Phillip Island: Naturparadies mit Pinguinen

Von Brisbane aus fliegen wir ins 2,5 Stunden entfernte Melbourne. Mit dem Mietwagen geht es gleich weiter nach Phillip Island, eine Insel rund 90 Minuten von Melbourne entfernt. Die Insel ist berühmt für ihre Pinguin-Parade, jeden Abend nach Sonnenuntergang watscheln hunderte Pinguine aus dem Meer über den Strand hinauf zu ihren Bruthöhlen. Wir hatten schon im Internet gelesen, dass das eine ziemliche Massenveranstaltung ist, aber dennoch wollten wir uns das Spektakel nicht entgehen lassen.

Am Abend machen wir uns also auf den Weg zu den Pinguinen, gewarnt von entsprechenden Schildern auf der Straße wissen wir, dass wir bald da sein werden, bevor wir ein großes, neu erbautes Besucherzentrum erreichen. Dort erfahren wir (nebst allerlei Informationen über die Tiere) auf einer Tafel, dass gestern fast 700 Pinguine am Strand gesichtet wurden (nicht alle gehen jeden Tag auf Fischfang), bei uns werden es, wie wir am nächsten Tag lesen, sogar 1.140 gewesen sein. Um 19 Uhr öffnet (zu dieser Jahreszeit) das Besucherzentrum seine Schranken in Richtung Pinguine und alle strömen zu den „Pinguinbeobachtungstreppen“. Es gibt zwei Gruppen, die „VIPs“, die für die besten Plätze (die „geschwungene“ Treppe auf dem Foto) deutlich mehr bezahlt haben und die „Normalos“, zu denen auch wir gehören.

Auf dem Weg dorthin ist schon deutlich zu erkennen, wo die Pinguine „wohnen“, entweder in Erdhöhlen, oder in für sie gebauten Häuschen. Freundliche Ranger informieren uns über die besten Plätze, nämlich am Rand der zwei Treppensitzplätze, denn die Pinguine nehmen immer den gleichen Weg, möglichst direkt über den Strand in den Schutz der Vegetation. Der „Pinguin-Highway“ ist natürlich dort, wo die VIPs sitzen (nämlich mit Blick auf das Meer ganz rechts).

Wir warten auf unseren mitgebrachten Handtüchern sitzend, mit einem kleinen Snack, auf den Sonnenuntergang. Einstweilen informieren uns die Ranger über die Pinguine und ihre Verhaltensweise und sagen immer wieder, dass man nicht fotografieren darf (stattdessen kann man sich gratis Fotos von der Website herunterladen, die zwei nächtlichen Pinguinfotos sind nicht von mir).

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Als die Sonne untergeht, wird es spannend. Die Ranger haben uns informiert, dass man die Pinguine erst hört, bevor man sie sieht. Die kleinen Gesellen, nur 35 Zentimeter groß, verständigen sich nämlich untereinander, bevor sie aus dem Wasser kommen. Die Querung des „offenen“ Strandes ist für sie der gefährlichste Teil ihrer Nahrungssuche, den sie immer mindestens zu zweit, meist in kleinen Gruppen, zurücklegen. Und tatsächlich hört man erst ein zartes „entenähnliches Geschnatter“, bevor man sie langsam in der Brandung auftauchen sieht. Stört die Pinguine etwas, drehen alle wieder um und rennen zurück ins schützende Meer. Das wiederholt sich ein paarmal und ist sehr putzig, bevor sich die erste Gruppe traut, über den Strand in Richtung Dünenbewachsung zu „rennen“ . Dann geht es allerdings „Schlag auf Schlag“, immer wieder kommen die Gruppen aus dem Wasser und streben in ihre Höhlen – Pinguinparade halt.

Wir schauen uns das Treiben eine Weile an, doch der schönste Teil des Erlebnisses ist es eigentlich, wenn man langsam auf dem Bohlenwegen zurück geht. Denn hier oben finden sich Pinguin-Paare und es warten die Jungen auf ihre Eltern und Futter, auch sie rufen laut nach ihnen. Die flaumigen Küken stehen unmittelbar am Bohlenweg und sind bestens zu sehen, viel näher als am Strand. Überall stehen Ranger und machen die Kinder und uns auf Besonderheiten aufmerksam (und passen auf, dass niemand fotografiert). Trotz der vielen Menschen ist das gesamte Spektakel sehr sehenswert, insbesondere wenn man wartet, bis vor allem die chinesischen Reisegruppen weg sind, und es geradezu ruhig wird. Ein VIP-Ticket benötigt man in unseren Augen nicht, wie gesagt kommt man den Pinguinen am Ende so oder so ganz nah.

Am nächsten Tag fahren wir zu „The Nobbies„, eine Landzunge „hinter“ der Pinguin Parade. Auf dem Weg dorthin queren nicht nur die zahlreich vorhandenen großen Wildgänse die Straße, sondern auch ein Echidna, ein Schnabeligel. Beim Versuch, das Kerlchen mit dem Foto „einzufangen“, stelle ich fest, dass sich auch hier zahlreiche Pinguinhöhlen – die erschreckten Bewohner ziehen sich rasch zurück – befinden. Der Echidna hat sich leider aus dem Straub gemacht. Entlang der Straße kann man außerdem an diversen Aussichtspunkten halten, die einen Blick auf die schönen Strände, teils von Surfern gut besucht, bieten.

Am Ende der Straßen erreichen wir ein weiteres Besucherzentrum, an dem ein hübscher kleiner Rundweg der Küste entlang, absolut kindertauglich, startet. Die Landschaft ist wunderschön und erinnert uns ein bisschen an Schottland, wenngleich der Bewuchs mit Mittagsblumen auf den zweiten Blick nicht passt. Aber das Farbspiel ist einfach klasse, die braun-grünen Pflanzen mit vereinzelt rosafarbenen Blüten vor den schwarzen Steinen und türkis- bis tiefblauem Meer begeistern uns. Und auf dem Weg der Küste entlang sind immer wieder Schlafhöhlen der Pinguine, in denen teilweise die Kerlchen, die heute nicht auf Fischfang sind, schlafen. Manche sind sogar wach und stehen vor ihren Höhlen, jetzt kann man auch problemlos fotografieren. Leider nur aus der Ferne sehen wir den „Robbenfelsen“, den man mit eigenen Schiffstouren hätte besuchen können.

Neben seinen Pinguinen ist Phillip Island für noch etwas bekannt: seine Lokalbrauereien. Wir besuchen zwei davon, die Rusty Water Brewery und  das Cheeky Goose Café und sind sehr angetan vom ausgeschenkten Bier (im Rusty Water ist es am besten), auch das Essen ist sehr lecker. Uns fällt wieder einmal auf, wie sehr die Aussies ihre Saucen lieben, zum Steak, zum Hamburger, zum Wrap – das Angebot an Saucen und Chutneys ist im Cheeky Goose fast größer als das an Getränken… Nur Ketchup wird vielerorts „verpönt“, wir sind ja schließlich nicht in den USA, hat einer unserer Guides mal zu uns gesagt.

Unser Fazit für Phillip Island: Hier hätten wir es durchaus länger als eine Nacht ausgehalten. Die angenehmen Temperaturen von tagsüber 25 Grad sind eine nette Abwechslung zu zuletzt 35 Grad in Brisbane. Die vielen Tiere, schöne Strände an einer reizvollen Küste und eine angenehme Infrastruktur machen die Insel zu einem angenehmen Aufenthaltsort!

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