Der Sommerurlaub 2025 führt uns ins italienische Friaul und nach Slowenien. Da wir täglich nicht länger als 6 Stunden im Auto sitzen wollen, machen wir auf unserem Weg in den Süden einen Zwischenstopp in Salzburg.
Schloss Mirabell und Mirabellgarten
Wir betreten die „Bühne der Welt“ – so der Werbeslogan der Kulturstadt Salzburg – , durch eine der farbenfrohesten Kulissen der Stadt, den Mirabellgarten. Da wir montags hier sind, wird diese Kulisse nicht wie sonst von zahlreichen Brautpaaren genutzt, dafür von umso mehr asiatischen Reisegruppen. Aber auch wir erfreuen uns an der bunten Blumenpracht vor dem Schloss Mirabell. Dieses östlich der Salzach gelegene, im 17. Jahrhundert erbaute Schloss ist heute der Sitz des Bürgermeisters. Der Garten gilt als einer der schönsten Barockgärten Europas und wurde im 18. Jahrhundert gestaltet. Einem breiten (älteren) Publikum ist er bekannt als Kulisse des Hollywood-Musicals „Sound of Music“ (deutscher Titel: „Meine Lieder, meine Träume“) mit Julie Andrews aus den 1960er Jahren. Ich muss hier eine Bildungslücke eingestehen, aber ich bin halt auch etwas jünger…
Der Garten ist täglich von 6 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, das Schloss zu bestimmten Zeiten, der Eintritt in beides ist frei. Besonders schön finden wir den Blick über die Blütenpracht auf die Festung Hohensalzburg in der Ferne – da geht es später hin!
Mozartstadt Salzburg
Zunächst laufen wir weiter in Richtung Salzach und stoßen auf das erste sichtbare Mozartzeichen, sein Wohnhaus am Makartplatz, das heute eines der Mozart-Museen beherbergt. Da wir nur einen Nachmittag lang in der Stadt sind, besuchen wir keines der Mozart-Museen, auch nicht das berühmteste davon, das Museum in Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse. Beim nächsten Mal nehmen wir uns mehr Zeit!
Auf der Fußgängerbrücke über die Salzach lässt sich die Altstadt auf der anderen Seite samt Festung Hohensalzburg bestens fotografieren. Seit 1997 gehört die Salzburger Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe, wegen ihrer Bauwerke und ihrer (musik-)kulturellen Bedeutung. Lebensader der älteren Altstadt auf der westlichen (linken) Seite ist die Getreidegasse mit besagtem Geburtshaus, wo allerdings eher dem Kommerz gefrönt wird, es ist die Bühne für alle Shopping-Willigen. Wir beschäftigen uns derweil lieber weiter mit der Mozart-Thematik in Form einer berühmten Köstlichkeit: der Mozartkugel. Das im Jahr 1890 von Paul Fürst kreierte Original hieß ursprünglich Mozart-Bonbon, es besteht aus einem Pistazien-Marzipankern, ummantelt von Nougat und dunkler Kuvertüre. Mittlerweile gibt es zahlreiche Nachahmer überall in der Stadt und darüber hinaus. Wir wollen natürlich unbedingt das Original im Stammhaus der Konditorei in der Brodgasse 13 probieren und reihen uns in die Schlange weiterer Kaufwilliger ein. Nicht ganz billig, das Pralinchen, aber unglaublich gut!
Festung Hohensalzburg
Derart gestärkt machen wir uns auf zur Festung Hohensalzburg, dem Wahrzeichen der Stadt. Wer zumindest unten am Ticketschalter nicht anstehen will, kann sich vorab online Tickets besorgen (nur tages-, nicht zeitgebunden). Erhältlich sind verschiedene Optionen mit und ohne Festungsbahn, wir entscheiden uns für das volle Programm (18,- Euro pro Erwachsenen, Stand 2025). Die Festungsbahn (fährt alle 10 Minuten, Fußweg nach oben dauert ca. 20 Minuten) bringt uns in Windeseile hinauf auf den Berg und wir genießen trotz Regenwolken einen tollen Blick über die Dächer der Stadt samt Dom, Residenz und Salzach.
Die Festung selbst ist eine der größten erhaltenen Burganlagen Europas, fast 1.000 Jahre alt. Für ihr Herzstück, das Fürstenzimmer, müssen alle extra anstehen, da nützt kein Online-Ticket. Das Fürstenzimmer besteht aus zwei Räumen, deren gotische Architektur aus 1501/1502 im Original erhalten ist. Der Fürstensaal oder Goldenen Saal beeindruckt unter anderem mit seiner Holzdecke in lapislazuli-blauer Nachthimmel-Anmutung mit vergoldeten Sternen, in der Goldenen Stube bewundern wir den kunstvoll gestalteten Kachelofen. Neben diesen zwei Räumlichkeiten beinhaltet der Rundgang noch das magische Theater sowie ein Museum mit Waffen, Rüstungen und ähnlichen Exponaten, die man und frau auf einer Festung vermuten würden.
St. Peter: Kloster und Petersfriedhof
Wieder mit der Festungsbahn unten angekommen, steigt uns ein verführerischer Duft von Backwaren in die Nase. Diesem folgend landen wir bei der Stiftsbäckerei von St. Peter, der ältesten Bäckerei der Stadt. Hier wird noch echtes Handwerk geboten! Gleich daneben befindet sich der Eingang zum Friedhof der Erzabtei St. Peter, ihres Zeichens ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum. Noch älter als das Kloster aus dem Jahr 696 ist der Petersfriedhof selbst, insbesondere die in den Mönchsberg gehauenen „Katakomben“ aus der Spätantike. Selbst wenn ihr wie wir wenig Zeit in Salzburg verbringt, macht unbedingt einen Spaziergang über diesen besonderen Petersfriedhof!
Unterwegs im DomQuartier
In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Salzburger Dom. Vor diesem auf dem Residenzplatz bietet die Stadt derzeit dem spanischen Bildhauer Jaume Plensa eine Sommer-Bühne. Seine Installation „Secret Garden“ zeigt fünf aus Eisen gegossene Frauenköpfe und sollen als eine Einladung zum Dialog und Austausch verstanden werden. Auf der anderen Seite des Doms, auf dem Kapitelplatz, hat eine dauerhafte Skulptur ihren Platz gefunden: „Sphaera“ von Stephan Balkenhol. Der Kontrast einer alltäglich gekleideten Männerfigur auf der goldfarbenen Kugel soll zum Nachdenken über das Verhältnis von Mensch und Welt, von Alltag und Inszenierung anregen. Gleich daneben ist Historisches zu bewundern, wie die „Kapitelschwemme„, eine ehemalige Pferdetränke, oder wieder einmal Mozart mit seiner Statue auf dem gleichnamigen Platz. Es ist diese beeindruckende Mischung aus historischer Architektur, traditionsreicher Kultur rund um Mozart und lebendiger Kunstszene, diese Bühne für Traditionelles und Modernes, die Salzburg zu etwas Besonderem macht!
Kulinarisches Salzburg: Stiegl und Salzburger Nockerln
Nach so viel kulturellen Highlights gehört der Abend der Kulinarik. Mit den Süßspeisen haben sie es ja, die Österreicher im Allgemeinen und auch die Salzburger in Besonderen. Von Mozartkugeln war schon die Rede, unbedingt versuchen solltet ihr auch die weltberühmten Salzburger Nockerln. Sie bestehen aus aufgeschlagenem Eiweiß mit Zucker, dem Eigelb, Vanillezucker und Mehl zugesetzt wird. Das Ganze wird im Ofen aufgebacken, mit Puderzucker bestreut und warm mit einer Fruchtsauce serviert. Auch einem Kaiserschmarrn können wir wie üblich nicht widerstehen. Vor diesen süßen Dessert-Köstlichkeiten stand ein ebenfalls typisch österreichisches Backhendl auf dem Speiseplan, mit einem zünftigen Salzburger Stiegl-Bier, die traditionsreiche Salzburger Privatbrauerei ist seit 1492 in Familienbesitz. Wohl bekomm’s!


































Verführerische Kulinarik. Und weckt Erinnerung. Ist aber lange, schon sehr lange her. Fast fünfzig, Jahre, dass ich dort war. Nun ja, die Welt ist groß. Überall immer wieder hinfahren geht leider nicht. Doch Salzburg könnte ich wieder mal auf den Plan setzen. Gute Reise weiterhin
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Dankeschön, Peter!
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Mein Co-Haus-Meister darf aber nicht „ansetzten“ 😂. Herzliche Grüße aus Berlin aus dem Al Bocconcino 👋
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Ich gebe es weiter 😂
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