Wir übernachten im Hinterland der bretonischen Smaragdküste (siehe Bretonische Smaragdküste: von Austern, Korsaren und Seebädern) in der Nähe von Dinan. Dieses mittelalterliche Städtchen ist wahrlich eine Perle und wird von vielen als die schönste Stadt der Bretagne bezeichnet! Die Oberstadt ist umgeben von einer etwa drei Kilometer langen Stadtmauer (die längste der Bretagne) samt imposantem Schloss (mit Museum). Von der Stadtmauer aus blicken wir auf die 75 Meter tiefer liegende Unterstadt am Fluss Rance (der später zwischen den beiden Städten Dinard und St. Malo in den Atlantik mündet). Wer den Ab- und Aufstieg nicht scheut, nimmt die steile, aber sehr malerische Rue du Jerzual hinunter zum alten Hafen. Die Kontrolle dieses Handelswegs machte die Stadt im Mittelalter reich, später sorgten Tuchweber und Gerber für Wohlstand. Glücklicherweise sind zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert noch erhalten beziehungsweise nach Kriegszerstörungen originalgetreu wieder aufgebaut. Wir schlendern durch die kopfsteingepflasterten Gässchen und saugen die mittelalterliche Atmosphäre in uns auf. Dabei kommen wir auch an einem der Wahrzeichen der Stadt vorbei, dem Belfried mit Uhr (Horloge), der Uhrturm kann auch bestiegen werden.
Etwas besonderes ist auch die unvollendete Basilika Saint-Saveur. Seit dem 12. Jahrhundert wird an ihr gebaut, weshalb sich romanische, gotische, barocke und klassizistische Elemente an und in ihr finden. In der Basilika ist das Herz des Ritters Bertrand Du Guesclin begraben, der die Stadt im Hundertjährigen Krieg erfolgreich gegen die Engländer verteidigt hat. Uns ziehen die vielfarbigen Lichtspiele der Sonne durch die bunten Glasfenster in ihren Bann.
Zum Schluss noch ein Restauranttipp für Dinan: Das kleine La Fleur de Sel (unbedingt reservieren!) inmitten der Altstadt serviert eine bretonisch-internationale Küche, die uns gut geschmeckt hat. Unser Fazit: Bei einem Bretagne-Urlaub darf Dinan nicht fehlen!
Léhon: bretonischer Ort voller Charakter
Fahrt ihr am Schloss den Berg hinunter, landet ihr im Örtchen Léhon. Mittelpunkt bildet das ehemalige Benediktinerkloster mit hübschem Kreuzgang und Klostergarten (auch ein Café ist hier vorhanden). Léhon trägt zurecht das Siegel „Petite Cité de Caractère Bretagne“, also charaktervoller bretonischer Ort: typische Steinhäuser und eine Brücke über die Rance, die sich im Wasser spiegelt, sind sehr malerisch und einen Zwischenstopp wert!
Saint-Suliac: noch mehr bretonischer Charakter
Ein zweiter charaktervoller Ort im Umland, etwas weiter flussabwärts an der Rance gelegen, ist Saint-Suliac. Ebenfalls von Mönchen gegründet, zählt das Städtchen zu den „Plus beaux villages de France“ – zu den schönsten Frankreichs. Auch Regen hält uns nicht von einem Spaziergang durch die mit Granithäusern gesäumten Gassen ab!
Unweit des Städtchens könnt ihr dann noch etwas weiteres typisch Bretonisches anschauen: einen Menhir oder Hinkelstein. Der Dent de Gargantua – Gargantua ist ein mythologischer Riese, der beim Versuch, seinen Sohn zu essen, hier seinen Zahn gelassen hat – steht auf Privatgelände auf einem Feld (Ausschilderung vorhanden, die Eigentümer erlauben ein kurzes Parken in ihrem Hof).
Mit unseren Tagen rund um Dinan geht unser diesjähriger Normandie-Bretagne-Urlaub zu Ende. Wir haben viel gesehen und erlebt und sind von der Vielfalt – in kultureller, kulinarischer und naturräumlicher Hinsicht – dieser Region begeistert. Ganz zu schweigen vom angenehmen Klima größtenteils um die 25 Grad, bei dem sowohl Besichtigungen als auch Baden möglich waren. Wir kommen ganz sicher wieder!




























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