Daintree National Park und Cape Tribulation: von wegen Trübsal

Mit dem Flugzeug geht es von Sydney ganz in den Nordosten Australiens nach Cairns, in die Tropen. Wir holen unseren Mietwagen ab und fahren noch weiter gen Norden, auf dem Captain Cook Highway. Schon allein die Straße versetzt uns in Begeisterung, fährt man doch teilweise quasi direkt am türkisblauen Meer entlang. Doch der Schein trügt, die vielen paradiesisch anmutenden Strände sind mit Vorsicht zu genießen. „Salties“, die gefährlichen Salzwasserkrokodile, sind hier anzutreffen, und zu dieser Jahreszeit auch Quallen. Vom Baden ist daher dringend abgeraten, aber wir genießen die Aussicht, vom Auto und vom „Rex Lookout“.

Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft in Mossman, das „Mossman Motel Holiday Villas„. Streicht das „Motel“, denn damit hat diese Unterkunft rein gar nichts zu tun, außer die Lage direkt am „Highway“, der maximal als „Landstraße“ bei uns durch ginge. Das Hotel besteht aus süßen kleinen Häuschen in einen extrem gepflegten Garten mit kleinem Pool, sehr empfehlenswert. Und morgens werden wir vom typischen Ruf des „Kookaburra“ oder „Lachenden Hans“, dem größter Eisvogel der Welt, geweckt.

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Am nächsten Tag geht es in die „Mossman Gorge“ zu unserem Dreamtime Walk. Das Mossmann Gorge Visitor Center ist das älteste von Aboriginals geführte Tourismusunternehmen Australiens,und liegt am Rande des Daintree National Parks. Der hier ansässige Kuku Yalanji Stamm hat nicht nur ein beeindruckendes Visitor Center (übrigens mit überraschend gutem Restaurant) eingerichtet, sondern bietet auch Touren durch den Regenwald an, der wir uns anschließen. In den anderthalb Stunden erfahren wir einiges über die Traditionen und Kultur der Aboriginals, zum Beispiels über die traditionelle Smoking Ceremony oder die zur Bemalung verwendeten Farben und Bedeutung der Muster. Unser Guide zeigt uns außerdem besonders giftige oder nützliche Pflanzen, erklärt deren Verwendung und macht uns auf Tiere aufmerksam.

Zum Abschluss gibt es Bush-Tea und Damper – ein Gebäck ähnlich einem britischen Scone, zu dem es Butter und Marmelade gibt. Das finden auch die vielen „Bush Turkeys“ sehr lecker…

Man kann die Mossman Gorge aber auch ohne Guide besichtigen, was wir anschließend auch noch tun. Ein Bus fährt vom Center bis zum Parkbeginn, wo man auf Bohlenwegen durch den Wald bis zum Fluss laufen kann. Hier besteht auch die Möglichkeit, zwischen den Felsen zu baden! Als wir dort ankommen, macht allerdings der Regenwald seinem Namen alle Ehre und schüttet heftig seine Wolken über uns aus.

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Weiter geht es in Richtung Cape Tribulation („Kap des Trübsals“). Um dorthin zu gelangen, muss man mit der Fähre über den Daintree River fahren. Wenn keine Rush-Hour in Form von Touristenbussen ist, passiert dies „kurz und schmerzlos“, man darf nicht einmal aussteigen und schon ist man drüben. Der Daintree River ist bekannt für seine vielen „Salties“, es werden auch Krokodiltouren hier angeboten. Wir sehen leider keines.

Hinter dem Fluss ist man dann so richtig im Regenwald und die Straße schlängelt sich malerisch durch das üppige Grün. Ein erster Stop legen wir ein am Alexandra Range Lookout, wo man die zwei UNESCO-Weltnaturerbe, den ältesten Regenwald der Welt und das Great Barrier Reef, sieht!

Unser nächster Stop ist Daintree Ice Cream & Tropical Orchard (es ist die zweite Eisfabrik auf der linken Straßenseite, sie ist laut Einheimischer besser als die erste auf der rechten Straßenseite). Theoretisch werden dort zahlreiche Eissorten angeboten, tatsächlich sind (leider) immer nur bestimmte Sorten im Verkauf. Bei uns eine Kombi aus den Geschmacksrichtungen Wattleseed, Davidson Plum, Passionfruit und Coconut (sowie ein paar einzelne Sorten am Stiel oder im Becher). Natürlich nehmen wir den Viererpack und sind begeistert von der tollen Qualität. Am besten schmecken uns die bisher unbekannten Sorten Wattleseed (hier handelt es sich um Akaziensamen mit einem nussigen Geschmack) und Davidson Plum, die schön säuerlich schmeckt.

Das tolle an diesem Spot ist aber auch, dass man anschließend auch noch durch deren „Orchard“, also die Obstplantage, laufen darf und sehen kann, wie die Früchte reifen, aussehen und wachsen. Alles ist liebevoll beschriftet und macht Spaß, sich anzuschauen! Und die Krönung des Tages: Uns begegnet ein kleines Wallaby, natürlich ebenfalls ein Beuteltier, das quasi wie ein kleines Känguru aussieht. Wir sind begeistert!

Eine weitere Besichtigungsmöglichkeit wäre das Daintree Discovery Center mit diversen Walks, unter anderem ein Baumwipfelpfad, gewesen. Da es aber gerade mal wieder regnet und wir außerdem etwas abgeschreckt sind durch die „Dinosaurier-Werbung“, beschließen wir, erst ins Hotel zu fahren und dann ein paar „Free Walks “ zu machen.

Wir laufen am Cape Tribulation den kurzen „Kulki“-Weg zum Lookout auf das Kap, der Strand gehört angeblich zu den fünf Schönsten Australiens. Nun ja, schön ist er ja schon, aber auch hier gilt: Nicht Baden, ganzjährig Krokodile und jetzt auch noch Quallen! Der Dubuji-Myall Boardwalk ist ein etwa 30-minütiger Weg durch Regen- und Mangrovenwald. Anschließend übernachten wir in der Ferntree Rainforest Lodge mitten im Regenwald und genießen auch hier die nächtlichen Geräusche, völlig ohne Autos, einfach nur Vogelgezwitscher, Gecko-Laute, Blätterrascheln.

Am nächsten Morgen fahren wir wieder zurück in Richtung Cairns. Immer wieder wird an der Straße vor der Begegnung mit Cassowaries gewarnt, den flugunfähigen Großvögeln, die es sonst nur noch in Papua-Neuguinea gibt. Die Kasuare sind streng geschützt und sehr selten, aber wir haben ein riesen Glück: Eine Mutter und ihr Küken stehen direkt am Wegesrand. Gänsehautmoment!!! Unser Aboriginalguide in Mossman hatte uns gewarnt, dass die Tiere durchaus auch gefährlich sein können, wenn man ihnen zu nahe kommt. Also halten wir Abstand und beobachten die zwei, die einfach nur schön anzuschauen und sehr beeindruckend sind – schon das Küken ist etwa so groß wie eine Gans.

Unser Ausflug ans Cape Tribulation hat uns alle sehr begeistert. Schon allein die Straßen dorthin sind toll, die Stimmung einzigartig und die Tierbegegnungen das Sahnehäubchen!

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