Von Cefalù heißt es, es soll eine der schönsten – wenn nicht die schönste – Stadt auf Sizilien sein. Dafür lohnt sich auch eine längere Anfahrt von knapp zwei Stunden ab Castellammare, selbst wenn diese durch das Verkehrschaos von Palermo (siehe Palermo: facettenreiche Hauptstadt Siziliens) führt, dachten wir. Ob sich das bestätigen sollte?
Wie in Palermo empfiehlt es sich auch in Cefalù, vorab nach Parkplätzen zu recherchieren. Enge Altstadt, direkt daneben ein langer Badestrand – wir mögen uns gar nicht das Verkehrschaos zur Hochsaison vorstellen. Empfehlen können wir Dafne Parking unweit der Altstadt (lässt sich sogar vorab buchen). Von hier aus sind es nur wenige Schritte in das historische Zentrum.
Die Altstadtgässchen erstrecken sich unterhalb eines steilen Felsens, dem Rocca di Cefalù, auf einer Landzunge am Ende einer Bucht. Zwar mangelt es nicht an touristischer Infrastruktur in Form vieler Shops, Restaurants und Cafés und viele der kleinen Gässchen sind mit Keramik geschmückt. Aber gleichzeitig schlängelt sich der Gemüsemann mit seiner Ape durch die Altstadt, an seinen Haltstationen treffen sich die Frauen nicht nur wegen seiner Waren, sondern auch für einen Plausch. Ein Stück weit hat sich Cefalù tatsächlich eine typisch italienische Kleinstadtatmosphäre erhalten!
Wir schlendern gemütlich über die Hauptflaniermeile, den Corso Ruggero mit seinen im Gegensatz zu Palermo blitzsauberen Nebengässchen. An der zentralen Piazza del Duomo steht die Kathedrale Santissimo Salvatore, das weithin sichtbare Wahrzeichen der Kleinstadt. Und schon wieder „begegnet“ uns der normannische König Roger II. Der Legende nach veranlasste er im 12. Jahrhundert den Bau dieser Kathedrale zum Dank dafür, dass er sich hier nach einem schweren Sturm auf See an Land retten konnte. Auch dieser Dom gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Inneren finden wir in der Apsis ähnlich prächtige Goldmosaiken mit Christus als Pantokrator wie in der Cappella Palatina im Palazzo dei Normanni in Palermo.
Der Besuch dieser Kathedrale ist grundsätzlich kostenlos. Allerdings können verschiedene Tickets erworben werden, um bestimmte Bereiche der Kathedrale zu besichtigen (Ticketoffice links neben der Kathedrale). Wir wählen die Variante mit Besuch der Apsis, damit können wir die Mosaiken ganz aus der Nähe bewundern, und des Daches. Bei der Dachbegehung können wir zunächst einen Blick von oben auf den Kirchenraum werfen. Nur von hier aus sieht man die Dekoration der Holzdecke. Außerdem gelangen wir auf das Außendach mit Blick auf den Felsen und das Wohngebiet (nicht sehr spannend) sowie in das Innere einer der Glockentürme. Leider ist die Aussicht von dort aus auf den Domplatz und zum Meer mit Netzen verhängt, allerdings gelingt es verbotenerweise an manchen Stellen, das Smartphone unter dem Netz hindurch zu schieben…
Weiter geht es mit unserem Rundgang durch die Altstadt bis zum nahen Meer. An der Spitze der Landzunge liegt eine Mole, von der aus ein paar Hobbyfischer angeln. Unbedingt die Mole bis ganz nach vorne laufen, hier habt ihr den besten Blick auf die Bucht, den Strand und die Altstadt mit dem Rocca di Cefalù! Zum Baden ist es aktuell noch zu kalt, stattdessen gönnen wir uns eine Granita Pistacchio auf einer Bank am Strand.
Ein Besuch von Cefalù wäre nicht komplett ohne Besteigung des zweiten Wahrzeichens der Stadt, dem Rocca di Cefalù. Denn von dort oben ist die Aussicht auf die Altstadt mit Kathedrale und die Bucht mit dem tiefblauen Wasser atemberaubend! Am Eingang des „Parco della Rocca“ lösen wir ein Ticket (5,- Euro, Stand April 2025; hier sind auch Toiletten), damit kommen wir durch die Drehkreuze (Achtung: Ticket aufbewahren, am Ende werden sie wieder als „Drehkreuzöffner“ benötigt!). Ein steiler Aufstieg führt auf den knapp 270 Meter hohen Felsen, aber die Anstrengung lohnt sich, wie ihr seht!
Unser Fazit zu Cefalù: Zur Hochsaison möchten wir hier nicht unbedingt sein. Aber jetzt in der Nebensaison ist die malerische, herausgeputzte Kleinstadt mit ihrer imposanten Kathedrale, die sich ihren italienischen Kleinstadtflair erhalten hat, eine längere Anfahrt definitiv wert!





























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