Natur und Strände, Outdoor-Spaß und Kulinarik im Norden von Perth

Westaustralien ist die Region großer Distanzen – mit Ausnahme der Gegend nördlich von Perth. Hier finden sich auf kleinem Raum gleich mehrere Attraktionen. Die Stadtstrände von Cottlesloe und Scarborough, die weißen Dünen von Lancelin mit ihren Outdoor-Fun-Aktivitäten oder der Yanchep Nationalpark mit seinen Koalas, für jeden Geschmack ist etwas dabei!

Stadtstrände: Cottlesloe und Scarborough

An Stadtstränden mangelt es wahrlich nicht in Perth: Ganze 19 Strände an 123 Küstenkilometern weißt die westaustralische Tourismusbehörde aus. Die zwei bekanntesten liegen nördlich der Mündung des Swan River, Cottlesloe und Scarboroug Beach. „Cott“ wie die Locals sagen, ist quasi das Aushängeschild der Stadt und mit der Transperth-Metro super zu erreichen. Von der Haltestelle Cottlesloe sind es ca. 15 Minuten durch das Villenviertel der Forrest Street bis zum Strand. Rund um das ikonische Indiana Tea House könnt ihr euch entweder am feinsandigen weißen Strand oder auf den Rasenterrassen unter den schattenspendende Norfolk Pines niederlassen und sämtliche Strand- und Meeraktivitäten genießen, die ihr euch so vorstellen könnt.

Scarborough Beach und Sunset Markets

Uns hat es noch besser am Scarborough Beach gefallen. Dieser Strand liegt noch etwas weiter nördlich, ist zwar ebenfalls mit dem ÖPNV aus Perth City erreichbar, aber nicht so schnell wie Cottlesloe. Weißer Sandstrand vor türkisblauem Wasser, dahinter ein Dünengürtel, Spielplätze und „The Esplanade“ mit zahlreichen Cafés, Restaurant und Shops bieten auch hier die perfekte Kulisse und Infrastruktur. Wegen des oft starken Winds ist der Strand auch bei (Kite-)Surfern sehr beliebt.

Jeden Donnerstag (von November bis Mai) zieht eine ganz besondere Attraktion die Massen an: die Scarborough Sunset Markets. Ab 17 Uhr verwandelt sich The Esplanade rund um den Scarborough Square und Clock Tower in einen riesigen Outdoor-Markt, mit Kunsthandwerk und vor allem Foodstalls mit Köstlichkeiten aus aller Welt. Ob argentinisch, indisch, japanisch, mexikanisch, italienisch, philippinisch oder holländisch – da fällt die Auswahl schwer! Zur Erheiterung meiner schwäbischen Gesinnung gibt es sogar einen „Simply Spätzle-Stand“ mit „Traditional Handmade German Pasta“. Und auch für Entertainment ist gesorgt: In einem zum Strand geöffneten Amphitheater wird Live-Musik gespielt. Wer donnerstags in Perth ist, sollte sich dieses Event nicht entgehen lassen. Für Autofahrer gilt: Unbedingt früh da sein! Wer später als 17 Uhr kommt, findet verstopfte Zufahrtsstraßen vor und die Parkhäuser in der Umgebung (unsere Empfehlung: Wilson Parking – Manning Street, aber unbedingt gleich nach dem Parken bezahlen!) sind besetzt.

Yanchep Nationalpark: Koalas hautnah

Noch etwas weiter nördlich liegt ein beliebtes Ausflugsziel der Perthites: der Yanchep Nationalpark (Eintritt fällig, Nationalparkpass ist gültig). Seine Hauptattraktion ist etwas, das es eigentlich in Westaustralien gar nicht natürlicherweise gibt: Koalas. Das wird lustigerweise oder aus Marketinggründen wohlweislich überall verschwiegen. Aber offenbar fahren sowohl Einheimische als auch Touristen auf diese putzigen Beuteltiere ab und tatsächlich freuen wir uns ebenfalls sehr, sie auf dieser Seite des Kontinents zu sehen! Sie sind aber auch zu niedlich, wie sie in ihren Eukalyptusbäumen chillen. Und auf dem erhöhten Boardwalk kommen die Besucher ganz nah an sie ran, es sei denn, die Koalas ziehen sich in die Baumwipfel zurück.

Neben der Koala-Kolonie hat der Park noch weitere Attraktionen zu bieten, darunter mehrere Höhlen, eine Aboriginal Experience, einen Baumkletterpfad sowie einen Golfplatz, neben der üblichen Infrastruktur mit Picknicktischen und Barbecues. Das Ganze ist eher ein großer Freizeitpark als ein naturnaher Park, allerdings gibt es auch ein paar Bushwalks mit natürlicher Anmutung rund um den großen See Loch McNess, inklusive dem üblichen Wildlife-Spotting (vor allem Kängurus und Kakadus), wer Glück oder Pech hat sogar Schlangen. Unser Fazit: Wer wie wir einen Nationalparkpass hat, sollte sich den Yanchep Nationalpark anschauen, als ein „Must“ haben wir es nicht empfunden.

Und wer schon in der Nähe ist, kann einen Zwischenstopp beim 4 Kilometer vom Parkeingang entfernten Lavender Estate einlegen. Wir waren allerdings ziemlich enttäuscht, nachdem wir in Neuseeland die Wanaka-Lavendelfarm besucht und die dortigen riesigen Lavendelfelder gesehen haben. Da ist die Farm hier in Yanchep „mini“, aber Eis und Cocktail waren lecker.

Lancelin: weiße Dünen als Outdoor-Spielwiese

Absolut keine Enttäuschung war der nächste Urlaubsort: Lancelin. Etwa 120 Kilometer / 1,5 Stunden nördlich von Perth zählt auch dieses Städtchen noch zu den Tagesausflugszielen rund um Perth. Wir übernachten im Lancelin Sands Hotel, das auch ein Restaurant, eine Bar und ein Bottleshop sein eigen nennt und direkt hinter den Dünen liegt, letzteres war unser Hauptauswahlkriterium. Von unserem Balkon aus haben wir einen herrlichen Blick über die Dünen vor allem zum Sonnenuntergang. Natürlich laufen wir auch in die Dünen und an den Strand, um den Sonnenuntergang von dort zu genießen. Ein schwerer Fehler! Wie ihr vielleicht auf dem ersten Foto mit dem Hotel an den Sandverwehungen sehen könnt, weht eine ziemlich steife Brise. Nordsee ist ein Dreck dagegen. Es ist so extrem, dass man sich während unseres Aufenthalts hier am Strand quasi nicht aufhalten kann. Auch die anderen Strände des Städtchens muten sehr idyllisch an, aber es geht überall sehr rau zu, nur am Pier ist es etwas geschützter. Hier fahren die Einheimischen mit ihren Hilux- und Rams bis auf den Strand, um selbige als Wind- und Sonnenschutz zu benutzen, Platz genug ist ja vorhanden. Aussie-Beach-Life!

Im Landesinneren lässt der Wind etwas nach und wir machen einen kleinen Ausflug ins Hinterland zum Nilgen Nature Reserve. Ein kurzer Wildflower Walk führt vom Lookout aus durch die Natur und zeigt eindrücklich, was nach einem der zahlreichen australischen Feuer mit der Natur passiert. Im März und April 2025 (also vor 9 Monaten) hat ein großer Buschbrand hier gewütet, der unter anderem leider die meisten Wildblumen-Hinweisschilder auf dem Rundweg zerstört hat. Aber ein Großteil der Natur scheint sich ganz gut zu erhohlen, aus den schwarzen Stümpfen der allgegenwärtigen Australischen Grasbäume (Yaccas) und der Weihnachtsbäume sprießt wieder grünes Leben und so manche Blüte, nur die Banksien brauchen scheinbar etwas länger. Erstaunlich! Noch etwas weiter den Indian Ocean Drive in Richtung Norden kommt das Wanagarran Nature Reserve mit seinen weißen Dünen, vor denen sich malerisch die Grasbäume erheben.

Sandboarding und Quad-Tours

Weiße Dünen ist das Stichwort, denn das ist die eigentliche Hauptattraktion von Lancelin! Die blendendweißen Dünen sind eine einzige große Outdoor-Spielwiese, die vorrangig für Sandboading und Quad Bike Tours genutzt wird. Letztere können geführt oder ab einem gewissen Alter auch individuell unternommen werden. Die Sandsurfbretter sind für kleines Geld stundenweise zu mieten, Wachs zum Beschleunigen inklusive. Für unsere Töchter ist es eines der absoluten Highlights des Urlaubs, mit diesen Brettern die Dünen hinabzufahren!

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