Von Krabi/Thailand aus (siehe Südthailand: pinkfarbene Delfine und mehr in Khanom) fliegen wir mit Bangkok Airways über Bangkok nach Siem Reap (Randnotiz: Der Flug dauert jeweils etwas mehr als eine Stunde und wir bekommen auf beiden Strecken eine warme Mahlzeit – bei einer kleinen Fluggesellschaft in Asien ist offenbar sowas noch möglich!)
Unser erster Eindruck von Kambodscha ist sehr ambivalent: Wir landen auf dem brandneuen, hochmodernen, internationalen Flughafen von Siem Reap (Code: SAI, fertiggestellt im Oktober 2023). Er wurde nötig, da der alte Flughafen zu nah an den Tempelanlagen liegt, die unter den Erschütterungen und Abgasen litten. Der Neubau rund 45 Kilometer westlich der Stadt mitten im Nirgendwo, finanziert von einem chinesischen Investor, ist zwar einerseits beeindruckend, wirkt allerdings andererseits völlig überdimensioniert – hier scheint eine gewisse Erwartungshaltung zu bestehen.
Unser zweiter Eindruck wird von einem unfreundlichen „Empfangspersonal“ bestimmt: den Mitarbeitern der Visum- und Einreisebehörde. Das Visum lässt sich grundsätzlich, zumindest für bestimmte Einreiseorte, online beantragen. Im Vorfeld der Reise habe ich dies auch versucht. Von Esta & Co an derartige Prozesse gewöhnt, hatte ich im Januar 2024 für eine Einreise Anfang April 2024 vier Visa beantragt und auch die notwendigen 30 Dollar pro Person dafür bezahlt, aber kein Visum erhalten. Zwar erschien im Januar der Hinweis, dass das Visum zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet wird, weshalb ich bezahlt und gewartet habe, dass es eben kurz vor der Reise bearbeitet und ausgestellt wird. Nichts da, auch eine Nachfrage per E-Mail unter Weiterleitung der Bezahl-Bestätigung hat nichts geholfen! Also Achtung: Offenbar geht die Beantragung nur relativ kurz vor der Reise (wie kurz vorher kann ich nicht sagen – achtet auf eine Warnmeldung im Prozess, wenn diese kommt, sofort abbrechen, auch wenn ihr da schon alle Daten eingegeben habt). Vor Ort hatten wir dann allerdings keine Lust, mit den Beamten zu diskutieren – schließlich wollten wir ins Land… Also haben wir nochmal am Flughafen beantragt und bezahlt.
Die Vorort-Beantragung funktioniert so: Nach der Landung stellt ihr euch in der extra Visa-Ausstell-Schlange (nicht bei der Einreise!) hinten rechts in der Immigration Hall an. Entgegen zahlreicher Aussagen im Internet benötigt man zumindest am Siem Reap International Airport kein Foto, sondern lediglich den ausgefüllten Antrag (gibt’s im Flugzeug), natürlich den Reisepass und dann vor allem druckfrische Dollarscheine, 30 Dollar pro Person und Antrag. Wir hatten einen 50-Dollar-Schein dabei, auf dem irgendetwas war, was die Beamten gestört hat. Zum Glück hatten wir noch mehr Bucks in der Tasche!
Mit dem ausgestellten Visum geht es dann zum Einreiseschalter, das läuft ab wie anderswo: Fingerabdrücke, Foto, Stempel. Vielleicht hatten wir ja Pech, aber rechnet nicht mit einer Willkommenskultur oder auch nur einem freundlichen „Hallo“ – egal an welcher der offiziellen Stellen. Puh, das kann im Land nur besser werden!
Am Flughafen könnt ihr auch Geld tauschen. Die kambodschanische Währung ist der Riel, 1.000 Riel entsprechen ganz grob 25 Euro-Cent oder 25 Dollar-Cent (Stand Frühjahr 2024, stark schwankend). Überall im Land kann mit Dollar bezahlt werden (eventuell wird das Rausgeld dann in Riel zurückgegeben). Wer also genügend Dollar in möglichst kleinen Scheinen bei sich trägt, braucht eigentlich vor Ort nichts zu tauschen und ist bestens vorbereitet.
Der moderne Flughafen macht’s möglich: Unser Gepäck liegt schon auf dem Band, als wir unsere Einreiseformalitäten erledigt haben. Ein freundlicher, gut englischsprechender Fahrer (wie wir später erfahren, lernt er sogar Deutsch) holt uns ab und fährt uns in knapp einer Stunde zu unserem Hotel. Unser erstes Gespräch mit unserem Fahrer dreht sich um Bier, wir fragen, was seine Lieblingssorte sei? Angkor, sagt er, das finden wir die nächsten Tage auch in jedem Restaurant. Er beeilt sich, hinterherzuschieben, dass er auch Ganzberg gut findet, das sei ja deutsches Bier. Äh, wir getrauen uns kaum zu sagen, dass wir davon noch nie gehört haben. Tatsächlich begegnet uns die Ganzberg-Werbung überall am Straßenrand, dieses „German Premium Beer“ wird angeblich von einem bayerischen Braumeister in Kambodscha gebraut. Durchgesetzt hat es sich wohl noch nicht, denn in den Restaurants finden wir meist nur eine dieser Marken: Angkor, Cambodia, Krud sowie das oft etwas günstigere Anchor. Eisgekühlt sind alle trinkbar und erfrischend.
Siem Reap ist (nach der Hauptstadt Phnom Penh, Battambang und Sihanoukville) die viertgrößte Stadt des Landes. Sie verdankt ihre Größe und Bedeutung vor allem den nahen Tempelanlagen von Angkor, die sich jedes Jahr über 2 Millionen Touristen anschauen.
Im Stadtzentrum liegen gleich mehrere touristische Anziehungspunkte direkt nebeneinander: die bunt geschmückte All Cheers und Pub Street (Street 08) mit ihren Kneipen und Restaurants, der Alte Markt (Old Market) – der einzige Markt, wo sich auch Einheimische mit Nahrungsmitteln und Snacks versorgen (wir staunen über allein 16 Sorten Reis an einem Stand!) -, der Riverside Night Market an der Old Market Bridge und der Siem Reap Art Center Night Market. In diesem Quartier findet ihr also wirklich alles, was euer Herz begehrt: von billigen Souvenirs (Handeln ist nicht unüblich) über Kleidung, Handwerkskunst, Obst, Gemüse, Fleisch, Kleidung bis hin zu Essen in Food Stalls, kleinen und großen Restaurants. Aus europäischer Sicht ist natürlich alles sehr günstig. Uns fällt aber auf, dass die Preise in Kambodscha geringfügig höher sind als in Thailand, egal ob es sich um Essen oder um Souvenirs handelt. Auf jeden Fall lohnt es sich, sich das Gewusel hier einmal anzuschauen und hier und da etwas zu probieren und einen der leckeren Frucht-Smoothies zu trinken.
Wir lernen bei dieser Gelegenheit auch die ersten Worte auf Khmer, der kambodschanischen Sprache: aokun heißt danke und sousdey ist die Alltagsgrußformel, sprich: hallo. Die Freude bei den Locals ist groß, wenn wir diese Worte auch benutzen, was wir sehr gerne während der nächsten Tage tun werden!
















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