Kurzbesuch in Osaka

Miyoko war der Meinung, zu einem Japanaufenthalt gehören nicht nur Tempel und Schreine, sondern auch eine japanische Burg. Also haben wir von Kyoto aus einen Halbtagsausflug nach Osaka gemacht, um das Osaka Castle zu besuchen.

Mit dem Shinkansen dauert dies gerade mal 30 Minuten. Shinkansen fahren gehört übrigens auch zu einem Japanaufenthalt unbedingt dazu. Die schnellen Züge sind nochmals in unterschiedliche „Schnelligkeitsgrade“ unterteilt und jeder Typ hat eine andere „Schnauze“, allen ist gleich, dass sie immer auf die Minute pünktlich sind. Die Sitze sind sehr komfortabel, für lange Strecken unbedingt reservieren. Damit es richtig authentisch wird, holt man sich vor der Fahrt  eine „Bento-Box„, eine „Lunch-to-Go-Box“ mit vielen kleinen Kästchen für die verschiedenen Häppchen und verspeist diese dann genüsslich während der Fahrt. Es fährt auch ein Speisewägelchen durch den Zug, das hat sogar unser geliebtes Matcha-Eis im Angebot, ein prima Nachtisch.

Angekommen in Osaka nehmen wir ein Taxi zur Burg. Da wir drei Familien sind, brauchen wir drei Taxen, die lustigerweise alle eine andere Strecke fahren und alle etwas anderes kosten. Uns macht das etwas nervös, denn unser Fahrer spricht keinerlei Englisch und wir hoffen, dass wir an der richtigen Stelle ankommen. Aber es ist alles gut, der nette ältere Herr schenkt den Kindern zum Abschied sogar noch Lollies.

Die Burg gehört zu den symbolträchtigsten des Landes, denn sie spielte eine wichtige Rolle bei der Vereinigung von Japan im 16. Jahrhundert. Hideyoshi Toyotomi, ein lokaler Militärführer des Shogunats, beendete den lange andauernden Bürgerkrieg und vereinte die Japaner wieder. Als Zeichen seiner Macht und Stärke ließ er die Burg von Osaka bauen. Mehrfach mutwillig sowie durch Brände zerstört und wieder aufgebaut, ist sie heute vollständig restauriert und beherbergt ein Museum.

Die Burg ist von einem Wassergraben umgeben, durch ein großes Tor wird die Anlage betreten. Im Park um das Hauptgebäude herum tummeln sich viele Schulklassen, die die Burg zeichnen. An uns üben sich die Schüler im Auftrag ihrer Lehrer in Englisch („Where are you from?“ „What is your name?“) und wir beantworten geduldig immer wieder die gleichen Fragen. Als Dankeschön erhalten wir Prospekte aus ihren Heimatregionen und Städten und werden auf zahllosen Fotos abgelichtet.

Anschließend besichtigen wir die Burg. Im achten Stock (ein Aufzug ist vorhanden) hat man eine schöne Aussicht auf die Anlage und die Stadt. In den Stockwerken darunter gibt es verschiedene Dauer- und Wechselausstellungen, in denen man, wenn man will und sich dafür interessiert, sehr viel Zeit verbringen kann (unsere Kinder haben daran eher weniger Interesse). Spannend finden sie lediglich die imposanten Samurai-Kopfbedeckungen und -schwerter.

Nach einem Imbiss im Park (natürlich gibt es auch hier zahlreiche Essens-Stände) fahren wir zurück nach Kyoto, wo uns ein Spaziergang durch die Altstadt und eine Teezeremonie erwarten.

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