Charmante Kleinstädte im Norden Portugals

Tagelang am Strand zu liegen ist nicht so unser Ding, lieber jeden Tag ein bisschen Strand oder Pool und noch ein Städtchen anschauen, sei es für den Besuch eines Markts, zum Shoppen, zum Essen gehen oder auch um die Beine zu vertreten auf einer längeren Autostrecke. So haben wir einer ganzen Reihe von reizenden Kleinstädtchen im Norden Portugals einen Kurzbesuch abgestattet.

Guimaraes

„Aqui nasceu Portugal“ – hier wurde Portugal geboren – prangt in großen Lettern an der alten Stadtmauer. Portugals erster König Alfonso I wurde hier geboren und machte die Stadt nach seinem Sieg über die Mauren im 12. Jahrhundert zur ersten Hauptstadt Portugals. Die Stadt war 2012 Kulturhauptstadt Europas und die sehr sehenswerte und hübsch restaurierte Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe.

Portugal Guimaraes Aqui nasceu Portugal

Auf einem Hügel über der Stadt erhebt sich die Festung Castelo Sao Miguel, die wichtigste romanische Wehrburg des Landes. Acht viereckige Wehrtürme gruppieren sich um den Burghof, in dessen Mitte der Torre de Menagem steht. Die Festung kann gegen ein kleines Eintrittsgeld besichtigt werden, von den Mauern hat man einen schönen Ausblick. In der Kapelle unterhalb soll Alfonso getauft worden sein. Noch ein Stück weiter in Richtung Altstadt steht der Palast der Herzöge von Braganca.

Mittelpunkt der Altstadt ist der Largo da Oliveira mit der gleichnamigen Kirche. Rings um diesen Platz ist die Altstadt besonders schön, zwischen dem Largo do Toural (hier steht die Stadtmauer mit „Aqui nasceu Portugal“), dem Largoda Oliveira und dem Castelo lassen sich so manch schöne Gasse, so manch hübscher Platz und viele schöne Häuser, Geschäfte und Cafés entdecken. Für uns ist Guimaraes eine der reizvollsten Städtchen Portugals!

Wer in Guimaraes ist, kann einen Abstecher in die nahe gelegene Ausgrabung der keltischen Siedlung Citania de Briteiros machen. Mit einst fast 200 Häusern ist diese Siedlung der keltischen Iberer von 800 v. Chr. eine der bedeutendsten ihrer Art. Zu sehen sind runde und eckige Grundrisse der Häuser (zwei Häuser wurden rekonstruiert), Ställe und Gärten, Straßen, Wasserleitungen und Mauerringe. Im Zentrum findet sich außerdem Reste einer mittelalterlichen Kapelle und eines Friedhofs. Das Spazierengehen und für Kinder Herumklettern in den Ruinen inmitten von Korkeichenwäldern, mit Aussicht auf die umgebende Landschaft, ist durchaus reizvoll!

Viana do Castelo

Unweit von unserer Unterkunft liegt Viana do Castelo, ein hübsches Kleinstädtchen am Meer. Über der Stadt thront die Wallfahrtskirche Santa Luzia, die an Sacre Coeur in Paris erinnert. Man gelangt zu Fuß oder mit einer Seilbahn nach oben und kann einen schönen Blick über die Stadt und den Atlantik genießen. Hauptplatz des Städtchens, das auch viele Pilger besuchen, ist die Praca da República mit ihrem alten Rathaus und der Igreja da Misericórdia. Die umliegenden Straßen sind hübsch herausgeputzt, besonders gut gefallen haben uns die „tanzenden Regenschirme“.

Barcelos

Ein reizendes Städtchen ist auch Barcelos, am Ufer des Flusses Cavádo im Landesinneren gelegen. Es hat eine sehr hübsche Altstadt samt Fußgängerzone mit schönen Bürgerhäusern und vielen netten Geschäften und Restaurants. Besonders donnerstags geht es sehr lebhaft zu: dann findet einer der größten Wochenmärkte Portugals auf dem Campo da República statt. Es gibt fast nichts, was man hier nicht kaufen kann: Obst und Gemüse, Blumen, Backwaren, Stockfisch, lebendige Tiere, jede Menge Kleider und Schuhe, Taschen, Spielzeug, sogar Möbel und viele Souvenirs – insbesondere der typische bunte Hahn in allen Größen – werden hier angeboten. Der Hahn ist übrigens ein Symbol für Gerechtigkeit: Die Legende erzählt, dass ein zu Unrecht verurteilter Bauer seinem Richter prophezeihte, dass bei seiner Hinrichtung das Brathähnchen auf seinem Teller krähen und davonfliegen würde, weil er unschuldig sei – was tatsächlich auch geschah.

Chaves

Auf unserem Weg zum Douro haben wir Station in Chaves gemacht. Das Städtchen liegt im äußersten Norden Portugals, fast schon an der spanischen Grenze. Chaves hatte schon zu Zeiten der Römer eine strategische Bedeutung, eine römische Brücke über den Rio Tamega ist heute noch zu bewundern. Aus dem Mittelalter und aus dem 17. Jahrhundert sind gleich drei Festungsanlagen erhalten. Auf der rechten Flussseite befindet sich die hübsche Altstadt. Von der römischen Brücke über die enge Rua Direita, vorbei an Wohn- und Geschäftshäusern mit bunten Fassaden und Balkonen, gelangt man zum Hauptplatz der Altstadt, der Praca Camoes. Direkt daneben liegen auf dem höchsten Punkt die Reste des Castelo de Chaves mit ihrem Wachturm inmitten eines hübschen kleinen Parks, mit mittelalterlichen Kanonen und schönen Ausblicken über die Stadt und das Umland.

Da wir zur Mittagessenszeit hier waren, sind wir im kleinen Restaurant „Casa Costa“ eingekehrt, das mit „Especialidades em pratos regionais“ wirbt. Nach einer Woche Fisch und Meeresfrüchte habe ich die typische portugiesische „Alheira“ probiert, eine Wurst meist aus Schweinefleisch, aber auch mit anderen Fleischsorten, Gewürzen sowie einem großen Anteil an Weißbrot. Die Wurst wird zunächst geräuchert und dann gegrillt oder gebraten und meist mit (Brat-)Kartoffeln serviert. Hat nicht schlecht geschmeckt, allerdings fand ich die „weiche Konsistenz“ durch den hohen Weißbrotanteil etwas gewöhnungsbedürftig.

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