Vor einigen Jahren wurde ich bei einem Quiz nach den Alpenrepubliken gefragt. Eine wollte mir beim besten Willen nicht einfallen: Slowenien. Das wird mir jetzt nicht mehr passieren!
Schon bei unserer ersten Station auf dem Luschariberg haben wir den Dreiländerblick in die italienischen, slowenischen und österreichischen Alpen genossen. Ein herrlicher Anblick, diese Kalkalpen! Den ganzen Urlaub über bildeten die Bergketten der Karnischen und Julischen Alpen eine malerische Kulisse für viele unserer Fotos – umso mehr habe ich mich darüber gefreut, die letzten Tage genau hier zu verbringen.
Wie beziehen Quartier im touristischen „Hotspot“ der Region, in Bled. Dieser Luftkurort (ca. 500m ü. M) liegt direkt am gleichnamigen See und seine Einwohnerzahl von gut 5.000 Menschen wird von der Zahl der Besucher insbesondere in der Hochsaison weit übertroffen. Kein Wunder, denn hier ist für fast jeden Urlaubsgeschmack etwas zu finden. Insbesondere wer Natur liebt, kommt im nahen Triglav Nationalpark – der Triglav ist mit 2.894 Metern der höchste Berg Sloweniens – auf seine Kosten, vor allem bei kurzen oder längeren Wanderungen, aber auch mit Outdoor-Sportarten wie Rafting, Kayak- und Kanutouren oder Canyoning, im Winter Skifahren. Badenixen und Wassermänner finden rund um den See mehrere, teils kostenpflichtige, Badestellen. Das quirlige Örtchen bietet nicht nur zahlreiche Cafés und Restaurants, sondern gerade in der Saison auch ein buntes Programm an Unterhaltung, beispielsweise Straßenmärkte und Konzerte. Kulturelle Highlights sind die Bleder Burg, die sich auf einem Felsen in 130 Metern Höhe über den See erhebt und die älteste Sloweniens ist, sowie die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt auf einer Insel inmitten des Sees – übrigens die einzige natürliche Insel Sloweniens. Da ein Besuch dieser beiden Attraktionen vergleichsweise teuer ist, haben wir auf beides verzichtet und lieber die Landschaft genossen.
Dazu bietet sich ein Spaziergang einmal rund um den See an. Der gut gepflegte, geteerte Weg (sogar mit Trinkwasserspendern!) ist etwa sechs Kilometer lang und bietet immer wieder tolle Ausblicke in und auf den kristallklaren See und die Landschaft. Hat man den Ort erst einmal hinter sich gelassen, wird es auch weniger trubelig. Wer nicht laufen will, kann ein Fahrrad mieten, ein Bähnchen oder eine der Pferdekutschen nutzen. An bestimmten Stellen legen die Pletnas ab, die traditionellen Boote schaukeln die Gäste unter anderem zur Wallfahrtskirche (ist auch schwimmend erreichbar). Die Bademöglichkeiten sind auf der westlichen Seeseite (also fernab vom Ort Bled) am besten, weil kostenfrei, die Strandbäder in Ortsnähe lassen sich ihre Dienste ebenfalls recht teuer bezahlen.
Was bei einem Besuch des Bleder Sees in unseren Augen auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Panoramablick aus der Höhe. Hier offenbart sich die ganze landschaftliche Schönheit mit See, Sloweniens einziger Insel samt Wallfahrtskirche und den umgebenden Alpen. Die allermeisten Besucher genießen den Blick von der Burg, was zwei Nachteile hat: Erstens ist naturgemäß ebendiese dann nicht zu sehen und zweitens teilt ihr euch den Aussichtspunkt mit Unmengen von Leuten (außer ihr kommt sehr früh oder sehr spät, wenn die Tagestouristen weg sind). Wir empfehlen stattdessen den Aufstieg zu einem der beiden Aussichtspunkte im Südwesten des Sees: Ojstrica oder Mala Osojnica. Nachteil hier: Der Aufstieg ist ziemlich steil und schweißtreibend (unbedingt gutes Schuhwerk anziehen, insbesondere nach Regen!). Wir entscheiden uns für den etwas kürzeren Aufstieg und erreichen Ojstrica nach knapp 20 Minuten – glücklicherweise liegt der Weg hinauf größtenteils im Schatten. Doch die Anstrengung ist es definitiv wert: Wir werden belohnt mit einer traumhaften Aussicht und können uns kaum sattsehen an diesem Postkarten-Panorama! Ein weiterer Tipp dazu: Steigt am Nachmittag hinauf, dann habt ihr die Sonne im Rücken und müsst nicht gegen das Licht fotografieren.
Vintgar Klamm
Am nächsten Tag starten wir der meistbesuchten Attraktion im Triglav Nationalpark einen Besuch ab: der Vintgar Klamm. Die 1,6 Kilometer lange, vom Flüsschen Radovna geformte Klamm liegt rund 4 Kilometer von Bled entfernt. Um den Besucherstrom zu kanalisieren, müssen zeitgebundene Tickets erworben werden. Ich empfehle wie immer: „Der frühe oder ganz späte Vogel…“ – ihr wisst schon. Im Ticket beinhaltet ist entweder ein Busshuttle direkt aus Bled (Abfahrt beim Bahnhof) oder die Parkgebühr am großen „P1 Vintgar Gorge Parkplatz“ vor den Toren von Bled und der Shuttle von dort zum Eingang der Schlucht. Auch dort gibt es einige wenige, teure Parkplätze. Das ist definitiv nur absoluten Frühaufstehern zu empfehlen, weil sofort voll, und rechnet zusätzlich mit genervten Busshuttle-Fahrern, die sich über diese „Wir-fahren-bis-vors-Loch-Besucher“ – nicht – freuen, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Am Eingang der Schlucht findet ihr ein kleines Besucherzentrum, könnt nochmal auf die Toilette gehen oder Snacks bzw. Getränke erwerben, bevor die Schranke eurer Eintrittskarte auf die Minute genau Einlass gewährt. Das Tragen eines dekorativen meist orangefarbenen Helms ist absolute Pflicht, darunter gibt es noch schickere Einweg-Häubchen – der Hygiene wegen. Derart ausgestattet geht es endlich los!
Der Weg durch die Schlucht ist wie gesagt 1,6 Kilometer lang, dauert etwa 45 Minuten und führt über Holzwege. Für Erwachsene und extra für Kinder gibt es mehrere Stationen mit Informationen über den Audioguide. Die Wegstrecke in der mal engeren mal breiteren Klamm mit dem rauschenden Flüsschen ist wirklich toll und beeindruckend! Wir hatten ein bisschen Sorge, dass die Besucherströme die Stimmung verderben, aber die zeitgleich eingelassenen Mitbesucher verteilen sich schnell – wie ihr an den Bildern sehen könnt. Der Weg führt unter anderem unter der Bohinjer Eisenbahnbrücke (wenn ihr Glück habt, kommt ein Zug – hatten wir nicht) hindurch und endet schließlich an den Šum Wasserfällen. Wer Durst oder Hunger hat, kann sich hier nochmal verpflegen, alle geben ihre Helme ab und weiter geht es auf verschiedenen Wegen zurück zum Ausgangspunkt. Wir wenden uns nach links über die Brücke und laufen den „Rivers of Trees-Trail“ (rechts führt der etwas längere „King of Triglav-Trail“ wieder zurück). Vorbei an Weideflächen und Streuobstwiesen, später im Wald, ist der Weg schön und abwechslungsreich, der Audioguide vermittelt vertiefende Informationen. Außer uns ist seltsamerweise nur eine weitere Familie unterwegs und wir fragen uns, wo alle abgeblieben sind – vielleicht alle beim „King of Triglav“? Trotz der zu Beginn etwas verwirrenden Beschilderung landen wir schließlich nach 4,3 Kilometern wieder am Visitor Center und nehmen von dort den Shuttle zum P1-Parkplatz. Unser Fazit: Lasst euch nicht von den Besuchermassen am Visitor Center abschrecken! Selbst in der Hochsaison verlaufen sich die vielen Menschen schnell und die Vintgar Klamm ist wirklich einen Besuch wert!
Zum Abschluss des Urlaubs gönnen wir uns dann noch etwas ganz Besonderes: ein Abendessen Restavracija 1906 im Hotel Triglav, hoch über dem See. Bei traumhaften Blick auf ebendiesen genießen wir ein hervorragendes Essen samt slowenischen Weinen, von denen mich insbesondere der De Baguer Chardonnay – Sauvignon Blanc der Winzergenossenschaft Klet Brda restlos begeistert.
Zum Abschied aus diesem wunderschönen, vielseitigen Land bleibt uns nur zu sagen: „We feel Slovenia“! Wir kommen ganz sicher wieder!







































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