die Keys

Florida Keys Route 1Am nächsten Tag stand eine Tour über die Keys bis zu ihrem südlichsten Punkt, Key West, auf dem Programm. Es gibt nur eine Hauptstraße von Key Largo nach Key West, die US #1. Die Strecke zieht sich ganz schön, reine Fahrtzeit von Key Largo nach Key West sind etwa 2 Stunden – wenn es der Verkehr zulässt. Aber mit ein paar schönen Stopps lässt sich die Strecke auch mit Kindern gut in einer Tagestour machen, wenngleich wir die Fahrt selbst größtenteils nicht so berauschend fanden, wie stellenweise zu lesen ist. Schön sind natürlich die Abschnitte über die Brücken und wenn man das Meer sieht, aber nicht selten blickt man auch lange Zeit auf gesichtslose Häuser und Ansammlungen von Tankstellen, Supermärkten und Fast-Food-Ketten.

Robbie’s Marina (Islamorada)

Robbie’s Marina auf Islamorada könnte ein erster Zwischenstopp auf dem Weg nach Key West sein. Ein Yachthafen, Restaurant, Souvenirstände und viele Menschen lassen erahnen, dass es hier noch mehr gibt. Und tatsächlich: Robbie’s Marina ist bekannt für seine Tarpune, große Knochenfische (unsere waren zwischen 1 und 2 Metern lang), die täglich hier vorbei schauen, weil sie natürlich wissen, dass es was Leckeres gibt. Am Eingang (Eintritt erforderlich) kann man einen Eimer kleine Fische kaufen und damit die großen Fische glücklich machen – falls nicht die zahlreichen Pelikane das Futter wegschnappen. Für Kinder ein netter Spaß!

Etwas später fährt man an einer weiteren Stoppmöglichkeit vorbei, dem „Dolphin Research Center“ in Grassy Key, nicht zu übersehen aufgrund der Delfinskulptur vor den Toren (es gibt mehrere Delfinzentren auf den Keys). Man kann hier mit den Delfinen spielen, schwimmen, sich mit ihnen fotografieren lassen oder auch „Trainer für einen Tag“ sein. Sicherlich ist das ein tolles Erlebnis für die Kinder und auch unsere wollten gerne da hin. Aber die Preise sind gesalzen: „Meet the dolphin“ für 5 Minuten kostet stolze 50 Dollar, ein Foto dazu natürlich nochmal mehr. Für 20-25 Minuten mit einem Delfin im Wasser muss man 199 Dollar berappen, das ganze mal zwei für zwei Kinder plus der Eintritt für die Erwachsenen – unsere „Schmerzgrenze“ war definitiv erreicht. Eine ethische Diskussion über die dressierten Wildtiere wollen wir hier nicht führen – allerdings sei gesagt, dass die Delfine dort zumindest keine „Shows“ zum Besten geben müssen und sich das Zentrum auch als „Forschungseinrichtung“ sieht – aber wir hatten doch den Eindruck, dass der Kommerz stark im Vordergrund steht und verzichteten auch aufgrund der extrem hohen Preise. Lieber haben wir später auf Sanibel Island wilde Delfine im Meer beobachtet. Entscheide jeder selbst!

Bahia Honda State Park

Eine der wenigen Sandstrand-Bademöglichkeiten auf den Keys bietet der Bahia Honda State Park (kostenpflichtiger Eintritt) zwischen Marathon und Big Pine Key. Der bekannteste (und meist besuchte) Strand im Park ist „Sandspur Beach“, einer der wenigen natürlichen Strände und einer der Schönsten auf den Keys (was aufgrund der „Konkurrenz“ aber auch nicht schwierig ist). Hier erwarten einen weißer Sand und badewannenwarmes, seichtes Wasser, aber auch viel Seetang und mangels Alternativen jede Menge Leute. Die Lage ist malerisch, die Bucht wird „umschlossen“ von der unterbrochenen alten Eisenbahnlinie.

Die entsprechende Infrastruktur mit Parkplätzen, Snackbar, Umkleiden, WCs und Picknickstellen ist vorhanden. Diverse Aktivitäten wie Kayaking und Schnorcheltouren  werden ebenfalls angeboten; wer vom Strand aus schnorcheln will, sieht aufgrund des Seetangs und fehlender Korallen nicht sehr viel.

Unser Fazit: Ein Stopp hier war ok, Baden gerade mit kleinen Kindern gut möglich. Aber nicht zu viel versprechen – wie die einstige Auszeichnung „schönster Strand Floridas“ zustande kam, ist uns ein Rätsel!

National Key Deer Refuge (Big Pine)

Florida Keys Key Deer WeißwedelhirschEinen netten Abstecher (und ausnahmsweise mal kostenlos) könnt ihr kurz dahinter zu den Key Deers machen. Diese kleinen Weißwedelhirsche sind endemisch, leben also nur hier. Besucht vorab das National Key Deer Refuge Visitor Center beim Big Pine Shopping Center (Key Deer Blvd) und holt euch einen Plan bzw. lasst euch Tipps geben, wo ihr die Hirsche am ehesten sehen könnt. Das Visitor Center beherbergt auch eine kleine Ausstellung, nicht nur zu den Hirschen, sondern generell zur Flora und Fauna der Keys und die Mitarbeiter sind sehr auskunftsfreudig und hilfsbereit.

Wenn ihr den Key Deer Boulevard weiterfahrt, kommt ihr zum Blue Hole. Auf diesem Weg haben wir nicht nur zwei Key Deers gesehen, sondern am Blue Hole auch – neben vielen Schildkröten – unseren ersten Alligator!

Key West

Und schließlich sind wir angekommen an unserem Ziel: Key West, der südlichste Festlandspunkt der USA! Den wollten wir gleich als erstes sehen und haben das rot-schwarze Monument, den „Southernmost Point Continental USA“ angesteuert (Ecke South/Whitehead St) – und uns in eine lange Schlange der Wartenden eingereiht, die sich davor fotografieren. Von hier aus sind es in der Tat nur noch 90 Meilen nach Kuba!

Florida Key West Southernmost Point

Auf dem Meilenstein zu lesen ist auch „The Conch Republic“ – was es mit dieser „unabhängigen Republik“, die sogar eigene Pässe herausgibt, auf sich hat, könnt ihr im Spiegel-Artikel „Freiheitskampf im Hawaii-Hemd“ nachlesen, dieser stimmt wunderbar auf einen Besuch von Key West ein.

Anschließend haben wir uns zu Fuß ein wenig in Key West umgesehen. Neben den zahlreichen romantischen Holzvillen gibt es jede Menge zu sehen, das Hemingway House samt zahlreicher Katzen, Hemingways Lieblingsbar „Sloppy Joe’s“, die Duval Street mit ihren „verrückten Kneipen“ und Kitsch- und Souvenirläden – schlendert einfach ein bisschen durch die Straßen und lasst euch vom „Aussteigertreiben“ und den „Exzentrikern“ hier „inspirieren“. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, die das Städtchen so reizvoll macht.

Auch zu essen gibt es natürlich an jeder Ecke etwas, wir haben hier zum ersten Mal den berühmten „Key Lime Pie“ versucht, den ich seither regelmäßig bei Geburtstagen machen muss.

Unser Fazit: Trotz einiger Fahrerei alles in allem ein sehr schöner Tagesausflug mit netten Stoppmöglichkeiten entlang der Route, gerade auch für Familien mit Kindern!

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