Safari in Südafrika: Big Five und mehr (Teil 1)!

Der Hauptgrund für unsere Reise nach Südafrika war es, eine Safari zu machen. Dabei die Big Five zu sehen, also Büffel, Elefant, Löwe, Leopard und Nashorn, sowie natürlich zahlreiche andere Tiere, war schon immer ein Traum von mir. Übrigens spricht man in Südafrika weniger von Safari, sondern meist von Game Drives. Gemeint ist das Gleiche: Die Fahrt mit dem offenen Jeep, um Tiere zu beobachten. Laut unserem Guide entstammt der Begriff „Game“ früheren Zeiten, als es eine Art Spiel oder Sport war, Tiere aus dem Jeep heraus eher zu jagen als zu beobachten. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Big Five, der sich nicht auf die Größe der Tiere bezieht, sondern auf die Schwierigkeit der Jagd auf ebendiese Fünf.

Wir haben lange überlegt, welche Lodges wir wählen. Klar war: Es sollen Big Five Gebiete sein, um wenigstens die Möglichkeit zu haben, alle fünf zu sehen. Die meisten Safari-Lodges liegen übrigens in Private Game Reserves, werden also privat geführt, mitunter mehrere in einem Reservat. Wir entschieden uns dann für die Grenzregion zu Botswana, denn diese hat den Vorteil, malariafrei zu sein und das Welgevonden Reservat ist von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Und da wir zu Beginn der Reise einen Badeaufenthalt in Durban machen wollten, fiel die zweite Wahl auf die Grenzregion zu Swasiland/Mosambik , obwohl hier ein – sehr geringes – Malariarisiko besteht. Den Krügerpark schlossen wir aus, da hierfür ein weiterer Inlandsflug notwendig gewesen wäre. Unser erste Safari-Lodge ist Thanda, 300 Kilometer nördlich von Durban gelegen.

Thanda Lodge in KwaZulu Natal

Nach einer sehr aufregenden Fahrt (siehe auch: Südafrika: Erste Station Durban), die wegen überfluteter und weggerissener Straßen und Brücken doppelt so lange gedauert hat, erreichen wir die Lodge. Thanda ist ein Wort aus der Sprache IsiZulu der Zulu, die die größte ethnische Gruppe in Südafrika bilden und in KwaZulu-Natal ihr Kerngebiet haben. Thanda heißt Liebe – Liebe zum Heimatland, zur Zulu-Kultur und zur Natur. Passenderweise ist diese Lodge, die zu den Leading Hotels of the World gehört, im traditionellen Stil erbaut, mit den typischen Zulu-Rundhäusern und einem großen Kamin in jeder Suite.

Wir beziehen eine der Suiten (Thanda hat auch noch ein tented camp) und sind restlos begeistert. In mehreren ineinander verbauten Rundhäusern sind auf 220 Quadratmetern ein riesiges Himmelbett, ein extra Wohnbereich (wo die Kinder ihre Betten beziehen) mit großem Kamin sowie ein Badebereich mit Innen- und Außendusche sowie Badewanne untergebracht. Außen geht es genauso imposant weiter: Ein eigener Plungepool und ein Sonnendeck mit Tagesbett, auf dem wir alle vier locker Platz finden, ist allein für uns da. Von hier aus blicken wir über die Bergsavanne und die Hügel des Zululandes, können den Tierstimmen lauschen und Impalas, Nyalas und manchmal sogar Elefanten, die bis zu den Häusern kommen, beobachten. Ein absoluter Traum!

  • Thanda Big Five
  • Thanda Lodge Suite Badewanne
  • Thanda Suite
  • Thanda Suite
  • Thanda Lodge Lobby
  • Thanda Impalas im Hotel
  • Nyala in der Thanda Lodge

Schon direkt nach der Ankunft geht es los zur Nachmittagssafari. Wie bei fast jeder unserer insgesamt 10 Game Drives haben wir den Jeep für uns alleine. Gleich am ersten Nachmittag kann uns Ranger Sambelo mit seinem Tracker eine Elefantenherde, eine Nashornfamilie, die lustigen Warzenschweine, Zebras und zahlreiche Antilopenarten, vor allem Impalas, Nyalas und Kudus zeigen. Auch einen „Dagga Boy“ sehen wir, einen alten, alleinlebenden Büffel. Ganz schön bedrohlich wirkt dieses imposante Tier, das uns im Dämmerungslicht finster anschaut. Bei einer späteren Fahrt werden wir eine Herde von Wasserbüffeln mit zahlreichen Kälbern sehen, die weit weniger bedrohlich wirken, auch wenn wir intensiv gemustert werden. Besonders schön zum Abschluss der heutigen Fahrt: die Giraffen im Sonnenuntergang! Eine unerwartete Begegnung haben wir auch noch: eine Puffotter. Obwohl diese Schlangen eher selten sind, sehen wir sie gleich zweimal bei unseren Pirschfahrten und wir erfahren, dass das Gift einer dieser Vipern reicht, um mehrere Menschen zu töten.

  • Thanda Elefant
  • Thanda Elefant
  • Thanda Dagga Boy Wasserbüffel
  • Thanda Wasserbüffel
  • Thanda Wasserbüffel mit Madenhacker
  • Thanda Wasserbüffel Kalb
  • Thanda Impala männlich
  • Thanda Impala
  • Thanda Kudus weiblich
  • Thanda Zebra
  • Thanda Warzenschweine
  • Thanda Puffotter
  • Thanda Giraffen Sonnenuntergang

Am nächsten Morgen geht es auf Löwenpirsch. Der Tracker sucht eifrig die Spuren, die wir auch finden, aber keine Löwen. Macht nichts, wir sehen erneut zahlreiche andere Tiere und es ist einfach schön, durch die höher gelegene Bergsavanne und das flache Bushveld zu fahren und sich von Sambelo alles mögliche erklären zu lassen. Einen Morgen danach gehen wir – ebenfalls ohne Erfolg – auf Leopardensuche. Wir erfahren, was „Ferrari Safari“ heißt, nämlich mit maximal möglicher Geschwindigkeit über die Pisten zu brettern, weil ein Hotelmitarbeiter einen Leoparden gesehen hat. Auch das lernen wir: Leoparden sind die Königsdisziplin und am seltensten von den Big Five zu sehen.

Nachmittags geht es erneut auf Löwenpirsch und dieses Mal mit einem Erfolg, der bei uns Gänsehaut verursacht. Auf einmal kommt uns eine Löwenmutter entgegen, mitten auf der Piste. Sambelo weicht respektvoll ins Gras aus und die Löwin schreitet, ohne uns zu beachten, mit drei Meter Abstand an uns vorbei. Wow!!! Sie will nach einem erfolglosen Jagdausflug zurück zu ihren halbwüchsigen Jungen. Die zwei haben sich auf einen Baum zurückgezogen, da sie Angst vor einem Büffel im Busch unter ihnen haben. Der trollt sich, als die Mutter kommt und die kleine Familie macht sich gemeinsam auf den Weg in ein neues Jagdrevier. Was für ein Erlebnis!

  • Thanda Löwin
  • Thanda Löwin
  • Thanda Löwen
  • Thanda Löwenfamilie

Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach dem Spitzmaulnashorn (Black Rhino). Es ist viel seltener als das Breitmaulnashorn (White Rhino). Letzteres lebt im Grasland und ist viel leichter zu finden als das kleinere, im Busch lebende Spitzmaulnashorn – das wir leider weder in Thanda noch bei unserer zweiten Safarilodge zu Gesicht bekommen. Aber zwei „Weiße“ sehen wir an diesem Tag und wir sind erstaunt, wie nah wir den Tieren kommen und wie friedlich sie sind – sie fressen quasi nonstop Gras und lassen sich durch fast nichts irritieren. Die zwei Jungbullen sind ohne Horn, es wurde ihnen abgenommen, um Wilderer vom Töten abzuhalten. Alle Nashörner in Thanda sind an den Ohren markiert, daher kann Sambelo überprüfen, um welche Tiere es sich handelt und die Beobachtung dokumentieren. Wir erfahren: Thanda betreibt neben dem Hotelbetrieb auch eine Ausbildungs-, Forschungs- und Naturschutzeinrichtung.

  • Thanda Nashornfamilie
  • Thanda Breitmaulnashorn White Rhino
  • Thanda Kontrollbuch Nashörner
  • Thanda Breitmaulnashorn White Rhino

Bestandteil jedes Game Drives sind stets ein Frühstücks- und ein Sundowner-Stop, bei dem kleine Snacks und Getränke gereicht werden. Morgens ist immer Amarula mit dabei, Südafrikas Antwort auf Baileys, der Likör wird aus den Früchten des Marula-Baums gewonnen. Sambelo sucht besonders am Nachmittag immer die schönsten Sonnenuntergang-Spots für uns heraus und zeigt uns stolz das bergige Zululand und einen Blick über die benachbarten Ländereien des aktuelle König der Zulu, Misuzulu Zulu, der heute nur noch repräsentative Aufgaben hat.

  • Thanda Frühstück auf Safari
  • Thanda Frühstück auf Safari mit Amarula
  • Thanda Sundowner

Nach drei Tagen Thanda sind wir restlos begeistert, was uns wohl in der nächsten Lodge erwarten wird?

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