Schlemmen in Thailand

Was für meine Familie die italienische Küche in Europa ist, ist die thailändische Küche in Asien: sehr vielseitig und ob auf dem Markt oder im Restaurant – alle sind nach dem Essen glücklich und zufrieden. Und so freuen wir uns sehr, dass Kim uns auf den Markt des südthailändischen Provinzstädtchens Trang mitnimmt, wo wir die lokalen Köstlichkeiten kennenlernen und probieren können.

Noch vor dem Frühstück fahren wir standesgemäß für Thailand mit einem TukTuk zum Markt. Und nicht mit irgendeinem, sondern mit einem frog-headed TukTuk (oder tuk tuk hua gob), typisch für Trang. Nicht nur die Form, auch die Farbe stimmt!

Der Markt soll – amtlich bestätigt und ausgezeichnet – einer der saubersten Thailands sein. Wie alle Märkte in Südostasien ist er sehr umtriebig, durch die schmalen Gässchen schlängeln sich erstaunlich rücksichtsvoll und kollisionsfrei Fußgänger, Motorräder und Händler mit ihren Karren. Trang ist alles andere als eine Touristenhochburg, wir sind weit und breit die einzigen „Farang“, sprich Ausländer oder Weiße, und werden sehr freundlich willkommen geheißen. Besonders von den älteren Frauen, die uns mit Gesten und Lächeln versichern, wie hübsch sie unsere Töchter finden.

Auf dem Markt ist alles rund um den thailändischen Alltag zu haben: Blumen als Opfergaben für den Tempel, Kleidung, Haushaltswaren und natürlich vor allem Nahrungsmittel, in Rohform und verarbeitet. Viele Thais versorgen sich hier früh am Morgen mit Snackpaketen für den Arbeitstag. Beliebt ist beispielsweise Bamboo Sticky Rice (Khaolam): der Klebreis wird in Bambusrohren gegrillt, ein süßes Mahl in seiner eigenen umweltfreundlichen Verpackung!

Besonders beim Obst decken wir uns für den Tag ein. Saison haben derzeit, Anfang April, die auch hierzulande bekannten Mangos, Wassermelonen, Pomelos und Drachenfrüchte. Weniger bekannt sind Longan (litschi-ähnlich), Salak oder Schlangenfrucht (den uns unsere Gastgeberin zu Wein verarbeitet anbietet) und der birnenförmige, wässrig-erfrischende Javaapfel. Auch die Durian hat Saison. Dass sich an dieser Frucht die Geister scheiden, zeigen ihre zwei Namen: „Königin der Früchte“ und Stinkfrucht. Unser Fall ist es eher nicht.

Während uns der Obst- und Gemüsemarkt fasziniert, riechen der Fisch- und Fleischmarkt etwas streng. In dessen Umfeld bekommen wir auch Spezialitäten gezeigt, die wir nicht probieren wollten: sauer eingelegte Ameiseneier und geröstete Insekten, die meist zermahlen und mit Chili eingelegt als Gewürzsauce dienen. Das haben wir „versteckt“ vermutlich mal irgendwo in unserem Essen gehabt und wenn ich es nicht als solche erkennen kann, ist das Essen kein Problem!

Im Anschluss gehen wir noch Frühstücken. Es gibt Dim Sum, die vielen Chinesen haben in der Handelsstadt Trang ihre Spuren hinterlassen. Dazu gibt es Roti, eine Art Pfannkuchen, den man salzig (z. B. mit Gurkenrelish) und süß genießen kann. Roti ist auf vielen Märkten zu finden, die Köstlichkeit kostet dort meist um die 50 Cent.

  • Thailand Roti

Bei den Süßspeisen ist der Topfavorit der Kinder ganz klar Mango Sticky Rice, ein mit Kokosmilch gekochter Klebreis, der mit der süßen Mango und meist mit gerösteten Mungbohnen serviert wird. Gibt es auch in der Variante lila Klebreis mit Kokosraspelpaste und schmeckt wirklich köstlich.

Mein persönlicher Favorit in Thailand sind die zahlreichen (oft lauwarmen) Salate. Papayasalat aus grüner Papaya mit Garnelen (Som Tam), durch Limettensaft herrlich säuerlich und mit Chili scharf gewürzt, ist mein absolutes Lieblingsessen! Auch in der Variante mit Pomelo, die jetzt im April gerade Saison hat, schmeckt mir das köstlich. Weitere Varianten sind der Glasnudelsalat, meist mit Zwiebeln, Koriander, Tomaten, Hackfleisch und eventuell Garnelen (Yam Woon Sen) oder der Oktopus-Salat mit Zwiebeln. Eine interessante Variante, die aber außer mir alle abgelehnt haben, ist der herzhafte Obstsalat Som Tum Pon La Mai, der neben diversem Obst auch Gemüse (Tomaten, Bohnen) und getrocknete Garnelen enthält.

Typische thailändische Snacks und Vorspeisen sind die bekannten Saté-Spieße aus Hähnchen-Fleisch (Satay Gai) mit Erdnusssauce und mitunter etwas Pickles. Fischbällchen gibt es entweder gedämpft (Look Chin Pla) oder frittiert (Tod Man Pla), wir favorisieren die letztere Variante.

Als Hauptgericht ist der Klassiker Pad Thai (Reisbandnudeln, Eier, Gemüse, Tamarindenpaste, wahlweise mit Huhn, Garnelen oder Tofu) weltweit bekannt und geschätzt, auch von uns. Ebenso diverse Curry-Gerichte (Kaeng), die sich hinsichtlich ihrer Farbe und Zutaten unterscheiden. Meist findet man auf der Speisekarte ein Green Curry (Kaeng Khiao Wan, vergleichsweise scharf, mit Koriander, grünen Chilischoten, Thai-Basilikum und Limettenblätter – mein Favorit!) oder Red (Kaeng Phet) Curry, oft auch die gelbe Variante (Khaeng Kari, mit Kurkuma und Kreuzkümmel, von diesen drei am mildesten, oft süßlich). Wenn schon mild, dann ist mein Favorit aber das Massaman Curry (Kaeng Massaman) mit Zimt, Nelken und Erdnüssen oder Cashews sowie Kartoffeln. Ebenfalls nicht allzu scharf ist das Panang Curry, das wir auch oft zum Frühstück serviert bekamen. Bei vielen Gerichten kann der Gast wählen, welches Fleisch oder Fisch er dazu will: gai (Hähnchen), moo oder muh (nein, es handelt sich um Schwein!), Rind heißt nüa, ped (Ente), pla (Fisch), gung (Krabben). Scharf heißt übrigens pät – in der Regel fragt der Kellner aber auf English, ob es scharf sein soll. Zum Nachwürzen eignet sich die typische salzige Fischsauce mit Chilies Nam Pla Prik, die oft unaufgefordert zu den Gerichten gereicht wird. Neben diesen Gerichten gibt es zahlreiche weitere Fleisch-mit-Gemüse-und-Reis-Gerichten (Reis muss man übrigens meist extra dazu bestellen) oder diverse Suppen wie die scharfe Tom Ka Gai. Wer in Thailand nichts findet, was ihm schmeckt, dem ist nicht zu helfen!

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