Mittlerweile sind wir auf der anderen Landseite von Thailand angekommen, am Golf von Siam in Khanom, quasi direkt gegenüber von Koh Samui. Im Gegensatz zu dieser sehr bekannten Urlaubsdestination ist Khanom kaum bekannt, was uns sehr verwundert. Denn ein über 10 Kilometer langer, feinsandiger Strand, Unterkünfte für jeden Geldbeutel, die sich mit gutem Abstand voneinander in der Bucht verteilen und ein im Gegensatz zur Westküste bei Krabi quallenfreies Meer – unserer Vorstellung von einem guten Badeort wird Khanom sehr gerecht! Wir sind sehr gespannt, ob sich dieser „Geheimtipp“ in den nächsten Jahren mausern und einen Namen unter Reisenden machen wird – wir hoffen allerdings, er bleibt dann noch so ruhig und beschaulich. Wir genießen auf jeden Fall einen entspannten Nachmittag am herrlichen Strand vor dem Khanom Hill Resort, das wir mit seinen hübschen Bungalows und seinem sehr guten Restaurant absolut empfehlen können.
Am nächsten Morgen steht die Hauptattraktion von Khanom auf unserem Programm: Eine Bootstour zu den rosafarbenen Delfinen (Indo-Pacific Humpback Dolphin / Sousa chinensis). Schon am Ortseingang empfängt uns einer im Kreisverkehr – ob sie wohl tatsächlich rosa sind? Kim bereitet uns darauf vor, dass sie auch schon Touren gehabt hat, wo keine Delfine entdeckt wurden, allerdings sei Februar bis September frühmorgens die beste Zeit, sie zu sichten. Also sind wir nicht nur gespannt, ob sie rosa sind, sondern ob wir sie überhaupt sehen werden.
Vom Hotel ist es eine kurze Autofahrt zur Ban Khao Aok Community, von deren Pier aus unserer Tour startet. Wir finden es bemerkenswert, dass unser Veranstalter Siamways ein weiteres Mal Wert darauf legt, die lokalen Communities zu unterstützen. Die Fischer des Dorfs arbeiten mal als solche, mal als Bootsführer für Touristen, während weitere Dorfbewohner für eine kleine Bewirtung am Pier sorgen – die Einnahmen werden anschließend geteilt.
Wir besteigen eines der Longtailboote und los geht’s. Da die Tour von verschiedenen Orten, auch von Koh Samui aus, angeboten wird, sind es dieses Mal ein paar mehr Boote, die sich auf die Suche nach den Tieren machen. Schon ganz bald werden wir belohnt: Ein Delfin ist in Sicht! Er ist tatsächlich zartrosa (was auf den Fotos nicht gut zu sehen ist – allerdings scheinen uns viele im Internet zu findenden Fotos „rosa-verstärkt“ zu sein). Der Grund für die Färbung ist übrigens, dass die Haut der Tiere im Alter dünner und damit durchscheinend wird für die Blutgefäße darunter. Jungtiere mit dicker Haut sind daher „normal grau“. Wir sehen noch eine ganze Reihe weiterer Delfine, die hier ihre Kreise drehen, teils auch sehr nah am Boot. Im Gegensatz zu sonstigen Delfinen, die wir gesehen haben, treten diese – zumindest heute bei uns – einzeln auf, sind nur kurz an der Wasseroberfläche zu sehen und springen leider nicht, was wir sehr schade finden (und was das Fotografieren sehr erschwert). Trotzdem ist es ein schönes Erlebnis!
Nach den Delphinen geht es weiter zu einer kleinen Insel, Koh Nui Nok. Etwas abenteuerlich ist der Ausstieg aus dem Longtailboot bei Flut, wir sind froh, dass keiner auf den Felsen ausrutscht oder ins Wasser fällt. Bekannt ist die Insel für ihre Süßwasserquelle, die allerdings nur bei Ebbe sichtbar ist. Wir steigen über eine kleine Treppe nach oben, wo sich ein kleiner Schrein befindet.
Im Anschluss zeigt uns der Bootsführer noch die Pancake Rocks von Khanom (Khao Hin Phap Pha). Die erodierten Kalksteinfelsen sind tatsächlich schön pfannkuchenartig geschichtet. Im Gegensatz zu ihren neuseeländischen Pendants ist das Meer hier allerdings – zumindest aktuell – deutlich ruhiger und die Felsen sind viel stärker bewachsen.
Zurück am Pier werden wir von der Touristenpolizei erwartet, sie kontrolliert regelmäßig, ob alle Vorschriften eingehalten, insbesondere ob die Schwimmwesten getragen werden. Nachdem der Polizist seine Pflicht getan hat, bittet er uns um Fotos mit sich und seinem Auto, und beim letzten schafft er sogar trotz strammer Haltung ein Lächeln :-).
Khao Luang Nationalpark
Eine weitere Ausflugsmöglichkeit von Khanom aus ist der Khao Luang Nationalpark. Namensgebend ist der mit 1.835 Metern höchste Berg Südthailands, Teil der Nakhon-Si-Thammarat-Bergkette. Im Park soll es in der Vergangenheit Tiger und Leoparden gegeben haben, noch heute leben versteckt in den Regenwäldern tief im Innern des Parks malayische Tapire, die jedoch kein Tagestourist zu Gesicht bekommt. Etwas wahrscheinlicher ist die Sichtung eines Nashornvogels (Hornbill) – wir haben leider kein Glück. Berühmt ist der Park auch für über 300 Orchideenarten, zahlreiche Amphibien und Reptilien sowie Schmetterlinge.
Unser Ziel ist einer der vielen Wasserfälle, der Krung Ching Wasserfall und wir starten am gleichnamigen Visitor-Center. Moskitospray und in der Regenzeit Schutz vor Blutegeln sind laut unserem Guide eine gute Idee (wir hatten jedoch keine Probleme mit beidem, denen ist es wohl auch zu heiß: 37 Grad im Schatten). Die Route ist gut ausgeschildert und am Wegesrand stehen zahlreiche Infotafeln zu Flora und Fauna oder Waldnutzung – zum Beispiel auch durch Guerillagruppen. Lustig: Wir sehen mitten im Wald nicht nur ihre Fallen für Wildscheine, sondern auch ihren ehemaligen provisorischen Sportplatz – Fleisch und Spiele!
Zu Beginn steigt die vier Kilometer lange Wanderstrecke schnell an, dann verläuft sie ebenerdig und wir genießen das Grün, die Vogelstimmen, viele Schmetterlinge und das angenehme Laufen im schattigen Wald. Der letzte Teil kurz vor dem Wasserfall weckt unangenehme Erinnerungen an den Tigerhöhlentempel: steile, unregelmäßige Treppen führen nach unten bzw. später wieder nach oben. Doch abgesehen davon ist der Weg gut machbar und es ist eine schöne Wanderstrecke!
Am Wasserfall genießen wir ein mitgebrachtes Picknick: Mango Sticky Rice. Zwei von uns gegen auch Baden im Becken unterhalb des Wasserfalls, was jedoch keine so gute Idee ist. Der Weg dorthin über spitze Felsen ist schon nicht ohne, die Steine am und im Becken sind extrem rutschig, wir kommen kaum wieder raus. Das Bad ist aber herrlich erfrischend!
Surat Thani: Bootstour auf den Klongs
Ebenfalls als Tagesausflug von Khanom aus möglich (Entfernung vom Hotel ca. 1 Stunde) ist ein Besuch in der Nachbarprovinz mit der gleichnamigen Hauptstadt Surat Thani. Auch diese Stadt wird von den Touristen meist links liegengelassen und dient maximal als Zwischenstation auf dem Weg nach Koh Samui. Wir unternehmen hier eine Klong-Tour durch die Seitenarme des Flusses Tapi – ihr ahnt es schon – mit einem Longtailboot.
Direkt unterhalb des Stadtschriftzugs geht es los und unser Bootsführer zeigt uns zunächst die Lebenswelt entlang der Klongs, die offene Bauweise ermöglicht viele Einblicke in das Familienleben. Immer wieder kreuzen Warane unseren Weg oder liegen faul und vollgefressen in der Sonne, zahlreiche Reiher flüchten vor uns. Die Klongs sind übrigens sehr sauber, es ist kaum Müll im Wasser zu sehen. Dann gleiten wir durch einen natürlichen Tunnel aus Nipa Palmen (Nypa fruticans), die hier überall an den Flussufern stehen und eine der wenigen Palmenarten sind, die in dieser Mangrovenlandschaft überlebensfähig sind. Nipa Palmen werden mannigfaltig verwendet: der Saft der Blüten als Sirup, die Blütenblätter als Tee, die Früchte und jungen Triebe sind essbar. Die Blätter dienen zur Dachdeckung und außerdem lässt sich aus ihnen allerhand flechten. In Minutenschnelle zaubert unser Bootsführer vor unseren Augen eine Schöpfschale, in der sich problemlos Wasser transportieren lässt und einen dekorativen Fisch. Was für eine schöne Tour!
Khao Na Nai Luang Dharma Park
Ebenfalls in der Provinz Surat Thani liegt der Khao Na Nai Luang Dharma Park. Das markante Phutawati Gate markiert den Eingang zu diesem riesige buddhistischen Komplex, der sich auf die umliegenden Berge verteilt – auf jeder Spitze ein Tempel. Sie werden insbesondere zur Meditation genutzt. Wir befürchten schon, alle erklimmen zu müssen, aber Kim belässt es bei einem. Zum letzten Mal steigen wir also, unsere Habseligkeiten vor den Affen hütend, bei knapp 40 Grad die Stufen hinauf, um dann von oben einen tollen Ausblick auf die umliegenden Kautschuk-Plantagen und die Berge mit ihren Chedis zu genießen. Wieder unten belohnen wir uns wie schon oft mit einer eisgekühlten Kokosnussmilch direkt aus der Frucht, was hätten wir ohne diese bei der anhaltenden Hitze des Frühjahrs 2024 getan.
Hier endet unserer Südthailand-Rundreise. Wir verbringen noch eine weitere Nacht im Tupkaet Sunset Resort (siehe Südthailand: Krabi und die Bucht von Phang Nga), bevor wir am nächsten Morgen vom Flughafen Krabi über Bangkok nach Siem Reap in Kambodscha fliegen. Allen, die ihre Urlaube lieber auf wenig ausgetretenen Touristenpfaden verbringen wollen, können wir Südthailand wärmstens ans Herz legen. Unser Herz hat die Region und ihre freundlichen Menschen auf jeden Fall gewonnen!












































Hinterlasse einen Kommentar