Das kleine Slowenien – das Land mit 2,1 Millionen Einwohnern ist etwa so groß wie Hessen – bietet beeindruckend viele unterschiedliche Landschaften. Neben dem grünen, hügeligen Karstgebiet (siehe Unterwegs im slowenischen Kras: von Höhlen(-Burgen) und edlen Pferden) und der imposanten Alpenregion (Blog folgt) kann die Republik auch einen kleinen, knapp 50 Kilometer langen Küstenstreifen an der mediterranen Adria zwischen Italien und Kroatien vorweisen: die slowenische Riviera.
Die Distanzen im Land sind gering und so sind wir in weniger als einer Stunde von Sezana aus an der slowenischen Küste. Die die hügeligen Ausläufer der Dinarischen Alpen reichen bis ans Mittelmeer, die Küste ist felsig. Die Hafenstädte besitzen oft mittelalterliche, venezianisch geprägte Altstädte und mehr oder weniger bedeutende Seehäfen und Marinas. Die Hauptorte sind Koper, Izola und Piran, zu letzterem gehört das Seebad Portoroz mit dem einzig künstlich angelegten Sandstrand des Landes. Piran ist der mit Abstand bekannteste und touristischste Ort und auch unser Hauptziel des Tages.
Piran: fast wie Georg blicken wir auf Slowenien, Kroatien und Italien
Gleich mehrere Freunde haben uns vor dem Verkehrschaos in Piran gewarnt, also beschließen wir, keine Experimente zu machen und im großen Parkhaus Fornace am Stadteingang zu parken. Von hier aus fährt auch ein Shuttlebus in die Altstadt, wir laufen aber lieber an der Uferpromenade entlang dorthin. Auf unserem Spazierweg dorthin passieren wir dann auch eine der Schranken, die die auf einer Landzunge liegende Altstadt mit ihren engen Gässchen vor dem Autoansturm schützt.
Unser Weg führt vorbei an der Marina und mehreren Betonplattformen für die Badenden, bestückt mit Liegestühlen und Sonnenschirmen. Das wirkt auf mich nicht gerade gemütlich oder einladend, da kann auch das kristallklare Wasser nicht viel ausrichten. Doch so ist die slowenische Küste: entweder Felsen, Kiesstrand oder Beton-Badeplattformen (bis auf besagten künstlichen Sandstrand). Wer also einen reinen Badeurlaub machen möchte, ist hier eher weniger gut aufgehoben, Schnorchler freuen sich über das klare Wasser, Badeschuhe mitzunehmen ist eine gute Idee!
In der Altstadt angekommen, landen wir als erstes auf dem Tartiniplatz (Tartinijev trg). Die Statue des namensgebenden Geiger und Komponist Giuseppe Tartini ist nicht zu übersehen, sie steht gleich vor dem Rathaus. Dessen Fassade mit dem Markus-Löwen sowie das „Venezianerhaus“ Benecanka zeigen, was auch sonst im Stadtbild zu erkennen ist: Piran war ab dem 13. Jahrhundert etwa 500 Jahre lang unter venezianischer Herrschaft.
Wir steigen die Altstadtgassen hinauf, vorbei am Franziskanerkloster mit hübschem Kreuzgang zur Stadtmauer. Wer Eintritt bezahlt, kann hinaufsteigen und einen tollen Blick über die Altstadt auf der Halbinsel sowie die Küste genießen. Wir haben die wenigen Euro gerne gezahlt, wer sich dies sparen will, hat eine gute Aussicht auch von etwas weiter unterhalb (Querstraße der Ulika IX Korpusa bis zum Ende der Sackgasse laufen).
Von der Stadtmauer aus gut zu sehen ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: die Kathedrale St. Georg mit dem Heiligen Georg, Schutzheiliger der Stadt, auf der Spitze des Kampanile. Er hat eine wunderbare Aussicht auf die drei Länder Slowenien, Kroatien und Italien. Sowohl die Kirche, als auch der Kampanile, kosten Eintritt, allerdings können wir von einem Portal aus durch ein Gitter in die Kirche blicken.
Entlang der Adamiceva Ulica und Pusterla, vorbei an wunderhübsch blühenden Kapernsträuchern und modernem Street Art, geht es hinab zur Uferpromenade. Diese führt einmal um die Landspitze herum, an deren äußersten Ende ein ebenfalls venenzianisch anmutender Leuchtturm (Svetilnik) und die „Piran Meermaid“ stehen. Aber diese moderne Meerjungfrau schaut ja nicht mal auf’s Meer… Das tun wir umso lieber, lassen uns in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants nieder und genießen mit C(m)ocktail und Meerblick die Urlaubsstimmung. Ach, ist das herrlich!
Izola: slowenische Riviera (noch) ohne Touristenansturm
Auch dem benachbarten Städtchen Izola statten wir einen kurzen Besuch ab. Während Piran ziemlich umtriebig und verkehrstechnisch herausfordernd ist, finden wir in Izola sofort einen Parkplatz beim Strandbad von San Simon (Plaza San Simon). Von hier aus könnt ihr an der Uferpromenade entlang über die recht große Marina in die Altstadt laufen. Das Strandbad verfügt natürlich über die notwendige Infrastruktur, aber entlang der Uferpromenade liegen immer wieder Sonnenbadende, die über Plattformen und Treppenstufen im Mittelmeer nach Abkühlung suchen. In der Altstadt, die ebenfalls auf einer Halbinsel (ehemals sogar einer Insel – daher der Name) liegt, geht es deutlich beschaulicher zu als in Piran, wobei die Hotels und Apartmentanlagen rund im Izola erkennen lassen, dass die Touristen auch Izola so langsam entdecken.
Und auch in diesem Blog noch ein Restauranttipp: Das Kogo in Koper fanden wir großartig. Die Lage in einem Gewerbegebiet ist nicht so toll, dafür befindet sich im gleichen Gebäude die Weinboutique „Vinakoper“, die sowohl hochwertige Weine als auch literweise abzufüllende Landweine aus dem Tank anbietet. Das Tasting der angebotenen istrischen Weine macht ihr besser im Restaurant Kogo während des Essens – bei Vinakoper ist man offenbar nicht auf Einzelreisende, sondern eher auf Gruppentastings eingestellt. Dafür sind die Mitarbeiter des Restaurants umso freundlicher und alle Gerichte sind geschmacklich hervorragend – völlig zurecht trägt das Kogo zwar keinen Stern, aber eine Michelin-Auszeichnung!
Unser Fazit zur slowenischen Riviera: nicht wegen eines Badeurlaubs, aber umso mehr wegen des Flairs der Hafenstädtchen und der schönen Landschaft, würden wir jederzeit wieder hier herkommen!
































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