Südthailand: Tigerhöhlentempel und Emerald Pool in Krabi

An diesem Morgen holt uns unsere Guide durch Südthailand mit Namen Kim im Hotel ab. Wie viele Thais, gerade im Tourismusgeschäft, hat sie sich einen „internationalen“, gut zu merkenden Vornamen gegeben. Als erstes nimmt Kim uns mit in den Khao Phanom Bencha Nationalpark, namensgebend ist der mit knapp 1.400 Metern höchste Berg in Krabi. Vom Parkeingang laufen wir, Kim mit ihrem strammen Schritt folgend, ein kurzes Stück auf gut gepflegten Wegen zum Wasserfall Huai To, der Hauptattraktion des kleinen Nationalparks. Über insgesamt 80 Metern Höhe ergießt sich dieser Wasserfall über mehrere Kaskaden und Becken, in denen man auch baden kann. Dafür haben wir keine Zeit und Baden ist später, informiert uns Kim. Da ich den Reiseplan vorher studiert habe, ahne ich: Diese kleine Wanderung war eher eine Art Test, ob wir wandertauglich sind … Zurück am Parkeingang schauen wir uns noch einen liebevoll gepflegten Garten mit Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanzen an und Kim erklärt uns diverse Verwendungszwecke.

Auf der Weiterfahrt halten wir an einem Straßenstand, um Khanom Krok für uns zu kaufen, das nirgends besser sein soll als hier. Khanom Krok sehen aus wie holländische Poffertjes, es sind süße Mini-Kokos-Reis-Küchlein, die in einer speziellen Pfanne zubereitet und zum Frühstück oder als Dessert gegessen werden. Lecker! Meine Stimme im Hinterkopf sagt allerdings auch: „Das soll uns bestimmt Energie für den nächsten Programmpunkt geben.“

Immer noch in der Provinz Krabi heißt der nächste Stopp Tigerhöhlentempel (Wat Tham Sua), einer der bekanntesten Meditationstempel Thailands. Der Legende nach lebte hier ein Mönch mit einem Tiger zusammen, der ihn beim Meditieren bewachte. Nachdem wir einen kleiner Markt durchquert und Eintritt bezahlt haben, betreten wir mit bedeckten Schultern und Knien (entsprechende Kleidung kann falls nötig im Markt gekauft werden) sowie ohne Schuhe zunächst den „alten“ Teil des Tempels, der direkt an den Berg gebaut ist. Stufen führen in das Allerheiligste, nämlich die ehemalige Meditationshöhle des Mönchs. Im Hauptteil des Tempels, wo regelmäßig in großer Runde meditiert wird, nehmen Mönche Opfergaben entgegen.

Wieder draußen, werfen wir einen kurzen Blick auf den halbfertigen neuen Tempel, der direkt gegenüber errichtet wird – gebaut wird immer dann, wenn genügend Spenden eingegangen sind. Ebenfalls auf dem Tempelareal liegt die Bodhisattva Guanyin Pagode im chinesischen Stil. Uns ins Auge fallen darüber hinaus insbesondere zwei Dinge. Erstens: die zahlreichen Warnschilder vor den Affen. Sie klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist, versichert uns Kim, und warnt uns ausdrücklich davor, etwas anderes als reines Wasser zu trinken oder gar etwas zu essen. Das finden sie nämlich besonders attraktiv. Mit einem Affenbiss im Krankenhaus wollen wir sicher nicht landen!

Die zweite Warnschildwelle beschäftigt sich mit dem Thema Gesundheit. Wir werden zwar nicht, wie ein Schild ankündigt, durchgecheckt, wohl aber müssen wir unsere Gruppe in eine Liste eintragen und ein Mönch gibt uns Ermahnungen mit auf den Weg. Ausreichend Wasser und Sonnenschutz haben wir selbstverständlich im Gepäck und so steigen wir langsam nach oben. Fast 1.300 Treppenstufen unterschiedlichster Höhe und Breite und oft in der prallen Sonne führen auf die Spitze des Karstkegels, dass es fast 40 Grad hat, macht die Sache nicht gerade leichter. Und so sehen wir auch, neben der berüchtigten Affenbande, schon bald Menschen kurz vor einem Hitzschlag und viele, die wieder umdrehen. Doch wer es nach oben schafft, wird belohnt: Mit einem grandiosen Blick in die umliegende Landschaft mit ihren malerischen Kegelbergen und natürlich dem majestätischen goldenen Buddha sowie einem Fußabdruck desselben. Auf dem Weg runter zittern bei uns allen die Beinmuskeln und die Knie werden ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Ohne Zweifel aber ein tolles, wenn auch extrem schweißtreibendes Erlebnis!

  • Aufstieg Tiger Cave Temple

Wieder unten gibt es für alle erst einmal eine Belohnung in Form eines Kokosnusseises mit Mango und Nüssen. „Offenes Eis in den Tropen – niemals!“ – die mahnende innere Stimme wird komplett ignoriert, unsere Körper lechzen nach Zucker, Mineralien und etwas Kaltem. Tut das gut!

Ebenso gut tut uns der nächste Stopp: ein Bad im warmen (kalt wäre mir noch lieber gewesen) thermalen Quellwasser des Emerald Pool (Sa Morakot). Auch wenn es uns zugegebenermaßen nach dem Tigerhöhlentempel schwer gefallen ist: Nehmt zum Pool den etwas längeren (Bohlen-)Weg (ca. 1,4 Kilometer) rechts durch den Dschungel und nicht die „breite Wald-Autobahn“ (ca. 800 Meter). Ihr seht auf dem längeren und sehr viel „einsameren“ Weg zahlreiche andere Pools, fleischfressende Kannenpflanzen, Schmetterlinge und kleine Echsen – es lohnt sich! Auch wenn am Emerald Pool einiges los ist, ist das entspannende Bad eine Wohltat für unsere beanspruchten Muskeln. Anschließend laufen wir noch ein kleines Stück (600 Meter) weiter zum Blue Pool mit seiner türkisblauen Färbung, die von Treibsand im Untergrund herrührt. Aus diesem Grund und weil dieser Pool von heißem Thermalwasser gespeist wird, ist Baden hier verboten. Dass es mittlerweile angefangen hat zu regnen, stört uns kaum. Toilettenhäuser mit Umkleidemöglichkeiten sind vorhanden, so dass wir mit trockener Kleidung unsere Fahrt in die Provinz Trang zu unserem nächsten Übernachtungsquartier antreten können.

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