Modena: Flair, Kultur und Genuss

Bei unserem Kurzurlaub in der Emilia-Romagna haben wir neben Bologna (siehe Bologna: „La Dotta, la Rossa, la Grassa“) auch das benachbarte Modena besucht. Und festgestellt: Modena ist genau das, was wir an Italien so lieben: eine typische italienische Stadt mit viel Kultur, voller Charme und ein Paradies für Feinschmecker!

Doch das ist noch nicht alles, Modena ist darüber hinaus verknüpft mit weltberühmten Namen. Die Stadt ist der Mittelpunkt des italienischen „Motor Valleys„, die prestigeträchtigen Nobelmarken Ferrari, Maserati und Lamborghini stammen von hier, Enzo Ferrari ist ein Sohn der Stadt. Kleiner Exkurs: Ich gebe zu, dass mich Motorsport nicht interessiert, daher haben wir weder das Enzo-Ferrari-Museum, noch das Lamborghini-Museum besucht. Das Imperium der Brüder Panini, genau, die Sammelbild-Multimillionäre, startete hier seinen weltweiten Siegeszug. Die Paninis waren und sind ebenfalls motorsportbegeistert, ihr Panini-Motor-Museum vor allem mit Maserati-Oldtimern öffnet (wieder) im April 2025. Einem ganz anderen Genre entstammt der in Modena geborene und gestorbene Luciano Pavarotti, dessen Denkmal vor dem Teatro Communale steht. Der italienisch Startenor wurde nach seinem Tod im September 2007 drei Tage lang im offenen Sarg im Dom von Modena aufgebahrt. 100.000 Menschen nahmen vor Ort von ihm Abschied, Millionen weltweit bei der Fernsehübertragung der Trauerfeier.

Genau dieser Dom, Wahrzeichen der Stadt, ist unser erstes Ziel in Modena. Die Stadt liegt 50 Kilometer westlich von Bologna und lässt sich von dort sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn schnell erreichen. Wir reisen mit dem Auto an, da wir im Umland noch zwei weitere Ziele ansteuern wollen und parken im gut gelegenen und günstigen Parcheggio del Centro. Von dort sind es nur ein paar Schritte in die Altstadt und bis zum Dom, eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Betreten wird er über die Piazza Duomo, von wo aus der Dom recht klein wirkt. Viel eindrucksvoller zeigt sich die Fassade vom zentralen Platz der Stadt, der Piazza Grande, von hier kann man auch den 88 Meter hohen, freistehenden Glockenturm Torre Ghirlandina besser sehen. Dieser kann auch bestiegen werden (leider waren bei unserem Besuch Bauarbeiten im Gang und daher war der Aufstieg nicht möglich).

Während der Dom außen mit Marmor und weiteren Steinen in verschiedenen Farbnuancen von weiß über rosa bis hellgrau verkleidet ist, wirkt das Innere durch den vorherrschenden Backstein mystisch-dunkel. Über eine Treppe gelangen wir zur schön gestalteten Hauptapsis hinter einer Marmorbalustrade. Darunter befindet sich eine Hallenkrypta, bewacht von Löwen, die die Säulen tragen. Hier liegen die Gebeine des Stadtpatrons San Geminianus, ehemaliger Bischof von Modena, dessen Name auch der Dom trägt. Die Stadt bezeichnet die Kathedrale wegen der vielen Reliefdarstellungen biblischer Geschichten als „Bible in Stone“, also macht euch auf die Suche nach diesen Geschichten!

  • Dom von Modena
  • Dom mit Ghirlandina
  • Dom mit Ghirlandina
  • Dom von Modena
  • Dom von Modena
  • Dom von Modena
  • Löwen vor dem Eingang zur Krypta
  • Dom von Modena
  • Palazzo Communale mit Uhrturm

Auf der Piazza Grande steht neben dem Dom der Palazzo Communale (Sitz der Stadtverwaltung) mit seinem Uhrturm (die historischen Räume können zu bestimmten Zeiten besichtigt werden). Von hier aus lässt sich die Altstadt Modenas prima erkunden. Wie in der Nachbarstadt Bologna kann man auch in Modena durch zahlreiche Arkaden lustwandeln, auch hier strahlen die Häuserfassaden in warmen Tönen von eidottergelb über lachs- bis terrakottafarben und geben der Stadt vor allem bei Sonnenschein ein mediterranes Ambiente.

  • Unterwegs in Modena
  • Unterwegs in Modena
  • Unterwegs in Modena
  • Arkaden in Modena
  • Arkaden in Modena

Dass Modena die einstige Hauptstadt des Herzogtums Modena und Reggio ist, zeigt der imposante Herzogspalast (Palazzo Ducale, ebenfalls nur zu bestimmten Zeiten zu besichtigen), heute Militärakademie. Auf dem Weg dorthin „begegnet“ uns auch Pavarotti, seine bronzene Statue steht vor dem Teatro Communale.

  • Palazzo Ducale, heute Militärakademie
  • Denkmal Luciano Pavarotti vor dem Teatro Communale

Auch Einkaufen lässt es sich in Modena gut. Die Via Emilia Centro direkt hinter dem Dom ist die Haupteinkaufsstraße, hier und in den Nebenstraßen finden sich neben großen Marken auch viele kleine Boutiquen. Dazwischen gibt es immer wieder Feinkostläden, die die typischen Produkte der Stadt und des Umlands verkaufen: Aceto Balsamico, Parmigiano, frische Pasta, Salami und Schinken. Diese ganzen Köstlichkeiten und noch viel mehr konzentrieren sich im historischen Mercato Storico Albinelli, der sich stolz „il cuore di Modena“ (das Herz Modenas) nennt. 1931 erbaut, wurde dieser im Jugendstil erbaute, überdachte Markt 1990 auch zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung erhoben. Über den Haupteingang an der Via Luigi Albinelli betreten wir das wuselige Innere und erfreuen uns an den appetitanregenden Auslagen der Obst-und Gemüsehändler, Pastaproduzenten, diverser Salumerien und noch anderen mehr. Einheimische wie Touristen kaufen hier gleichermaßen ein oder gönnen sich ein Gläschen Lambrusco oder Sangiovese mit einer Tagliere Misto, einem Brettchen mit Schinken-, Salami- und Käseköstlichkeiten der Region.

  • Mercato Albinelli Modena
  • Mercato Albinelli Modena
  • Mercato Albinelli Modena
  • Mercato Albinelli Modena
  • Mercato Albinelli Modena

Und schon sind wir – wieder einmal – bei den italienischen Köstlichkeiten. Da diese um Modena und Bologna mannigfaltig sind und deren Verkostung unbedingt zu einem Besuch dazugehören, habe ich einen extra Blog dazu geschrieben: Emilia-Romagnas Spezialitäten: weit mehr als Tortellini, Mortadella und Lambrusco.

An dieser Stelle nur zwei Hinweise dazu: Nach Modena sind wir wie gesagt mit dem Auto angereist, um diese zwei Produzenten im Umland zu besuchen: Giacobazzi Vini in Nonantola für eine Lambrusco-Probe und die Acetaia Leonardi in Magreta für eine Verkostung des traumhaften Aceto Balsamico. Mehr dazu findet ihr wie gesagt im „Food-Blog“!

Hinterlasse einen Kommentar

Webseite erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑